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Schwere
Sicherheitsmängel Die atomkritische Ärzteorganisation
IPPNW hält die Politikerforderung nach Weiterbetrieb
angeblich sicherer Atomkraftwerke für absurd und konstatiert, daß
das Atomkraftwerk Biblis B mehr als 150 schwere Sicherheitsmängel
hat: Auch habe die Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) im Zuge der Auseinandersetzungen um Strommengenübertragungen festgestellt, daß die »Sicherheitsreserven« von Altanlagen wie Biblis vergleichsweise gering sind. »Das bedeutet, daß beispielsweise Kühlwassermengen, Reserven zur Notstromversorgung oder die Zahl der verfügbaren Pumpen zur Kühlung des Reaktorkerns vergleichsweise knapp bemessen sind«, so Paulitz. Paulitz verweist auch auf eine laufende Klage vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel, wo die IPPNW gemeinsam mit drei Klägern die Stillegung von Biblis B durchsetzen möchte. Gestützt auf offizielle Bewertungen von Reaktorsicherheitsexperten und Gutachterorganisationen habe man vor Gericht vorgetragen, daß der Altmeiler mehr als 150 schwere und praktisch nicht behebbare Sicherheitsmängel aufweise. Bei den mehr als 150 Sicherheitsmängeln von Biblis B handelt es sich nach Angaben der IPPNW nicht um vergleichsweise leicht behebbare Mängel wie falsch gesetzte Dübel. Es handele sich auch nicht nur um sogenannte Nachweisdefizite, die der Betreiber dann vielfach durch Rechnungen des TÜV oder des Anlagenherstellers Siemens »mehr oder weniger elegant vom Tisch wischen kann«. Paulitz: »Bei den von uns kritisierten Sicherheitsmängeln handelt es sich um ganz handfeste und schwerwiegende technische Schwachstellen, die der Betreiber, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auch nicht beheben kann.« Viele Mängel seien beispielsweise aus baulich-räumlichen Gründen oder weil es keine sichere technische Lösung gebe (z.B. Wasserstoffproblematik) teilweise gar nicht behebbar. Bei den Mängeln, die grundsätzlich behoben werden könnten, wäre ein umfangreiches Nachrüstprogramm für Biblis B laut IPPNW allein schon wegen der zeitaufwendigen Vorplanungen und Genehmigungsverfahren, wegen der zeitaufwendigen Durchführung vor Ort sowie wegen der Personalknappheit erfahrener Ingenieure – die derzeit u.a. auf der Neubaustelle in Finnland benötigt würden – absolut unrealistisch. »Der Betreiber RWE könnte in Biblis 20 Jahre lang nachbessern,
und selbst dann wäre das Altkraftwerk nicht runderneuert«,
so Paulitz. »Hinzu kommt, daß RWE natürlich überhaupt
nicht dazu bereit wäre, nochmals mehrere Milliarden Euro in die Beseitigung
der mehr als 150 Mängel zu investieren.« |
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