Bundesregierung duldet rechten Korpsgeist im Kommando Spezialkräfte
(KSK)
Berlin (sk) - "Die Bundesregierung duldet rechten Korpsgeist weiterhin
im Kommando
Spezialkräfte", kommentiert Ulla Jelpke die Antwort der Bundesregierung
auf eine
Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE zum Umgang mit dem Absender einer
Hass- und
Drohmail an einen kritischen Bundeswehrsoldaten (BT-Drs. 16/8821).
Ulla Jelpke ,die innenpolitische Sprecherin der Fraktion weiter: "Der
Verfasser der
rechtsextremen Hassmail an den kritischen Bundeswehroffizier Jürgen
Rose dient
weiterhin im Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr. Die gegen
den
KSK-Hauptmann Daniel Kaufhold daraufhin verhängte "einfache
Disziplinarmaßnahme"
stehe "der Förderung eines im Übrigen bewährten Soldaten
nicht entgegen", schreibt
die Bundesregierung in ihrer Antwort. Diese legt den Schluss nahe, dass
der
beschuldigte Soldat auch weiterhin für Auslandseinsätze vorgesehen
ist und in der
Ausbildung für andere Soldaten eingesetzt wird.
In der Hassmail vom Juli 2007 hatte es geheißen: "Ich beurteile
sie als Feind im
Inneren und werde mein handeln daran ausrichten, diesen Feind im Schwerpunkt
zu
zerschlagen." Jürgen Rose werde beobachtet "von Offizieren
einer neuen Generation,
die handeln werden, wenn es die Zeit erforderlich macht." Die Hassmail
kommentierte
der Militärhistoriker Wolfram Wette in der Frankfurter Rundschau
vom 3. April:
folgendermaßen: "Da hören wir den Originalton der rechtsradikalen
Freikorpskämpfer
aus den frühen Jahren der Weimarer Republik, die später durchweg
bei der NSDAP und
der SS landeten."
Dennoch, und obwohl das KSK jahrelang von dem extrem rechten Kommandeur
Reinhard
Günzel geführt wurde, will die Bundesregierung "keine hinreichenden
Anhaltspunkte
für das Vorliegen rechtsextremistischer Bestrebungen" erkennen.
Weitere Schritte
hält die Regierung für unnötig. Nach dem Motto "Schwamm
drüber" soll im KSK alles
beim Image einer extrem rechtslastigen Rambotruppe bleiben. Das ist mit
dem Konzept
vom Staatsbürger in Uniform unvereinbar. Kriegseinsätze in aller
Welt mit einer
solchen Truppe lösen keine Konflikte, sondern schüren Hass und
Verzweiflung. Das ist
ein Boden, auf dem Terror gedeiht."
|