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Das Kapital lesen!
Aus Anlaß des 190. Geburtstages von Karl-Marx kündigte der Studierendenverband Die Linke.SDS am Montag an, eine neue Kapitallesebewegung zu organisieren:Der Studierendenverband Die Linke.SDS plant ab dem Wintersemester 2008/09 das bundesweite Projekt »Das Kapital lesen!« In selbstorganisierten Lesekreisen soll der Klassiker von Karl Marx an den deutschen Hochschulen neu gelesen werden. Ziel ist es, in allen Bundesländern vertreten zu sein.
Dazu erklärt Erik Richter, Mitglied im Bundesvorstand von Die Linke.SDS: »Während die letzten marxistischen Lehrstühle gestrichen oder anders besetzt werden, wollen wir Marx zurück an die Uni und auch an die Fachhochschulen bringen.«
Nele Haas, eine der Organisatorinnen des Projektes, weist auf die Verbindung zu heutigen politischen Bewegungen hin: »Zum G-8-Gipfel letztes Jahr gingen Zehntausende Studierende und junge Menschen auf die Straße, um ihre Unzufriedenheit mit dem bestehenden System auszudrücken. In ihrem Kampf gegen Studiengebühren besetzten Tausende hessische Studierende Autobahnen und Bahnhöfe. Es gibt eine neue Aktivistengeneration, der wir das notwendige theoretische Werkzeug an die Hand geben wollen, um die Gesellschaft zu verändern. Die fundierte Analyse und Kritik des Kapitalismus ist eine zentrale Voraussetzung, um ihn emanzipatorisch zu überwinden.« Die Linke.SDS wird dabei unterstützt von einigen der bekanntesten kritischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland, so z. B. Elmar Altvater, Sabine Nuss, Frank Deppe oder Michael Heinrich. (...)
Musikalisch – Poetischer Abend mit Marie-Laure & Rüdiger Französische Chansons und deutsche Poesie, dargeboten von dem Deutsch – Französischem Duo Marie Laure & Rüdiger (ehemals Paris & Hamburg) Stimme über Sie: „Was für eine Stimme diese Frau hat: tief, voll, warm, irgendwie mütterlich… keine allürenbehaftete Diva, sondern eine bodenständig wirkende Frau mit überzeugender Ausstrahlung“ (SZ)

Über Ihn: Seine selbstgedichteten Nonsensereime (auch Limericks von der Saar) sind eher hintersinnig und zudem meisterhaft gedrechselt“ (SZ) MARIE LAURE u. RÜDIGER beweisen zusammen stets auf`s neue, wie kurzweilig deutsch – französisch-saarländischer Kulturaustausch sein kann : Freitag, dem 30. Mai 08 um 21.00h in der Saarbruecker - Kultur - Salon bei den „Winzern“ Saarbrücken, Martin Lutherstr. 5, Tel.: 0681/583816 oder 0175/8805494, VVK: Tourist-Information Saarbrücken Rathaus St. Johann, 66111 Saarbrücken, Telefon: 0681 / 938090 Karten auch im Internet unter http://www.ticket-regional.de/kir

Stadtzeitung Mai 08

Aus dem Inhalt

Das Saarland steht vor einem verregneten Sommer. Linke und Sozis sind an der Misere schuld ................

Der oberste Verfassungsfeind sitzt im Innenministerium .............................

Drei Verletzte bei Schlägerei nach Konzert im saarländischen Neunkirchen Rechte Jugendliche werfen erneut Fensterscheiben im Neunkircher Juz ein .......

Volle Tanks – leereTeller.......

Broschüre „Saarland heute - Statistische
Kurzinformationen 2008“ erschienen ........


Innenministerkonferenz: Statt Kampf gegen Rechts Kampf gegen Bürgerrechte Online-Durchsuchung ist ein Angriff auf die Grundrechte .....

Barkasse gegen Fregatten
Antimilitaristische Demonstration bei Hamburger Hafenfest
............

Wortmeldung von Fidel Castro ................

Lediglich medizinische Notfallversorgung und Anspruch auf physisches Existenzminimum sind eine Schande für das reiche Deutschland .................

Saarland steigert sich CDU Landesregierung kann zweithöchsten Schuldenzuwachs verbuchen ...

US-Militär fliegt verstärkt Nachschub über Flughafen Hahn ........................

