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Kein Fußbreit den Faschisten
Welche Wege führen zum Ziel - Präventionsarbeit
oder ein NPD Verbot?
Saarbrücken (sk) - Als „mehr als erschreckend“
bezeichnet das Vorstandsmitglied der
Linksjugend Saar, Yvonne Ploetz, die neuen Ermittlungen des saarländischen
Verfassungsschutzes. Die Mitgliederzahlen der NPD haben sich seit 2003
verdoppelt.
Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus beginnen wieder
alltäglich zu werden.
„Wir haben es satt, dass so viele Menschen
und Politiker dabei tatenlos zusehen, wie
sich eine rechtsextreme Kultur immer weiter durchsetzt. Nazis werden weder
durch
gutes Zureden, noch durch gezieltes Ignorieren zurückgedrängt.
Man muss ihnen immer
und überall offensiv entgegentreten, auf der Straße, in den
Jugendclubs, in den
Unis, in Betrieben und Parlamenten. Um das leisten zu können muss
die nicht-rechte
Kultur konsequent gestärkt werden. Dazu gehört für uns
auch, antifaschistische
Arbeit zu unterstützten und nicht länger zu kriminalisieren.
Wir fordern die
Landesregierung im Saarland auf, auf schnellstem Wege ein klares Konzept
zur
Bekämpfung des Neofaschismus’ vorzulegen und umzusetzen.“
So, oder zumindest so ähnlich sehen die Jusos
im Saarland das Problem mit dem
Erstarken des Rechtsextremismus. Die Jusos fordern Ausbau der Präventionsarbeit
gegen Rechtsextremismus.
Die Jusos Saar fordern aufgrund der steigenden
Mitgliederzahl der rechtsextremen NPD
den Ausbau der Präventionsarbeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
„Die heute
veröffentlichten Zahlen des saarländischen Verfassungsschutzes
stellen lediglich die
Spitze des Eisberges dar. Der latente Fremdenhass und die damit verbundene
steigende
Zahl rechtsextremer Gewalttaten muss Konsequenzen haben“, so der
Vorsitzende der
Jusos, Sebastian Thul.
Die Jusos fordern deshalb seit Jahren schon eine
langfristige Förderung
antifaschistischer Jugendarbeit durch das Land. „Die Landesregierung
fördert
einzelne, zeitlich und lokal begrenzte Projekte. Eine langfristige Strategie
zur
Bekämpfung von Rechtsextremismus gibt es im Saarland allerdings nicht“,
so Thul.
Die Jusos bemängeln, dass Themen wie Fremdenhass
und Rechtsextremismus von Seiten
der Landesregierung nur beiläufig bis gar nicht behandelt werden.
Während die NPD
und ihre gewaltbereite Kameradschaften sich immer stärker miteinander
vernetzen,
wird ehren- und hauptamtliche Arbeit gegen Rechtsexremismus jedes Jahr
erneut in
Frage gestellt.
Vereine wie das Netzwerk für Demokratie und
Courage (NDC), das durch ehrenamtliche
TeamerInnen in Schulen wertvolle Präventionsarbeit leistet, ist jährlich
in seiner
Existenz gefährdet. „Es ist schon makaber, dass Kameradschaften
und NPD mal eben so
tausende CDs mit rechtsextremer Musik verteilen können, während
Gelder für einen
Flyer oder ein Plakat gegen Rechtsextremismus oft gar nicht oder nur nach
einem
halben Jahr Wartezeit genehmigt werden“, so Thul.
Zahlen wonach lediglich 40 Prozent der im vergangenen
Jahr festgestellten Straftäter
bekannte Gesichter aus der rechtsextremen Szene sind überraschen
nicht. „Wir treffen
oft auf latent- oder weniger latent-fremdenfeindliche Jugendliche und
junge
Erwachsene. Das Styling, die Musik, das Verhalten ist nicht immer offensichtlich
rechtsextrem. Stereotype wie die Glatze mit den Springerstiefeln trifft
man nur noch
selten an“, so Thul abschließend.
Die NPD muss endlich verboten werden, fordert die
saarländische Landtagsabgeordnete
der Linken, Barbara Spaniol und verlangt erneut von der CDU-Landesregierung,
ein
NPD-Verbotsverfahren anzustrengen. „Es ist unerträglich, dass
die NPD ihre
Mitgliederzahl im Saarland verdoppeln konnte – schlimmer ist jedoch
die
Feststellung, dass es eine breite Bevölkerungsschicht im Saarland
gebe, die
ebenfalls über eine antidemokratische, fremdenfeindliche und antisemitische
Einstellung verfüge.
„Das sind die Auswirkungen einer CDU-Politik,
die sich weigert, ein
NPD-Verbotsverfahren zu unterstützen, indem sie sich weigert, die
V-Leute aus der
Szene abzuziehen und damit den Weg für ein Verbotsverfahren frei
zu machen. Denn
trotz Einsatz von V-Leuten nimmt die Zahl der rechtsextremen Straftaten
bundesweit
stetig zu. Die CDU muss endlich erkennen, dass ihre V-Leute-Strategie
untauglich
ist“, so Spaniol.
Daher fordert die saarländische Linke Innenminister
Meiser auf, die V-Leute endlich
abzuziehen, damit ein NPD-Verbot schnellstmöglich durchgesetzt werden
könne. „Im
Jahr 2006 erhielt die NPD 1,6 Millionen Euro Steuergelder – damit
wird eine
Propagandamaschinerie bezahlt, um ihre fremdenfeindlichen und antidemokratischen
Parolen unters Volk zu bringen. Wenn die NPD verboten wird, versiegen
diese
Geldquellen und der braune Sumpf kann endlich ausgetrocknet werden.“
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