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"So
etwas darf es nicht geben"
Ruf nach HDJ-Verbot
Der Zentralrat der Juden hat ein Verbot der rechtsextremen
"Heimatreuen deutschen Jugend" gefordert. Nun scheint es kurz
davor zu stehen.
Die rechtsextreme "Heimattreue Deutsche Jugend"
(HDJ) steht kurz vor einem Verbot. Das dafür zuständige Bundesinnenministerium
wollte sich aber weiterhin öffentlich nicht festlegen. "Über
Verbote sprechen wir nicht. Wir sprechen sie aus", sagte Ministeriumssprecher
Stefan Paris in Berlin. Die HDJ machte jüngst durch ein Zeltlager
Schlagzeilen, in dem Kindern Nazi-Gedankengut nahegebracht wurde. Das
Innenministerium hat schon mehrfach nach dem Vereinsgesetz Organisationen
verboten, denen verfassungsfeindliche Ziele nachgewiesen werden konnten.
Zugleich versicherte der Ministeriumssprecher, "dass wir im Bereich
der Sicherheitsbehörden in alle Richtungen, die damit zusammenhängen
könnten, auch denken und prüfen". Inzwischen verlangte
auch der Zentralrat der Juden, die HDJ zu verbieten. Nach Einschätzung
von Ratspräsidentin Charlotte Knobloch bestehen keine Zweifel an
der Verfassungsfeindlichkeit. Es sei gängige Praxis, dass Kinder
auf Zeltlagern der HDJ mit Nazi-Propaganda infiltriert würden.
"Die Kinder trugen Uniformen und wurden an Symbole und Ideologien
der NS-Zeit spielerisch und ohne geschichtliche Einordnung herangeführt
wie damals die Hitlerjugend", sagte Knobloch. "So etwas darf
es in Deutschland und darüber hinaus nicht wieder geben." Bei
der Auflösung eines Zeltlagers in Mecklenburg-Vorpommern wurden auch
Handtücher mit Hakenkreuzen und Schriften mit rechtsextremistischer
Propaganda sichergestellt.
Verbindungen zur NPD
Der Berliner Verfassungsschutz bestätigte die im Bericht des Bundesverfassungsschutzes
festgehaltene Verbindung der HDJ zur NPD. Der im Juni gewählte Berliner
NPD-Landesvorsitzende Jörg Hähnel sei in der HDJ aktiv. Der
Liedermacher gehöre auch dem NPD-Bundesvorstand an. In Berlin war
der Verein zuletzt im September 2007 aufgefallen, als die Polizei mehrere
Wohnungen von HDJ-Mitgliedern in Berlin und Brandenburg durchsuchte. Innensenator
Ehrhart Körting (SPD) hatte schon vor Monaten ein Verbot der HDJ
gefordert.
Auch in anderen Bundesländern wurden immer wieder Aktivitäten
der HDJ beobachtet. Nach Feststellung der sächsischen Verfassungsschützer
stellt sich die HDJ als harmlose Pfadfindertruppe dar, obwohl sie in erster
Linie politische Ziele verfolgt. In ihrer Zeitschrift "Funkenflug"
lehne sie aggressiv die freiheitlich-demokratische Grundordnung ab. In
Sachsen habe es 2008 zwei bundesweite HDJ-Veranstaltungen gegeben, bei
denen die Teilnehmer meist einheitliche Kleidung getragen hätten.
In Bayern gab es laut Verfassungsschutz zu Ostern auf dem Privatgrundstück
eines HDJ-Aktivisten in Buhlsbach bei Ansbach (Mittelfranken) ein Sommerlager
mit 30 Teilnehmern. In Brandenburg veranstaltete die HDJ zuletzt 2006
sogenannte Märkische Kulturtage.
Nach Antworten der Bundesregierung auf zwei Kleine Anfragen der Bundestagsfraktion
der Linken zählte die Polizei von April bis Juni 7412 Teilnehmer
an 30 rechtsextremistischen Veranstaltungen. Im Quartal davor seien es
25 Kundgebungen mit 6482 Teilnehmern gewesen. "Mit der Lauheit im
Kampf gegen Neonazis muss endlich Schluss sein", forderte die innenpolitische
Sprecherin der Fraktion, Ulla Jelpke. Die FDP bekräftigte ihre Forderung,
die HDJ rasch zu verbieten
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