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| Showman
der Karibik Die Präsidenten Chávez und Morales beschuldigen die Statthalter von George W. Bush, Saboteure und Separatisten zu fördern. Zudem begrüßt der frühere Fallschirmjäger Chávez russische Bomber in Caracas, demnächst schickt Moskau außerdem Kriegsschiffe zum gemeinsamen Seemanöver. Die USA wiederum lassen ihre IV. Flotte patrouillieren. »Scheiß Yankees, fahrt zur Hölle«, brüllt Chávez. Solche Wutanfälle sind bei dem Showman der Karibik zwar selten ernstzunehmen. Bush ernannte er einmal vor den Vereinten Nationen in New York zum schwefelriechenden Teufel. Eine neue Krise wie 1962 mit sowjetischen Raketen auf Kuba steht nicht gleich bevor. Aber es zeigt sich, welche Blüten in Amerikas Vorgarten wachsen. Chávez und Morales sagen, was viele ihrer Wähler denken. Beide sind mit eindeutigen Mehrheiten gewählt, mehrfach sogar. (...) Venezuela ist für die Märkte und Strategen dabei wesentlich interessanter als das mythische Kuba. OPEC-Mitgründer Venezuela sitzt auf den größten Ölvorräten der westlichen Welt. (...) Genau deshalb werden sich beide Seiten nichts tun. Die Geschäfte gehen trotz des Wortgeklingels weiter, notfalls ohne Botschafter. (...) In jedem Fall sollten sich die USA hüten, in ihrem Hinterhof wie in düsteren Zeiten allzu auffällig Partei zu beziehen. Die grausigen Staatsstreiche in Chile oder Argentinien wurden unter anderem vom Friedensnobelpreisträger Henry Kissinger abgesegnet – was für ein Zynismus, nachzulesen im Nationalen Sicherheitsarchiv der USA.
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