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Saar will wieder Anschluss an Schienenanbindung Saarbrücken - Strasbourg
Von Claude Michael Jung Mit der Aufnahme des Saarbahnverkehrs zwischen der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken und der ostfranzösischen Stadt Saargemünd (Sarreguemines), am 24. Oktober 1997, wurde die bis dahin bestehende Zustiegsmöglichkeit in Kleinblittersdorf für den Regionalexpress Saarbrücken/Strasbourg gekappt. Saarbahn, als auch der Regionalexpress der staatlichen französischen Eisenbahngesellschaft SNCF benützen die gleiche Trasse. Für die Region an der oberen Saar, beiderseits der deutsch/französischen Grenze, hat sich jedoch damit die Möglichkeit Strasbourg auf direkten Weg zu erreichen verschlechtert und nicht unerheblich verteuert. Bis zur Gründung des saarVV (Verkehrsverbund) am 2. August 2005 erkannte die Saarbahn noch Fahrscheine nach TCV-Tarif ( Eisenbahntarif für Personen im internationalen Eisenbahnverkehr) an, sofern diese den Streckenabschnitt Saarbrücken Hbf – Sarreguemines enthielten. Diese Anerkennung wurde jedoch von der wenig kundenfreundlichen Leitung des Saarbrücker Verkehrsunternehmens zum 2. August 2005 ersatzlos aufgehoben. Erst vor Kurzem hatte der VVS-Vorstand Dieter Attig in einem anderen Zusammenhang erklärt, dass die Saarbahn an deren Spitze gleich zwei Geschäftsführer den Brei zu verderben scheinen, angeblich über eine der schlechtesten Organisationen in ganz Deutschland verfüge. In Punkto Serviceorientierung seines Unternehmens scheint Attig schon mal recht zu haben. Reisende, die in die elsässische Metropole Strasbourg wollen, dürfen sich zunächst mal ein Ticket der Saarbahn -verbunden mit erheblichen Zusatzkosten - lösen, um entweder in Saarbrücken oder Saargemünd den Regionalexpress nach Strasbourg zu erreichen. Seit Jahren schon versucht die, an der oberen Saar gelegene Gemeinde Kleinblittersdorf, mit dem CDU geführten saarländischen Wirtschaftsministeriums, über eine Reaktivierung ihres Bahnhofs als Haltepunkt für den Regionalexpress von und nach Strasbourg zu verhandeln. Der ehemalige Wirtschaftsminister Dr. Hanspeter Georgi, der sich gerne die Modernisierung der Verbindung auf Panier schrieb, hatte allerdings den Gemeindevertretern nicht mehr als abschlägige Auskünfte und tröstende Worte anzubieten, man solle es doch einfach zu einem späteren Zeitpunkt noch mal versuchen. Jetzt steht eine erneute Verhandlungsrunde mit dem Saar- Wirtschaftsministerium an, wie der Kleinblittersdorfer Ortsvorsteher Paul Lang (CDU) auf telefonische Anfrage bestätigte. Hoffnungen setzten die Gemeindevertreter dabei in den neuen Wirtschaftsminister Joachim Rippel, ebenfalls CDU. Dass die Verhandlungen nicht einfach sind, ist den Verhandlungsführern der Gemeinde Kleinblittersdorf bewusst. SNCF und DB müssen ebenso überzeugt werden, wie die verantwortlichen Politiker. Strategisch kann die Gemeinde jedoch mit ihren Pfunden wuchern. Kleinblittersdorf verfügt über ein großes Einzugsgebiet. Der Bahnhof wurde als Kopfbahnhof ausgebaut, mit gut getakteten Busanbindungen bis weit ins Bliestal und in die ostsaarländische Kreisstadt Homburg. Eine Fußgängerbrücke verbindet die Gemeinde zudem mit dem ostfranzösischen Grosbliderstroff, auch hier besteht Nachfrage nach einem Stop für den Regionalexpress in die Europastadt Strasbourg. Es besteht also durchaus Bedarf für einen zusätzlichen Halt des Regionalexpresszuges. Auch technisch ist das Problem lösbar, zumal die Taktung der Verbindung kaum verändert werden muss. Bleibt also abzuwarten, ob der neue saarländische Wirtschaftsminister Joachim Rippel die Versäumnisse seines Vorgänger bis zur kommenden Landtagswahl im Herbst 2009 noch ausbügeln kann, oder ob Kleinblittersdorf und die Umlandgemeinden ihre Hoffnungen auf eine neue Landesregierung setzten müssen, die dann gefordert ist, die notwendigen Schritte einzuleiten. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, sagt der Volksmund. Wo Bedarf ist, sollte er auch gedeckt werden, zumal hier niemand etwas verschenken muss. Und einen Fahrkartenautomaten, samt neuem Haltepunkt einzuweihen, gibt doch schließlich immer ein paar gute Bilder für die Presse ab, gerade in einem Superwahljahr. Dass die Geschäftsführer der Saarbahn bis dahin wieder bereit sind, zumindest Fahrscheine nach TCV-Tarif anzuerkennen, ist eher nicht zu erwarten. Für die doppelköpfige Geschäftsführung des Verkehrsunternehmens mit angeschlagenem Image, scheint das Thema Kunden und Serviceorientierung abgehakt. Hier kümmert man sich stattdessen lieber um die Aushebelung von Arbeitnehmerrechten.
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