Antirekrutierungsveranstaltungen
am 15. Mai 2008
vor Arbeitsagenturen
in
Kaiserslautern und Pirmasens
Kaiserslautern/Pirmasens (sk) - Aktion vor der Arbeitsagentur in Kaiserslautern
am
15.05.2008 von 13.00 – 18.00 Uhr, veranstaltet von der Friedensinitiative
Westpfalz (FIW) und der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
(DFG-VK) Landesverband Rheinland-Pfalz.
Anlässlich des Internationalen Tages der Kriegsdienstverweigerung
(15.05.), der in
diesem Jahr unter dem Motto Antirekrutierung (counter-recruitment) steht,
wird bundesweit das Augenmerk auf die spürbar verstärkten Anstrengungen
der Bundeswehr um Nachwuchswerbung gelegt. Ihr jährlicher Bedarf
an Zeitsoldaten von rund 23.000
konnte im Jahr 2006 nur noch zu 90% gedeckt werden. So wurde eine hochprofessionelle
eigene Werbeagentur „Zentrale Messe und Eventmarketing Bundeswehr
(ZeMEMBw)“gegründet, und es touren sog. „Karrieretrucks“
mit „Eventmodulen“ wie Kletterwänden, Konzerten und anderen
Events durch die Republik.
In diesem Jahr ist die „Karriere-Tour“ 41-mal in den Städten
anzutreffen, meist auf
zentralen Plätzen, die Kosten sind mit 1,3 Millionen Euro über
30% höher als im
Vorjahr. Gleichzeitig erforscht das Sozialwissenschaftliche Institut der
Bundeswehr (SOWI) die Motivation und die Interessen der Jugendlichen,
um diese gezielt bedienen zu können.
Zieht man in Betracht, dass die Kürzung von Sozialleistungen wie
Hartz IV und
Wohngeld am stärksten die jungen Erwachsenen unter 25 Jahren trifft,
ist
festzustellen, dass diese Politik junge Menschen geradezu in die Arme
der Militärs
treibt. Letztere bieten ihnen eine ganze Palette von 56 Ausbildungsberufen
oder ein
Studium mit einem attraktiven Gehalt von Anfang an, um den Preis, sich
langjährig zu
verpflichten und davon mindestens ein Jahr „im Ausland“ abzuleisten.
Das
tatsächliche Risiko in den dortigen Kriegsgebieten in bewaffneten
(Kampf-)Einsätzen in Uniform zu sterben, wird verschleiert, um nicht
zu sagen „totgeschwiegen“.
Da am 15. Mai 2008 „Karriere-Berater“ der Bundeswehr in den
Arbeitsagenturen
Kaiserslautern und Pirmasens die ihnen übertragene Aufgabe erfüllen,
werden wir und
die Friedensinitiative Pirmasens vor den jeweiligen Arbeitsagenturen die
Beratung um
die fehlenden Aspekte ergänzen mit Aktionen wie Probeliegen in einem
Sarg, das
Verteilen von Friedensballons und vielfältigen Informationen. Es
ergeht herzliche
Einladung an die Presse und die interessierte Öffentlichkeit
|