Betonskulpturen "Marx Brothers" in Karl-Marx-Haus enthüllt
Ein Gespenst soll Besucher bei ihrem Gang durch das Museum überraschen und ein ...........................................
bisschen erschrecken.

Diskussion zum 60. Jahrestag der Gründung des Staates Israel mit der Buchautorin Sylke Tempel Berlin/Jerusalem ...................

Bücherverbrennung und Heuchelei ::::::::::::::::::::

Erneut großer Schlussverkauf im Saarland geplant Verkauf der Völklinger Verkehrsbetriebe gleicht einer Wild-West-Akt :::::::::::::::::::

Heulen und Zähneknirschen bei Saar CDU
CDU, SPD und Grüne im Saarland bald im schwarzem Loch verschwunden ...........

Neokolonialismus im grünen Mantel
Bundesumweltminister Gabriel packt den Hunger in den Tank ...........................

„Gurs – Erinnern und Gedenken“ - Andenken an eine Reise mit schrecklichem Ziel ...............................

Bundesregierung duldet rechten Korpsgeist im Kommando Spezialkräfte (KSK) .......................

DGB-Gedenkaufruf zum 2. Mai 1933......

Prominenter Zuwachs bei den Saar-Linken .........

68 aus dem Archiv .......

Indianerführer solidarisch mit Mumia Abu-Jamal ............

Nicht hinnehmbar
Die Menschenrechtsorganisation FIAN kritisiert die Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung an Dr. Paulo Celso Pinheiro Sette Câmara zum IX. ...............

Regionalverband will Saarbrücker Schloss verkaufen
LINKE will Think Thank Center einrichten .........................................
Von Claude Michael Jung

Wen schert eigentlich noch die Pressefreiheit? ROG: BND-Überwachung von Journalisten muss aufgeklärt werden ........

Deutsche und französische Jugendliche treffen Nazi-Opfer Der braune Mob darf jedoch gleichzeitig in der Pfalz ungehindert marschieren .........

BKA auf Hausbesuch .....

Maos Erben an der Saar...

Kein Geld zur Rettung des Planeten? - 9.UN-Umweltgipfel in Bonn (19.-30.5.2008):
Gastgeber Deutschland setzt im Vorfeld die falschen Signale
..........

Grußadresse an Mumia Abu-Jamal. Am Montag veröffentlichte das P.E.N.-Zentrum Deutschland eine von rund 120 Mitgliedern unterzeichnete Grußadresse an Mumia Abu-Jamal .........

Atomreaktoren: Fünf Jahre Haft für Gutachten - Veröffentlichung?
Bürgerinitiative solidarisch mit kriminalisiertem französischen Atomkraftgegner
..................

Saarländer sollen Kuckuck suchen Klimawandel mach auch dem Wappentier der Gerichtsvollzieher zu schaffen .......

Anschlag auf das Büro des Bundestagsabgeordneten Hans Kurt Hill Polizei geht von politisch motivierter Straftat aus ....

Neunkircher `Bündnis gegen Rechts’ kritisiert mangelnde Umsetzung der
UN-Antirassismuswochen
......

Der nächste Dalai Lama ist Saarländer...

Offener Brief an Christa Müller zu Ihrem Interview in Spiegel-Online am 11.02.2008 Christa Müller ist Vorsitzende von (I)NTACT und familienpolitische Sprecherin der LINKEN im Saarland ....................

Filmfestival „e-clips“ ..................

Warum brennen noch keine Saarbrücker Vororte ?
29. Mai 2008: „Das Historische Quartett“ zu „Brennenden Vorstädten – Gewalt in der U-Bahn“ ..........

"Von Heiligendamm nach Trier" So der Titel der Diskussionsveranstaltung zu Perspektiven von zivilem Ungehorsam und
gewaltfreier Aktion am Mittwoch 28. Mai um 20 Uhr ..............................

Der Körper im Gebirge
Am Donnerstag, dem 29. Mai 08 findet um 20.00h ......................

Doppelkonzert:
(shield) und Veith & Kirsch
.........

Antirekrutierungsveranstaltungen am 15. Mai 2008 ...................

Duane-Hanson-Finale mitkostenfreiem Eintritt am Pfingstmontag im Weltkulturerbe ........

Fachvortrag über Style-Codes der Neonaziszene ...............

Ein Engel auf Erden
Amanda Rogers und Band live im Juz Neunkirchen
.................

Integration
Tagung im Saarbrücker Schloss beschäftigt sich mit der Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt .......................

