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Bundeswehr-Kriegerdenkmal: Planungswirrwarr für Null-Lösung nutzen

Kein "Ehrenmal" ist das ohnehin der beste Schutz für die Soldaten

Berlin (sk) - Die Bundeswehr hat sich mit den Planungen für den Bau eines
"Ehrenmals" offensichtlich übernommen: Ein Baubeginn ist derzeit nicht absehbar. Der
noch vor kurzem genannte Einweihungstermin am Volkstrauertag im November dieses
Jahres ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Das teilte das
Verteidigungsministerium heute auf Anfrage der innenpolitischen Sprecherin der
Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, mit. Die Detailplanung, so heißt es in dem
Schreiben, habe sich "länger hingezogen als ursprünglich erwartet worden war".
Termine für Grundsteinlegung und Einweihung könnten derzeit nicht genannt werden,
dazu müssten erst noch Abstimmungen erfolgen.

Dazu Ulla Jelpke: "Um nicht missverstanden zu werden, ich bin über die Unfähigkeit
der Bundeswehr, dieses so genannte Ehrenmal zu bauen, keineswegs traurig. Wir
brauchen keine verlogenen Kriegerdenkmäler, die der Öffentlichkeit vorgaukeln, die
im Dienst verstorbenen Soldaten seien "für Frieden, Recht und Freiheit" gestorben.
Tatsächlich werden sie für Machterhalt und Profit verheizt, ganz davon abgesehen,
dass die völkerrechtswidrigen Kriege, an denen die Bundeswehr beteiligt ist,
Tausende von Zivilisten das Leben kosten.

Die Bundesregierung zeigt sich indes unbelehrbar. Die Kritik am Baukonzept, die über
Hundert Historiker und Kunsthistoriker im vergangenen Jahr in einem Offenen Brief
geäußert haben, sei „nicht repräsentativ für die wissenschaftliche Diskussion“,
behauptet sie. Andere Stimmen vermag sie freilich nicht zu präsentieren.

Die beste Lösung für das selbstverschuldete Planungswirrwarr wäre eine Null-Lösung:
Kein "Ehrenmal". Und wenn die Bundeswehr auf Kriegseinsätze verzichtet, ist das
ohnehin der beste Schutz für die Soldaten."