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Für Ärzte und Erzieher ist der Nikolaus eher ein abschreckendes Beispiel - Kumpanei mit Knecht Ruprecht wirft viele Fragen auf

Von Claude Michael Jung

Im Grunde genommen ist der heilige Nikolaus ein Taugenichts. Dies bestätigen unabhängig voneinander zahlreiche Nikolausforscher. Schon der griechische Tavernenphilosoph Promillaos von Apameia sah in dem ehemaligen Bischof von Myra eine zwielichtige Gestalt, die einmal im Jahr als Kinderschreck durch die Welt spukt.

Der niederländische Nikolausforscher Henk van Bottlebeer hält den Nikolaus gar für einen Hochstapler, der sich selbst zum Schutzpatron der Jungfrauen, Rechtsanwälte, Richter, Schüler, Lehrer, Wirte, Fischer, Feuerwehrleute, Bierbrauer, sowie Halunken und Halsabschneider aller Art und Kaliber ernannt hat. Als Schutzpatron der Seeleute sei der olle Knabe nachweislich ein Versager ersten Ranges, betont Henk van Bottlebeer und verweist auf eine ganze Reihe von Schiffskatastrophen und Unfällen mit Jungfrauen seit der frühen Antike. Henk van Bottlebeer sieht im Nikolaus zurzeit gar einen Osama Bin Laden der Meere, der sich jetzt auch noch zum Schutzpatron der Piraten und Freibeuter erhoben hat. Van Bottleber geht sogar noch einen Schritt weiter und behauptet, der Nikolaus sei derzeit vor der Küste Ostafrikas unter die Piraten gegangen. Dies habe ihm ein Kerl namens Klabautermann in einer Amstedamer Kneipe anvertrtaut.

Als vollkommen unzeitgemäße und fragwürdige Gestalt wird der Nikolaus von zahlreichen Gesundheitspolitikern und Ärzten angesehen. Eltern machen sich die Mühe und predigen ihren Kindern in Sachen Süßigkeiten Enthaltsamkeit. Ärzte warnen vor Karies und Zahnausfall. Bereits zehnjährige Vielfraße haben durch unkontrollierte
Aufnahme von Süßigkeiten statt einem Gebiss eine Ruinenlandschaft im Mund und können als 13jährige nur noch Suppe durch den mittlerweile zahnlos gewordenen Schlund schlürfen. Trotzdem beschenkt sie der Zuckerlobbyist Nikolaus statt mit frischen Obst mit den Produkten der Zuckerindustrie, so die Anklage.

Pädagogen dagegen halten den Nikolaus für einen Kerl, der auf die schiefe Bahn geraten ist. Alleine die Gesellschaft eines notorischen Gewalttäters wie Knecht Ruprecht zeige, dass es mit der sogenannten Heiligkeit des Nikolaus nicht sehr weit her sein kann. Der Saarbrücker Rechtsanwalt Karl Heinz Bechermann sähe den Nikolaus, samt seinem prügelnden Wiederholungstäter Ruprecht, der auch in den Niederlanden schon als Schwarzer Peter unangenehm aufgefallen ist, am liebsten in Sicherungsverwahrung hinter Gittern. Für Rechtsanwalt Bechermann gehört der Fall Nikolaus zur Aburteilung vor das höchste internationale Satiretribunal.

Unterdessen mischt sich die Politik in die Affaire Nikolaus ein. Für die CSU steht fest, dass der Nikolaus als letzte Instanz der Kindererziehung erhalten bleiben muss. So ähnlich sieht das auch die Schwesterpartei CDU auf ihrem Parteitag in Stuttgart. Die Sozis sind wie immer geteilter Meinung. Sozenchef Münte möchte den
austreten gegangenen Wolfgang Clement gerne als Knecht Ruprecht der SPD behalten, während Kreise um Andrea Nahles den Nikolaus lieber ganz aus der Partei ausschließen wollen. Von den Linken war zu hören, dass ein gewisser Nikolaus gefälligst mal seine ausstehenden Mitgliedsbeiträge rüberschieben soll.

Schweres Geschütz fuhren die Grünen auf. Ein Sprecher sagte dem Magazin Zappenduster, solange der Nikolaus den lieben Plagen fair gehandelte Zuckerprodukte, am besten aus regionalen Wirtschaftskreisläufen, zwischen die Zähne schieben würde, sei an seine Abschaffung nicht gedacht. Sollten atheistische Kreise jedoch den Nikolaus abschaffen, so werde künftig ihre Vorsitzende Furie Claudia Roth den Kindern in aller Welt alleine klar machen, warum Zuckerbrot und Peitsche aus dieser Welt nicht wegzudenken sind.