zurück
takt@takt.de

Stadtzeitung takt online

   

Luxembourg will 2,5 Milliarden EURO für Fortis-Konzern spendieren

Das wären 5555 Euro pro Kopf der Bevölkerung

Luxembourg (sk) - 2,5 Milliarden Euro aus Steuergeldern haben die luxembourgischen
Minister Juncker und Frieden zur Rettung der privaten Bank Fortis versprochen. Dies
entspricht 5555 Euro pro Kopf der Luxemburger Bevölkerung. Mit dieser enormen Summe
könnte man z.B. 10.000 Wohnungen à 250.000 Euro bauen. Dies teilt das Sekretariat
der Bewegung déi Lénk mit.

Dabei ist aus den bisherigen Erklärungen nicht ersichtlich, welchen Bankprodukten
diese 2,5 Milliarden entsprechen. Sind es faule Kredite aus dem Bereich des
amerikanischen Wohnungsmarktes, oder ist es eine einfache Neukapitalisierung der
Fortis? Wie schlagen sich Verluste der Muttergesellschaft auf die Bilanz von Fortis
Luxembourg nieder, die bisher Gewinn erwirtschaftete? Die geplante Spritze beträgt
mehr als die Hälfte des reglementarischen Eigenkapitals von Fortis-Luxembourg, als
Garantie erhält der Luxemburger Staat aber nur 49% des Kapitals von
Fortis-Luxembourg. Es geht um die Rettung des internationalen Konzerns und der
Einlagen der Aktionäre und keineswegs um ein wirkliches Umdenken.

Juncker und Frieden tragen beide als Präsident der Eurogroup und als Budgetminister
eigene Verantwortung, weil ihre Bankenkontrolle nicht funktioniert hat. Beide sind
Verwalter des Casinokapitalismus, den sie nun verteufeln. Jetzt ist ein Desaster
entstanden, das jene bezahlen sollen, die keinerlei Schuld daran haben.

Déi Lénk fordern die völlige Aufklärung des Tatbestands und eine ganz neue Art der
Kontrolle über die Aktivitäten der großen Banken. Sie treten ein für die Rettung der
fast 2.700 Arbeitsplätze und die Absicherung der Einlagen der Normalkunden und
warnen vor einer Lawine von Austerität. „Es wird immer dringender, eine Alternative
zur neoliberalen Misswirtschaft auszuarbeiten“, so déi Lénk.