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Milliardenklage gegen den Vatikan angestrengt

Papst Benedikt XVI. wird wohl den Offenbarungseid leisten müssen


Von Claude Michael Jung


Als einzig legitimer Nachfahre des Templerordens hat die Gemeinde Großhumpendorf an der oberen Saar, Papst Benedikt XVI. auf vollständige Rehabilitierung für den, vor fast 700 Jahren von Papst Clemens V. aufgelösten Orden der armen Ritter vom
salomonischen Tempel, vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strasbourg verklagt. Aus Raffgier und Habsucht habe der Papst damals den Orden der Tempelritter aufgelöst und sich einen Großteil des Vermögens gemeinsam mit dem französischen König Philipp IV. unter den Nagel gerissen, heißt es in der heute
bekannt gewordenen Klageschrift. Ein großer Teil der Tempelritter floh damals auf die Humpemburg an der oberen Saar, wo ihre Nachfahren bis heute noch hausen und schmausen.

Im Namen seiner Kommune fordert Bürgermeister Edgar Lump den Vatikan auf, unverzüglich das heute auf mehrere 100 Milliarden EURO geschätzte Vermögen der Templer wieder herauszurücken. Bürgermeister Lump bestätigte an der langen Theke in
Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen, die Anwaltskanzlei Kuckuck und Winkelzug vertrete die Saarkommune vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und es bestünden hervorragende Aussichten das Oberhaupt der katholischen Kirche zu zwingen, das
unrechtmäßig erworbene Beutegut an die Großhumpendorfer Erbengemeinschaft zurückzugeben.

Die Klageschrift richtet sich direkt gegen Papst Benedikt XVI., mit der Begründung, er sei als amtierender Pontifex Maximus der direkte Nachfolger von Clemens V. und somit für das Verbrechen haftbar zu machen. Wie Kommunechef Edgar Lump betonte, werde er für den Fall, dass der Papst zahlungsunfähig sei, notfalls den Petersdom
und die Tiara, die Krone des Papstes, die diesen als Herrscher über den Himmel, die Erde und die Bank des Vatikan ausweise, durch einen Gerichtsvollzieher pfänden lassen.

Mit einer Oberfläche von knapp 44 Hektar ist die Vatikanstadt der Winzling unter den Staaten der Erde, sowohl was die Einwohnerzahl als auch seine Ausdehnung betrifft. Der Priesterstaat wurde 1929 eigenständiges Staatsgebiet, Gemeinsam ausbaldowert haben dies damals in einem Konkordat Papst Pius XI. und sein italienischer Gönner Benito Mussolini, der dafür angeblich ein prima Platz im Himmel bekommen haben soll. Davon ist der Großhumpendorfer Chronist, Studienrat Ernst Nonsen jedenfalls felsenfest überzeugt.

Derzeit schlägt der Puls bei allen Einwohnern Großhumpendorfs Kapriolen. Denn der Vatikan ist immer noch Sitz des letzten absolutistischen Monarchen auf der Welt. Als Staat prägt der Vatikan Münzen und gibt Briefmarken heraus. So kann sich beispielsweise der Großhumpendorfer Arzt, Schauspieler und Bergsteiger, Doktor
Hubert Engerling gut vorstellen, in Zukunft seine Münzsammlung mit einigen selbstgeprägten Stücken aus der vatikanischen Münze zu vervollkommnen. Oberstleutnant Winfried von Bockschuss hofft darauf, künftig seine Schwarte auf einigen vatikanischen Briefmarken wiederzufinden und wie er sagt, können ihn dann die Besucher des Vatikans, postalisch betrachtet, allesamt am Arsch lecken.

Um langwierige Verhandlungen vor dem Strasbourger Gerichtshof für Menschenrechte zu vermeiden, hat die uralte Saargemeinde die Strasbourger Richterschaft, samt Kind und Kegel zum großen Sylvesterball in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen eingeladen. Der Gemeinderat hofft so, noch vor Ostern 2009 auf dem Petersplatz in Rom paradieren zu können.

Derzeit ist im Vatikan ein Rudel hoher Würdenträger emsig damit beschäftigt, das Vermögen der frommen Männerwirtschaft für den vatikanischen Offenbarungseid zu katalogisieren. Die Bauten sind nicht mehr auf dem neuesten Stand, was zu einer nicht unerheblichen Wertminderung der Immobilien führt. Dort wo Solarmodule angebracht werden könnten, um Energie für den päpstlichen Palast zu erzeugen, flegeln sich Heilige und Scheinheilige aller Kaliber herum. Zentimeterdick klebt eine Patina aus Weihrauch überall an den Decken und Wänden und in den Katakomben unter dem Petersdom spukt es schlimmer als in einem alten englischen Schloss. Praktisch gesehen haust der Papst in einer Bruchbude und ist pleite. Die Großhumpendorfer Forderung wird er keinesfalls erfüllen können.

Sollte der gesamte Vatikanstaat als Wiedergutmachung für das Verbrechen an den Tempelrittern durch Papst Clemens V. an die Gemeinde Großhumpendorf gehen, so will diese jedoch generös mit dem Heiligen Vater umgehen. Bis zu seinem Lebensende kann Papst Bendedikt XVI. mit Kirchenayl im Pfarrhaus der Pfarrei Sankt Donner und Doria rechen. Dies hat Pastor Friedenreich Selighauer feierlich beim Dämmerschoppen in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen vor Zeugen beschworen. Sonntags dürfe der Papst sogar die Glocken läuten und gelegentlich auch an den Sitzungen des Gemeinderates teilnehmen, gelobte Pastor Selighauer beim Bart seiner seligen Großtante.

Sollte die Großhumpendorfer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strasbourg erfolgreich sein, was derzeit niemand ernsthaft bezweifelt, so muss der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy, als Nachfolger König Phlipp IV, ebenfalls mir einer Klage der Tempelrittergemeinde an der oberen Saar rechnen. Philipp IV, der Schöne, wie er genannt wurde, war ebenfalls Profiteur der unrechtmäßigen Enteignung des Templerordens. Bis es zu einem Urteil kommt wird Frankreich durch die aktuelle Weltwirtschaftskrise ebenso pleite sein wie der Vatikan und ein Departement der großartigen Saargemeinde werden. Danach aber wird die Grand Nation unter ihren neuen König Edgar le Premier einen sagenhaften Aufstieg
erleben.