Am 1. Mai 2008 Kein Nazi-Aufmarsch in Kaiserslautern .........


Verbraucherpreise im Saarland gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent gestiegen Hartz IV Empfänger können durch Preisrückgang bei Pauschalreisen, sowie Telefon- und Faxgeräten profitieren
UN-Umweltgipfel in Bonn - Ein Bollwerk gegen Naturkatastrophen

WWF-Studie: Schutzgebiete mildern die Folgen von extremen Wetterereignissen

Bonn (sk) - Die Zerstörung von Küsten, Wäldern und Flusslandschaften ist einer der wichtigsten Gründe für die verheerenden Folgen extremer Wetterereignisse. Hingegen können Schutzgebiete dazu beitragen, die Zahl der Opfer und die Höhe der Schäden durch Stürme oder Fluten deutlich zu verringern. Dies geht aus einem neuen Report hervor, den der WWF am heutigen Dienstag auf dem Bonner UN-Umweltgipfel vorgestellt
hat. „Schutzgebiete sind ein Bollwerk gegen Naturkatastrophen. Natürlich können sie weder Fluten noch Stürme verhindern. Aber sie mindern die Schäden oft deutlich“, so WWF-Experte Jörg Roos. Der WWF-Report untersucht Flutkatastrophen, Hitzewellen, Waldbrände, den Tsunami im Indischen Ozean und den Hurrikan Katrina.

Durch die Abholzung der Wälder kommt es zu gefährlichen Bodenerosionen und Schlammlawinen. Zerstörte Korallenriffe, Mangrovenwälder und Dünenlandschaften führen dazu, dass bei Stürmen und extrem hohen Wellen mehr Menschen sterben und mehr
küstennahe Infrastruktur wie Häuser, Straßen oder Industrie zerstört wird, so der WWF. Die Weltbank schätzt, dass mehr als 3,4 Milliarden Menschen den Risiken extremer Wetterereignisse ausgesetzt sind. In den letzten 50 Jahren haben sich die Folgen solcher Ereignisse verschärft. Ein Grund dafür ist der Verlust gesunder Ökosysteme.

So hat sich nach Angaben des WWF die Wucht der Wellen, die auf die Seychellen treffen, durch den Verlust von Riffen und Anstieg des Meeresspiegels verdoppelt. In den kommenden Jahren wird sich dieser Effekt weiter verstärken. Opferzahlen und
Zerstörungen durch den Tsunami waren in den Küstengebieten geringer, wo Riffe und
Mangrovenwälder bereits wirkungsvoll geschützt werden. Die Elbeflut von 2002 verursachte Schäden in Höhe von 90 Milliarden Euro. Ein Grund: Fast 80 Prozent der natürlichen Überflutungsflächen entlang der Elbe sind bereits verloren. Monokulturen wie Eukalyptusplantagen führen in der Mittelmeerregion zu mehr und sich schneller ausbreitenden Waldbränden.

Der WWF-Report nennt auch positive Beispielen für einen natürlichen Katastrophenschutz. 1,1 Millionen US-Dollar haben vietnamesische Gemeinden in die
Wiederaufforstung von Mangrovenwäldern investiert. Im Gegenzug sparten sie 7,3 Millionen US-Dollar für den Deichbau. Während des Taifuns Wukong im Jahr 2000 hatten diese Gemeinden deutlich weniger Opfer und Zerstörungen zu beklagen als Nachbarregionen. Die Schweiz schützt 17 Prozent ihrer Waelder, um der Lawinengefahr vorzubeugen. Der Wert dieser Schutzleistung wird auf 2 bis 3,5 Milliarden US-Dollar
geschätzt. „Naturschutz ist aktiver und konkurrenzlos preiswerter Menschenschutz“, resümiert WWF-Experte Roos. „In Bonn geht es nicht nur darum, die Artenvielfalt zu retten. Die Staaten müssen die vielfältigen Leistungen der Natur für künftige
Generationen erhalten.“

1. Mai 2008

Das Projekt "Emanzipation Sozial - ES" erwartet, dass der DGB - Saar sich in aller Radikalität gegen die Verarmungsgesetze der AGENDA 2010 wendet und für eine bedingungslose, ohne wenn und aber, Rücknahme der Hartz IV Gesetze kämpft. Keine Stimme für Hartz IV Partein !!! Das Projekt ES
befürchtet, dass der DGB lieber, wie all die Jahre, auf Gassenhauer schunkelt.

