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Krieg nach Europa zurückgekehrt
Das »Europäische Friedensforum« (epf) verbreitet folgenden Appell:

Wir, Mitglieder des Europäischen Friedensforums, wenden uns an alle, denen der Frieden in Europa und auf der Welt teuer ist:

Am 24. März 2009 jährt sich zum zehnten Mal der Tag, an dem die USA und die NATO-Staaten Jugoslawien mit Terrorangriffen ihrer Luftstreitkräfte überfielen und in Verletzung elementarer Normen des Völkerrechts, der UN-Charta und des NATO-Vertrages einen souveränen Staat mit Krieg überzogen. Der Krieg war nach Europa zurückgekehrt. Die NATO, 1949 als Verteidigungspakt gegen vermeintliche Bedrohungen aus dem Osten gegründet, hatte sich nunmehr unverhüllt als Instrument zur Durchsetzung hegemonialer Interessen der USA und ihrer Verbündeten erwiesen. Sie schreckten unter dem Vorwand humanitärer Intervention nicht vor militärischer Gewalt zurück. Zahlreiche internationale Tribunale haben nach dem Vorbild des Russel-Tribunals diesen verbrecherischen Krieg verurteilt.
Nach zehn Jahren ist die Gefahr eines mit modernsten Massenvernichtungsmitteln geführten Krieges größer denn je: Die ausländischen militärischen Interventionen in Irak und in Afghanistan dauern an, die Rüstung, einschließlich der nuklearen, wird ausgebaut, ausländische Militärstützpunkte werden erweitert. Gegen den Willen der Völker sollen Raketenstützpunkte in der Tschechischen Republik und in Polen stationiert und die Ausbreitung der NATO nach Osten fortgesetzt werden.
Der Widerstand gegen diese abenteuerliche Politik der Drohungen und Einmischungen in die inneren Angelegenheiten der Völker wächst. Lauter werden die Forderungen nach Abzug der Besatzungstruppen der USA und ihrer Verbündeten aus Afghanistan und dem Irak sowie nach Beendigung der fortwährenden Kriegspläne gegen den Iran.
»60 Jahre NATO sind genug!« erklären Vertreter der deutschen und französischen Friedensbewegungen und rufen zu Aktionen anläßlich des 60. Gründungstages der NATO auf. Wir begrüßen ausdrücklich diese Initiativen und werden uns aktiv an ihnen beteiligen.
Wir nehmen den zehnten Jahrestag des Überfalls der NATO auf Jugoslawien zum Anlaß und rufen die Friedensbewegungen Europas und ihnen nahestehende Persönlichkeiten auf, am 21. und 22. März 2009 in Berlin zu einer europäischen Friedenskonferenz zusammenzukommen. Gestalten wir gemeinsam diese Konferenz zu einer Stätte fruchtbaren Meinungsaustausches zu den uns alle bewegenden Problemen des Kampfes für ein friedliches Europa, für einen Kontinent der Sicherheit und Zusammenarbeit.

Für das Europäische Friedensforum: Prof. Dr. W. Richter, amtierender Präsident, Berlin; Prof. Dr. I. S Yatsenko, Vizepräsident, Moskau; B. I. Olejnik, Schriftsteller, Vizepräsident, Kiew
Die Mitglieder des Präsidiums: Dr. D. Bollova, Dozentin, Bratislava; G. V. Buiko, Vorsitzender des antifaschistischen Komitees der Ukraine, Kiew; Prof. Dr. M. F. Jegorow, Vorsitzender des Friedensfonds der Republik Belarus, Minsk; L. A. Jankowskaja, Vorsitzende der Allukrainischen Partei »Einheit und Frieden«, Kiew; Dr. B. Karon, Bündnis gegen Raketenschild, Warschau; u. a.