zurück takt@takt.de

Stadtzeitung Saarbrücken

 

Arbeitslosenvermittlung im Saarland gescheitert

Gerade mal vier Prozent können in einen regulären Job vermittelt werde

„Die Studie der Bundesagentur für Arbeit bestätigt auf dramatische Weise, dass trotz
aller gegenteiliger Behauptungen, es auch im Saarland kaum gelingt,
Langzeiterwerbslose in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu
vermitteln“, kritisiert Volker Schneider, sozialpolitischer Sprecher der Saar-Linken
das Ergebnis einer Studie Bundesagentur für Arbeit zur Vermittlung von Hartz
IV-Bezieherinnen und Beziehern in den ersten Arbeitsmarkt.

Schneider dazu weiter: „Die bundesweit schlechten Ergebnisse treffen leider auch auf
das Saarland zu. Besonders schlecht schnitt mit dem Landkreis St Wendel eine
Optionskommune sowie die Arbeitsgemeinschaft Saarbücken ab: Während der Landkreis
St. Wendel, der in Eigenregie die Betreuung von Langzeiterwerbslosen durchführt,
lediglich eine Quote von 3,6 Prozent erreicht wurde, konnte bei der ARGE Saarbrücken
von 1000 Leistungsbezieherinnen und Beziehern sogar nur rd. 30 in ein
sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis vermittelt werden. Die
Kommunalisierung der Arbeitsmarktpolitik ist also keine Lösung.

Von den schlechten Ergebnissen sind besonders auch Alleinerziehende betroffen. Wegen
fehlender Betreuungsmöglichkeiten, sind sie nicht vermittelbar.

Die Studie der BA belegt: Der aus den Hartz-Gesetzen resultierende und von der
saarländischen Wirtschaft favorisierte Ausbau des Niedriglohnsektors ist
gescheitert. Im Gegenteil: Armutslöhne und die ständige Angst seinen Job zu
verlieren, besteigen nicht die Kernprobleme von Langzeiterwerbslosen. Statt mit
neuen Gesetzen wie der geplanten Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen
Instrumente weitere Einsparungen zu Lasten der Erwerbslosen vorzunehmen, sollte die
Koalition mehr Geld für berufliche Weiterbildung und Qualifizierung einsetzen. Das
wäre eine echte Investition in die Zukunft und für die betroffenen Menschen eine
wirkliche Hilfe.“