DGB Saar am Tag der Arbeit in der Stadtmitte am Fluss
"Protest und Fest" am 1. Mai ab 12 Uhr vor dem Staatstheater

Erstmals feiert der Deutsche Gewerkschaftsbund Saar seine zentrale
Festveranstaltung am 1. Mai auf dem Platz vor dem Saarbrücker Staatstheater
(Tblisser Platz). Das diesjährige Mai-Motto des DGB lautet: "Gute Arbeit muss
drin sein!"
Getreu der Devise: "Protest und Fest" präsentiert der DGB Saar ein buntes
Kinderprogramm auf den Saarwiesen, u.a. mit dem Puppenthater Dieter Kussani
und dem Stück: "Ball im abseits!" sowie dem Spielmobil Duff-Daff, das seinen
Standort neben dem Spielplatz hat.

Wie jedes Jahr startet um 11 Uhr ein Demonstrationszug am Saarbrücker
Schlossplatz. Dort schenkt die ver.di-Jugend frisch gebrühten Kaffee aus und
informiert über den fairen Handel.
Gegen 12 Uhr beginnen dann auf dem Tblisser Platz die politischen Reden des
DGB-Saar-Vorsitzenden Eugen Roth sowie Gastredner Konrad Freiberg, dem
Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Gegen 13 Uhr leitet mit Florian Schröder eines der größten Talente des jungen
politischen Kabaretts den kulturellen Teil auf der großen Bühne ein. Schröder
ist u.a. Preisträger der St. Ingberter Pfanne, ein begnadeter Stimmenimitator
und bissiger Kommentator des politischen Geschehens.
Nach ihm heizt die Soulfamily ein, Deutschland größte Soul-Band (mehr als ein
Dutzend Musiker) mit ihrem Frontman "Mr. Moose".
Einen Mix aus Comedy und Musik zelebriert Moses W. Der Musik-Comedian ist
u.a. bekannt aus der Sendung "NightWash".
Zum Abschluss rocken Casino Zero bis in den frühen Abend. Die Nachwuchsband
vertrat das Saarland bei Stefan Raabs "Bundesvision Song Contest".

Erstmals gibt es am 30. April ab 18 Uhr eine Vorabend-Veranstaltung von
Kirchen und Gewerkschaften im großen Zelt auf dem Tblisser Platz. Unter dem
Titel "Gute Arbeit muss drin sein! Den Himmel erden." diskutieren u.a. Eugen
Roth (DGB), Oberkirchenrat Wilfried Neusel (Ev. Kirche im Rheinland) sowie
Hans Casel (Bistum Trier) mit dem Publikum. Für eine fachkundige Moderation
garantiert SR-TV-Chefredakteur Norbert Klein.

Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenlos. Mai-Pins sind bei den
Gewerkschaften und am Infostand des DGB Saar für 1,- Euro erhältlich.

FEIERN ZUM ENDE DER NAZI-HERRSCHAFT

Das Jubiläum der Niederlage der NS-Diktatur am 08. Mai 1945 wird in diesem Jahr vom Bündnis gegen Rechts in Neunkirchen mit drei Veranstaltungen gewürdigt.


Am Mittwoch, dem 07. Mai, 19.00 Uhr im KOMM (Kleiststraße 30b, neben Bachschule):
VERLIERER DES KRIEGS - SIEGER IM FRIEDEN


In dem Vortrag und dem anschließenden offenen Gespräch wird es um die verschiedenen Phasen deutscher ergangenheits"bewältigung" gehen. Insbesondere sollen auch ökonomische und psychologische Gesichtspunkte zur Sprache kommen.
Referent: Hartmut Regitz.
>
> Am Donnerstag, dem 08.Mai, ab 16.00 Uhr auf dem STUMMPLATZ:
> KUNDGEBUNG mit Samba-Musik und kurzen Redebeiträgen (angefragt ist u.a. auch OB Friedrich Decker)
>
> 08. Mai, ab 19.00 Uhr in der Stummschen Reithalle:
> KULTUR GEGEN RECHTS mit
> Wolfgang Winkler (Interpret von Brassens, Moustaki u.a.)
> Liedstöckl (Folk)
> Schlagwort (HipHop)
> Der Eintritt ist frei, und zur Siegesfeier wird zur Begrüßung ein Glas Sekt kredenzt.

