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Flüchtlingsabwehr heißt beschönigend
der Massenmord auf hoher See
Schäuble redet um den heißen Brei herum
Berlin (sk) - Die Aussagen von Bundesinnenminister
Wolfganbg Schäuble (CDU) zur
Flüchtlingsabwehr an den europäischen Außengrenzen im
Deutschlandfunk kommentiert Volker Beck, menschenrechtspolitischer Sprecher
der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.
"Die Aussagen von Wolfgang Schäuble zur
Flüchtlingsabwehr an den europäischen
Außengrenzen sind zynisch und skandalös beschönigend.
Er redet um den heißen Brei
herum.
Auch auf hoher See und an Bord von Schiffen und
Flugzeugen der europäischen
Grenzschutzagentur Frontex muss der Schutz der Genfer Flüchtlingskonvention
und der Europäischen Menschenrechtskonvention ohne Abstriche gelten!
Seit vielen Jahren ertrinken, verhungern oder verdursten
tausende Männer, Frauen,
Kinder und Jugendliche elendig bei dem Versuch, mit seeuntüchtigen
Booten über das
Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Und der Bundesinnenminister weiß
zur Praxis von Frontex, der Europäischen Agentur für die operative
Zusammenarbeit an den
Außengrenzen, nichts Besseres zu sagen, als dass er nicht weiß,
ob die
Mittelmeeranrainer sich an die gemeinsame europäische Politik der
Rettung und des
Schutzes von Flüchtlingen halten. Soviel Unzuständigkeit war
selten.
Während der Innenminister so tut, als sei
Deutschland bei Frontex an einem
karitativen Unternehmen beteiligt, hat das Bundesinnenministerium in einem
Schreiben
an den Menschenrechtsausschuss in Zweifel gezogen, dass Bundesbeamte im
Rahmen der Frontexeinsätze an das humanitäre Völkerrecht
und an die menschenrechtlichen
Garantien des Grundgesetzes gebunden seien. Dabei heißt es in unserer
Verfassung
unmissverständlich: "Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Sie zu achten und zu
schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." Frontex
übt ja wohl nicht
nicht-staatliche Gewalt aus.
Gleichzeitig verweigert die Bundesregierung konkrete
Auskünfte über die Arbeit von
Frontex, so auf unsere Kleine Anfrage zu "Teilnahme Deutschlands
an
FRONTEX-Grenzschutzoperationen im Jahr 2007". Weder Bundestag noch
Europaparlament
verfügen über detaillierte Informationen über das Treiben
von Frontex. Das muss
anders werden. Warum scheut die Bundesregierung die Transparenz von Frontex,
wenn die Aussagen von Herrn Schäuble zum primären Rettungsauftrag
auf hoher See mit der Praxis übereinstimmten?"
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