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Sat.1 Doku-Serie löst schon vor Sendebeginn Diffamierungskampagne
aus
Auch diesmal macht Springers »BILD«
den Auftakt
Bonn/Berlin – Das Erwerbslosen Forum Deutschland sieht die Befürchtungen
einer erneuten »Hetzkampagne» gegenüber Hartz IV-Bezieher
durch die geplante Sat.1 Doku-Seirie »Gnadenlos Gerecht« bestätigt.
Die »Bild»-Zeitung hätte schon vor Ausstrahlung der ersten
Folge unter dem Titel »Türkische Familie baut Luxus-Villa mit Hartz
IV» eingeläutet und »unsere Meinung nach bewusst eine Familie
mit Migrationshintergrund vorgeführt», so Martin Behrsing vom Erwerbslosen
Forum Deutschland. Erst gestern hatte Sat.1 Programmchef Matthias Alberti
in einem Fax an die Initiative damit geworben, dass »das neue Format
Sympathien und Verständnis für Menschen, die – aus welchen
Gründen auch immer – staatliche Hilfen zum Leben benötigen».
»Alberti hat unsere Befürchtungen nicht verstanden und muss sich
nun vorwerfen lassen,
die Zündschnur für die »Bild»-Zeitung gelegt zu haben»,
wie Behrsing betonte.
Zu dem Antwortfax auf den öffentlichen Brief an Sat.1 Programmchef
Matthias Alberti sagte Martin Behrsing, Sprecher des Erwerbslosen Forum
Deutschland:
Der Programmdirektor von Sat.1, Matthias Alberti will oder hat es nicht
verstanden, worum es uns und vielen anderen Betroffeneninitiativen geht.
Es sei ein Thema in die Öffentlichkeit gepusht, das zur Zeit keine
relevante Bedeutung hat. Somit schafft Sat. 1 künstlich ein Thema
und nimmt dabei billigend in Kauf, dass durch die Doku-Serie Denunziationen
gegenüber Hartz IV-Beziehern signifikant steigen werden. Dies war
bei der Sendung »Aktenzeichen XY» nachzuweisen. Ebenso unterstellt
das Schreiben, als ob tatsächlich ein Problem mit Sozialmissbrauch
geben würde und der Sender die Aufgabe hätte diese Seite darzustellen.
Sat.1 schert sich nicht um gesellschaftliche Relevanz, sondern schafft
künstlich Themen und zündet damit eine erneute Sozialmissbrauchsdebatte
an. Das neue Format schafft keine Sympathie und Verständnis für
Betroffene, sondern dient ausschließlich den Einschaltquoten.»
Das Fax ist unter
http://www.elo-forum.org/attachments/mitteilungen-erwerbslosen-forum-deutschland/2495d1219177505-programmdirektor-sat-matthias-alberti-antwortet-unseren-oeffentlichen-brief-sat1_matthias_alberti_19_08_08.pdf
abrufbar
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"Springer"
spaltet! - Wie lange noch?
Der Springer-Konzern spaltet - und die Bourgeoisie
herrscht!
Von Reinhold Schramm
Die Schlagzeile am Dienstag: "Die wahren Lohn-Listen für Berlin"
- und weiter im Text: "Berliner verdienen mehr als Brandenburger und
arbeiten weniger. Ist das gerecht?"
Natürlich geht es dem Springer-Konzern nicht um die Anhebung, Gleichwertigkeit
und Erhöhung aller Arbeitslöhne. Teile und herrsche gehört
zum Grundprinzip kapitalistischer Beherrschungs- und Gesellschaftspolitik,
so auch im Springer-Konzern.
Anmerkung: Siehe z. B., die Bemühungen im Hause Springer um die Deregulierung
der Löhne bei den Postzustellern. Trotz alledem, der gesellschaftspolitische
Gegner bietet auch 'Informationen', die wir stets nutzen müssen:
Demnach liegt der "Durchschnittsverdienst" in Berlin bei 3364
Euro brutto. Die Arbeitslöhne und Arbeitsgehälter in der Energie-
und Wasserversorgung Berlins lagen 'durchschnittlich' bei 3922 Euro, "plus
Sonderzahlungen", im Jahr 2007. In Brandenburg verdienen die Angestellten
in der gleichen Branche durchschnittlich 3185 Euro, der Lohn ist damit
um 737 Euro geringer als in Berlin.
Die Gehälter im Kredit- und Versicherungswesen liegen in Berlin bei
3889 Euro "plus Sonderzahlungen" und in Brandenburg bei 3053
Euro. Einen schlechten Lohn bekommen in Berlin die Kellnerinnen und Kellner
mit 1840 Euro monatlich und die Kolleginnen und Kollegen in Brandenburg
mit 1489 Euro brutto.
Die Autoren der Springer-Presse berufen sich bei ihrer Lohndarstellung auf
das 'Statistische Landesamt Berlin'.
Von Verdi werden diese Angaben und Behauptungen bezweifelt, ebenso von Klaus
Eisenreich, Gewerkschaft der Polizei Berlin, laut Springer-Presse.
Kolleginnen und Kollegen, nicht der Gegensatz hilft uns bei der Durchsetzung
unserer Interessen, so hätten sie es gerne, auch aus dem Hause Springer!
Auch weiterhin gilt die gesellschaftspolitische und gewerkschaftliche Aufgabenstellung:
Solidarität und Durchbrechung des Niedriglohnsystems muss die Aufgabe
sein! Einbeziehung der gering bezahlten Kolleginnen und Kollegen in Kampfmaßnahmen.
Gewerkschaftliche Vertretung und Rechtsbeistand müssen organisiert werden.
Beteiligung an den sozialen und politischen Kämpfen ist die Aufgabe!
Unter den gegenwärtigen Bedingungen wären (auch weiterhin) folgende
Forderungen richtig:
- drastische Verkürzung der Arbeitszeit (30-Stunden-Woche bei vollem
Lohnausgleich).
- Einstellung aller Erwerbslosen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit
(unabhängig vom Lebensalter).
- Bezahlung nach Tarif gemäß der beruflichen Qualifikation. Qualifizierung
und Erhöhung der Tarife.
- Gleicher Lohn für gleiche Arbeit (unabhängig von Lebensalter,
Geschlecht und Herkunft).
Parallel zur Durchsetzung dieser Forderungen wären die geistige Aufklärung
und die gesellschaftspolitische-ideologische Auseinandersetzung zu führen!
(*)
Quellenverweis: 'BZ' - am 19.08.2008: http://www.bz-berlin.de/BZ/berlin/2008/08/19/die-wahren-lohnlisten-fuer-berlin/die-wahren-lohnlisten-fuer-berlin.html
Anmerkung hierzu: Die "die-wahren-Lohnlisten" ergeben sich aus den
realen Eigentums- und Vermögensverhältnissen; für deren Aufklärung
und Umwälzung lasst uns gemeinsam arbeiten, - nur "Gemeinsam sind
wir stark!"
(*) Siehe hierzu auch bei LabourNet.de Germany, u.a.:
http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/
kombilohn/schramm.html
und bei scharf-links: http://www.scharf-links.de/7.0.html
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