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Stadtzeitung


 

Rote Fahne weht über blauer Saarbahn

„Rot Front Genossinnen und Genossen“

Von Claude Michael Jung


Der Paukenschlag der 220 Saarbahnerinnen und Saarbahner in DIE LINKE einzutreten, löste beim diesjährigen Sommerloch an der Saar eine kräftige Eruption aus. Parteichef Lafontaine sprach gar von einem weihnachtlichen Gefühl bei schwülwarmen
Temperaturen. Ein Saarbrücker Lackierermeister hofft insgeheim auf einen Großauftrag, um das blasse Blau der Saarbahnen und Busse im Saartal in ein kräftiges
Rot umzuwandeln und die Saarpolitik hat der Cup des Betriebsratsvorsitzenden der Saarbahn-GmbH und seiner fahrenden Frauen und Männer glatt vom Sockel gehauen.

Am Ufer der Saar wurde bereits wenige Minuten nach der Verkündigung des Paukenschlags, laut eine alte linke Forderung erneuert, die schon zu Zeiten der PDS
Einzug in die saarländische Presselandschaft gehalten hatte. Damals hatten die roten Socken gefordert, die Saarbahnzüge nach prominenten Saarländern zu benennen und dabei nicht vergessen, jenen Mann, der es sogar zum Staatsratsvorsitzenden eines deutschen Staates gebracht hatte, zu erwähnen.

Derweil dachte der saarländische Thekenphilosoph Max Flabbes in der Saarbrücker Kneipe „Zum blauen Papagei“ darüber nach, ob er denn die nette Brünette am Lenkrad
seines Lieblingsbusses in Zukunft mit Frau Genossin anreden darf und dem blonden Gift von der Fahrscheinkontrolle künftig die linke Faust zum roten Gruß vor die Nase halten soll. Fest steht jedoch für Max Flabbes, nur DIE LINKE kann erfolgreich den
Auswüchsen der kapitalistischen Machenschaften Paroli bieten. So hat der Thekenphilosoph bereits einen bundesweiten Aufruf an alle Biertrinker initiiert, im
kommenden Herbst, wenn wieder einmal die Preise für die geliebte Krawallbrause steigen sollen, geschlossen in DIE LINKE einzutreten. Nach Berechnungen von Max
Flabbes würde DIE LINKE mit Hilfe der bundesdeutschen Biertrinker zur größten Volkspartei der Republik werden und obendrein noch die CSU in Bayern zur politischen Sekte ohne Bedeutung degradieren.

Unterdessen hat das Präsidium der saarländischen Sommerlochakademie eine erste Hochrechnung erstellt, wonach im Saarland ein Kurswechsel im Frühjahr und Herbst 2009 unter linker Führung unausweichlich ist. Was den Saarbrücker CDU-FDP- Stadtrat angeht, der derzeit mit einer Stimme Mehrheit das Tafelsilber der Landeshauptstadt noch schnell unter Wert verscheuern will, sollen die Freifahrtscheine der Saarbrücker Verkehrsbetriebe für dessen Abfahrt bereits ausgestellt sein. Für den Abgang von CDU Landesfürst Peter Müller und seinem Hofstaat der Tatenlosigkeit
sollen im Herbst sogar Sonderbusse kostenlos bereit gestellt werden.