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Weltwasserwoche macht im UN-Sanitärjahr auf weltweite Abwasserkrise aufmerksam

Zwei von fünf Menschen haben kein stilles Örtchen

Berlin (sk) - Anlässlich der am 17.8.2008 in Stockholm beginnenden Weltwasserwoche
begrüßen Dr. Uschi Eid MdB, und Nicole Maisch, verbraucherpolitische Sprecherin der
grünen Bundestagsfraktion, dass die Weltwasserwoche in Stockholm im UN-Sanitärjahr
2008 eine Weltwoche des Abwassers und der Toilettenhygiene ist.

Dies setzt das starke Signal: die globale Wasserkrise ist auch eine globale
Abwasserkrise. 90 Prozent der weltweiten Abwässer gelangen ungeklärt ins knapper
werdende Süßwasser und verschmutzen es soweit, dass daraus vielerorts kein
Trinkwasser mehr gewonnen werden kann – damit muss Schluss sein.
Unvorstellbarerweise haben zwei von fünf Menschen kein stilles Örtchen. Dies hat
unter anderem zur Folge, dass eine vermeidbare Krankheit wie Durchfall die
zweithäufigste Todesursache von Kindern unter 5 Jahren ist, und täglich 5.000 Kinder
an den Folgen verschmutzten Wassers sterben. Zudem sind geeignete Abwasserkanäle
Mangelware, wodurch bei den häufiger werdenden Flutkatastrophen, bedingt durch den
Klimawandel, Epidemien vorprogrammiert sind.

Leider hat die Bundesregierung die erste Hälfte des UN-Sanitärjahrs verschlafen. Wir
fordern sie auf, selbst mehr für die sanitäre Grundversorgung zu tun und
international Initiative für verstärktes Handeln anzuführen. Denn Sanitärversorgung
ist die beste Präventivmedizin, erbringt volkswirtschaftliche und soziale Vorteile
und ist für ein Leben in Würde unerlässlich.

Deutschland hat ein vorbildliches Wasserversorgungs- und Abwassersystem und muss die
internationale Kooperation im Wasser- und Abwasserbereich zur höchsten Priorität
erklären. Speziell in Afrika, wo die Situation am schlimmsten ist, müssen die
Maßnahmen ausgeweitet werden. Dort wird das UN-Millenniumsentwicklungsziel, bis 2015
den Anteil der Menschen zu halbieren, die keinen Zugang zu Sanitäreinrichtungen
haben, erst 2076 erreicht, wenn nicht verstärkt gehandelt wird. Zudem soll die
Bundesregierung Projekte der ökologischen Sanitärversorgung in der internationalen
Kooperation deutlich ausweiten. So kann vermieden werden, Fäkalien mit kostbarem
Süßwasser abzutransportieren und sie stattdessen zur Erzeugung von Energie oder
Dünger verwenden.