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Saarland:
„Zweigeteilt Niemals!“
Für ein eigenständiges Saar-Bistum
Von Claude
Michael Jung
Wie das „Kuratorium unteilbares Saarland“ mitteilt, geht
die Geduld der
Saarländerinnen und Saarländer, was den untragbaren Zustand
einer fortwährenden
Zweiteilung des Landes, in die Bistümer Trier und Speyer anbelangt,
zu Ende. „Es
muss endlich Schluss damit sein, dass dem Saarvolk der Blick in den Himmel
gleich
durch zwei verschiedene Gebetbücher getrübt wird“, so
ein Kuratoriumssprecher
gegenüber dem Kirchenmagazin „Roter Engel“.
In einer groß angelegten Fragebogenaktion, während der Sommerferien,
hatten sich 97
Prozent der Saarländerinnen und Saarländer zwischen 12 und 103
Jahren für eine
Loslösung des Saarlandes von der Bevormundung sowohl durch den Bischof
von Trier,
als auch durch seinen Speyerer Amtskollegen, ausgesprochen. „Die
restlichen drei
Prozent waren wohl Priester oder Angestellte der jeweiligen Bistümer“,
so Kurt
Eumel-Einfach vom politischen Arm der saarländischen Volksbefreiungsfront
„Liberté
pour la Sarre“.
Kurt Eumel-Einfach beklagt weiter den skandalösen Zustand, dass
vor und
außerehelicher Geschlechtsverkehr, beispielsweise bei der Strafzumessung
nach der
Beichte, in der Trierer Glaubenszone mit dem Aufsagen von fünf Vaterunsern
geahndet
wird, während die Sünderinnen und Sünder in der saarländischen
Ostzone Speyer, mit
drei Vaterunser für den gleichen Spaß, wesentlich günstiger
davonkommen.
Derweil wurde bekannt, dass die saarländische Volksbefreiungsfront,
bereits im Namen
des heiligen Saargeistes, den Text für ein Konkordat mit dem Vatikan
vorbereitet hat
und das Vertragswerk Papst Benedikt XVI. in den kommenden Tagen zur Unterschrift,
per Einschreiben mit Rückschein, zustellen lassen will. Sollte der
Pontifex maximus
das „Diktat von Saabrigge“, wie die saarländische Volksbefreiungsfront
ihr
kirchenrechtliches Freiheitsdokument bezeichnet, nicht akzeptieren und
die
Unterschrift verweigern, wird sich das Saarland von der katholischen Kirche
und Rom
unweigerlich lossagen, prognostizierte bereits ein Trierer Dompfaff mir
Dackelfalten
auf der Stirn.
Mit brennender Sorge beäugt die saarländische Politik bereits
die Massenbewegung für
ein einheitliches Gebetbuch an Saar, Blies, Nied, Raschbach und dem Losheimer
Stausee. CDU Saarfürst Peter Müller befürchtet in der Hölle
zu landen, wenn er sich
für ein eigenständiges Bistum im Saarland engagiert. Sozenkasper
Heiko Maas will
sich erst Rat bei seinem Häuptling Kurt Beck einholen, bevor er sich
zu dem Thema
äußern will. Die FDP verlangt einen niedrigen Kirchensteuersatz
im Saarland, wenn
sie sich der Massenbewegung für ein Saarbistum anschließen
soll und die Grünen
setzten einem deutlichen „Ja“ zur saarländischen Kirchenbefreiung
voraus, dass
künftig im Saarland bombig für den Klimaschutz gebetet wird.
Die Linken stehen natürlich voll hinter der neuen Massenbewegung.
Oskar Lafontaine
war leider nicht für eine Stellungnahme zu erreichen, doch nicht
nur sein
Bodenpersonal kann sich vorstellen, dass Oskar für den Posten des
saarländischen
Oberhirten bestens geeignet ist.
Unterdessen wurde bekannt, dass Saarbrücker Städteplaner bereits
ein Grundstück für
den Bau eines Münsters am Saarufer ins Auge gefasst haben. Es fehlten
lediglich nur
noch die Schwarzarbeiter, um mit dem Bau beginnen zu können, sickerte
aus einem Büro
für moderne Kirchenarchitektur durch. Unter dem Motto: „Dein
Backstein für das
Seelenheil der Saarländer“ soll eine Lotterie für die
flüssigen Mittel zum flotten
Gedeihen des Sakralbaus sorgen.
Abschließend teilt das „Kuratorium unteilbares Saarland“,
welches die frommen
Geschicke des Saarvolkes federführend in die Hände genommen
hat mit, es werde immer
noch eine saarländische Heilige oder ein Heiliger gesucht, dem man
das Saarbrücker
Münster nach seiner Fertigstellung weihen könnte. Es reiche
zwar vollkommen aus,
einen Scheinheiligen zum Bischof zu weihen, aber um ein Münster zu
weihen bedürfe es
eines richtigen Heiligen aus dem Saarland. Bewerbungen mit aussagekräftigem
Lebenslauf Aktfoto und polizeilichem Führungszeugnis, nimmt die Geschäftsstelle
des
Kuratoriums in Saarbrücken noch bis Ende November 2008 entgegen.
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