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-------------------------------------------------------------------------------- Gastkommentar
von Dmitri Medwedew, dem russischen in Financial Times Deutschland Rußland hat die Unabhängigkeit der Territorien von Südossetien und Abchasien anerkannt. Dieser Schritt wurde nicht unbedacht und unter voller Abwägung der Konsequenzen getan. Aber alle möglichen Ergebnisse mußten gegen eine nüchterne Einschätzung der Lage abgewogen werden. (...) Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus fand sich Rußland mit dem »Verlust« von 14 ehemaligen Sowjetrepubliken ab, die eigenständige Staaten wurden, obwohl dadurch rund 25 Millionen Russen in Ländern gestrandet waren, die nicht mehr ihre eigenen waren. Georgien beraubte seine »autonomen Regionen« Abchasien und Südossetien unverzüglich ihrer Autonomie. Können Sie sich vorstellen, wie sich das abchasische Volk gefühlt hat, als seine Universität in Sochumi von der Regierung in Tiflis mit der Begründung geschlossen wurde, die Abchasen hätten keine anständige eigene Sprache, Geschichte oder Kultur und benötigten deshalb keine Universität? Das gerade unabhängig gewordene Georgien überzog seine Minderheitennationen mit einem brutalen Krieg, bei dem Tausende vertrieben wurden und eine Saat der Unzufriedenheit gesät wurde, die nicht anders konnte als aufzugehen. Diese direkt vor der russischen Haustür liegenden Pulverfässer versuchten die russischen Friedenshüter vor dem Explodieren zu bewahren. Aber der Westen ignorierte die Brisanz der Lage und nährte damit unwissentlich (oder wissentlich) die Hoffnungen der Südosseten und Abchasen auf Freiheit. Er drückte mit Michail Saakaschwili einen georgischen Präsidenten an seinen Busen, dessen erster Schritt darin bestand, die Autonomie einer weiteren Region, nämlich Adschariens, zu zerstören. Er machte auch kein Geheimnis aus seiner Absicht, die Osseten und Abchasen zu zerquetschen. Wider die Mahnungen Rußlands erkannten die Länder des Westens unterdessen in aller Eile die illegale Unabhängigkeitserklärung des Kosovo an. (...) In der Außenpolitik kann man nicht eine Regel für einige anlegen und eine zweite für andere. Wir erkannten die Warnsignale und haben wiederholt versucht, die Georgier
davon zu überzeugen, mit den Osseten und Abchasen ein Abkommen über
den Gewaltverzicht zu unterzeichnen. Saakaschwili weigerte sich. In der
Nacht zum 8. August erfuhren wir auch, warum. Nur ein Verrückter
konnte Derartiges wagen. Glaubte er, Rußland würde untätig
zusehen, wie er einen Großangriff auf die schlafende Stadt Tschinwali
startet und Hunderte friedlicher Zivilisten ermordet, der Großteil
davon russische Bürger? (...) Rußland hatte keine Wahl. Um
Leben zu retten, mußte der Angriff niedergeschlagen werden. Es war
kein Krieg unserer Wahl. Wir haben es nicht auf georgisches Territorium
abgesehen. Unsere Truppen sind nach Georgien eingedrungen, um Stützpunkte
zu zerstören, von denen aus der Angriff durchgeführt wurde.
Danach zogen sie wieder ab. Wir haben den Frieden wiederhergestellt, konnten
aber die Ängste und Bestrebungen der Südosseten und Abchasen
nicht abschwächen. (...)
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