Mindestlohn allein bewahrt nicht vor Altersarmut Kritik am Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) der SPD Ottmar Schreiner Berlin (sk) - "Die SPD-Führung streut den Menschen Sand in die Augen mit ihrer Behauptung, der SPD-Mindestlohn reiche aus, um dauerhaft vor Altersarmut zu schützen", kommentiert Volker Schneider die Forderungen des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) Ottmar Schreiner. neben dem Mindestlohn auch eine Mindestrente einzuführen. Der rentenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE weiter: "Schreiner fürchtet, dass auch ein Mindestlohn von 7,50 Euro viele Menschen nicht vor Altersarmut bewahrt. Dem Manne kann mit Fakten geholfen werden: 7,50 Euro Stundenmindestlohn bedingen bei einer Vollzeitbeschäftigung ein Monatseinkommen von 1.300 Euro brutto. Dies entspricht bei heutigem Renteneintritt einer Bruttorente von 627 Euro. Ab 2030 werden es dann nur noch 512 Euro sein. Fazit: Der Mindestlohn allein wird also nicht nur viele nicht vor Altersarmut bewahren, sondern keinen. Deshalb muss zudem die Rentenformel so geändert werden, dass die gesetzliche Rente wieder der Lebensstandardsicherung dient. Mit all den Dämpfungs-, Nachhaltigkeits- und Riester-Faktoren der maßgeblich von der SPD getragenen Rentenkürzungsreformen kann das nicht gelingen. Sie gehören deshalb abgeschafft."
Die vergessene Arbeiterklasse«
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) beshäftigt sich mit den Ursachen des Niederlagangs der britischen Labour-Partei bei den jüngsten Kommunalwahlen:

Seit New Labour 1997 an die Macht gekommen ist, wurden in Großbritannien eine Million Arbeitsplätze in der verarbeitenden Industrie gestrichen und durch Stellen im Dienstleistungsgewerbe ersetzt, für die jedoch oft eine bessere Ausbildung erforderlich ist. In die noch bestehende verarbeitende Industrie, das Handwerk, die Landwirtschaft und in viele andere Jobs zog es unterdessen Tausende billiger Arbeitskräfte aus Osteuropa, die oft das Lohnniveau bis auf den Mindestlohn drückten.

Übrig bleibt eine soziale Schicht, die entweder arbeitslos ist oder angesichts der steigenden Energie-, Wohn- und Lebensmittelkosten trotz ihres Lohns kaum noch über die Runden kommt. (...)

Die britische Gesellschaft spaltet sich abermals: Die neue Mittelklasse schaut auf die weiße Arbeiterklasse herab. Es gilt als gesellschaftlich unerhört, Kritik an ethnischen Minderheiten zu üben. Lästern über die »Chavs«, die »Hoodie-Kultur« und die »Asbo-Generation« (anti social behaviour) ist weit verbreitet, wie dieses neue Vokabular zeigt. Dabei erhebt sich die politisch korrekte »middle class« über den vermeintlichen Rassismus und die Ausländerfeindlichkeit der »working class«. Sie vergißt dabei aber, daß es gerade die benachteiligten Schichten sind, die auf engstem Raum mit ethnischen Minderheiten zusammenleben und -arbeiten.

Die Politik hat viel versprochen, aber wenig gehalten. Die New-Labour-Regierung redet seit mehr als zehn Jahren über bessere Schulausbildung, Kampf gegen Kinderarmut und erfolgreichere Berufsausbildung. Aber die wohlgemeinten und teuer bezahlten Initiativen erreichen die unterste Gesellschaftsschicht nicht. (...) Traurig sind die Resignation und Ergebenheit, mit der die »lower class«, wie sie in Großbritannien mitunter gar genannt wird, ihr Schicksal trägt, oft sogar mit Stolz und falsch verstandener Loyalität. Gegenüber dem Kult um die neue Mittelschicht, den Chancen in der Finanzwelt der Londoner City, dem angeblich für jedermann erreichbaren Reichtum sind die Klagen der »white working class« verstummt. (...) Seit Jahrzehnten war der Unterschied zwischen Arm und Reich in Großbritannien nicht so kraß, wie er heute ist. New Labour hat den von den Konservativen vorbereiteten langen Aufschwung nicht genutzt, dieser benachteiligten Gesellschaftsschicht einen Weg aus dem Kreislauf anhaltender Armut und Chancenlosigkeit aufzuzeigen und sie besser auf einen Konjunkturabschwung und die Inflationsgefahren vorzubereiten, die Großbritannien nun drohen.