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Erfundene
Vorwürfe
Gewerkschafter, Wissenschafter, Friedensaktivisten und Bundestagsabgeordnete
der Fraktion Die Linke erklären sich solidarisch mit den 49 Ägyptern,
denen wegen ihrer Teilnahme an Textilarbeiterprotesten in Mahalla im April
nun der Prozeß gemacht wird:
Wir, die Unterzeichnenden, erklären unsere Solidarität mit
den 49 ägyptischen Bürgern, die das Mubarak-Regime vor einem
Notstandsstaatssicherheitsgericht angeklagt hat. Sie sollen im April an
einem zweitägigen Aufstand in der Stadt Mahalla im Nildelta beteiligt
gewesen sein.
Am 6. und 7. April besetzten Mubaraks Sicherheitskräfte Mahalla –
Standort der größten Textilfabrik im Nahen Osten mit 27000
Arbeitern –, um einen Streik aufzulösen, zu dem die unabhängige
Gewerkschaft »Textilarbeiterbund« aufgerufen hatte. Der Streik
richtete sich gegen die rasant steigenden Lebensmittelpreise und forderte
eine Erhöhung des seit 1984 stagnierenden Mindestlohnss.
Die Sicherheitskräfte setzten scharfe Munition, Tränengas, Wasserwerfer
und Schlagstöcke gegen die friedlichen Demonstranten ein, die auf
die Straße gingen, nachdem der Streik aufgelöst worden war.
Sie töteten mindestens drei Menschen und verletzten Hunderte.
Gegen die 48 Männer und eine Frau werden erfundene Vorwürfe
erhoben, die sie zum Teil unter Folter zugegeben haben. Sie werden vor
einem Sondergericht angeklagt, dem laut internationalen Menschenrechtsgruppen
alle Standards für ein sicheres und gerechtes Verfahren fehlen.
Wir fordern von der ägyptischen Regierung, die Angeklagten sofort
freizulassen.
Erstunterzeichnerinnen und -unterzeichner: Hüseyin Aydin (MdB Die
Linke), Ute Beuck (Diplomsozialökonomin), Christine Buchholz
(Mitglied im geschäftsführenden Parteivorstand Die Linke), Werner
Dreibus (1. Bevollmächtigter IG Metall Offenbach, MdB Die Linke),
Wolfgang Gehrcke (MdB Die Linke), Joachim Guilliard (Journalist und Autor,
Heidelberger Forum gegen Militarismus und Krieg), Heike Hänsel (MdB
Die Linke), Claudia Haydt (Informationsstelle Militarisierung/IMI), Gerald
Kemski (Bundessprecher der AG Betrieb und Gewerkschaft, Die Linke), Gisela
Kessler (ehemalige Stellvertretende Vorsitzende der IG Medien und Frauensekretärin),
Prof. Dr. Mohssen Massarrat (Universität Osnabrück), Prof. Dr.
Norman Paech (MdB Die Linke), Bernd Riexinger (Geschäftsführer
im ver.di-Bezirk Stuttgart), Prof. Dr. Werner Ruf (Universität Kassel),
Heidi Scharf (1. Bevollmächtigte der IG Metall, Schwäbisch Hall),
Dr. Peter Strutynski (Bundesausschuß Friedensratschlag), Dr. Harald
Werner (Mitglied im Parteivorstand Die Linke), Sabine Wils (Bundessprecherin
der AG Betrieb und Gewerkschaft, Die Linke)
Wer den Aufruf unterstützen will, sende bitte eine E-Mail mit Namen
und Funktion/Position an solidaritaetmitmahalla49@gmx.net. Die Liste und
Nachrichten über den Verlauf des Prozesses werden auf der Internetseite
mahalla49.wordpress.com veröffentlicht.
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