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Stadtzeitung takt online

 


Landet Santa Claus schon bald hinter Gittern?

Terrorverdacht gegen rotberockten Sackträger erhärtet sich immer mehr

Von Claude Michael Jung


Es gibt viele Gründe Santa Claus aus dem Verkehr zu ziehen. Zu einem ist er ein
illegaler Einwanderer aus den USA, der bereits seit Jahrzehnten immer wieder
versucht das Christkind aus dem Weihnachtsgeschäft zu verdrängen. Zum anderen lässtder rotberockte Bart und Sackträger keine Gelegenheit aus, offen zum Konsumterror aufzurufen.

Wie das Politmagazin Zappenduster in seiner Onlineausgebe meldet, wollen führende Staatsschützer jetzt eine Weihnachtssonderkommission ins Leben rufen und den weißbärtigen Ami schon bei seinem Anflug auf den deutschen Luftraum dingfest machen. Wie es heißt soll die Bundeswehr spezielle Radargeräte zur Früherkennung einfliegender Rentierschlitten installiert haben. Auch eine Einheit sogenannter Weihnachtsgrenadiere sei in Alarmbereitschaft versetzt worden. Den Soldaten sei befohlen worden, jeden der einen Sack auf dem Buckel trägt und Ho Ho Ho brüllt, dingfest zu machen. Weiter meldet das Politmagazin Zappenduster, es sei an mehreren Bundeswehrstandorten bereits zu Verhaftungen gekommen, die sich im Nachhinein jedoch als Versehen der Santahäscher herausgestellt hätten, So sollen auf einer Koblenzer Rheinbrücke zwei hochrangige Lamettaträger verhaftet worden sein, denen nach einem, als Weihnachtsfeier getarnten Alkoholexzess, ihre Muttersprache abhanden gekommen war.

Gegen Santa Claus wird aber nicht nur wegen illegaler Einwanderung ermittelt.
Wesentlich schwerer wiegt der dringende Tatverdacht wegen fortgesetztem
Konsumterror. Sogar wegen Anstiftung und Verleitung zu Raub, Einbruch, Diebstahl und Unterschlagung ermitteln etliche Staatsanwälte gegen Santa Claus. Laut Kriminalstatistik wird gerade in der Vorweihnachtszeit alles geklaut was nicht niet und nagelfest ist, so ein, auf Weihnachtskriminalität spezialisierter Staatsanwalt.
In Berlin wurde eine 87ig jährige Urgroßmutter bei einem Ladendiebstahl erwischt.
Beim Verhör durch einen Kaufhausdetektiv gab die alte Dame an, Santa Claus hätte ihr geflüstert, wenn die Rente nicht ausreiche, ein paar Geschenke für die Enkel und Urenkel zu kaufen, so müsse sie diese Geschenke eben anderweitig organisieren.

Fortgesetzte subversive Tätigkeit werfen Santa Claus auch Deutschlands führende
Kulturpolitiker vor. Sie klagen den Weihnachtsmann an, die Deutsche
Weihnachts-Leidkultur vorsätzlich beschädigt zu haben. Früher habe das Christkind
die Geschenke zum Fest der Freude gebracht, doch der Weihnachtsterrorist Santa habe das Christkind in die Arbeitslosigkeit gedrängt. Auch für die gesamte Heilige
Familie, samt Ochs und Esel, sei der Weihnachtsjob unwiederbringlich verloren
gegangen.

Weihnachtstraditionalisten und fundamentalistische Anhänger der Heiligen drei Könige fordern Deutschlands Sicherheitsbehörden zum unverzüglichen handeln auf. Gerade die Heiligen drei Könige seien der letzte monarchistische Dreierpack zu denen die Deutschen noch aufschauen könnten, so ein besorgter bayrischer
Weihnachtstradionalist.

Unterdessen hat ein Rechtsexperte ausgerechnet, dass der Erzkapitalist Santa Claus, sollte er je ins Netz der Fahnder gehen und alle Vorwürfe bewiesen werden,
mindesten 350 Jahre, ohne Aussicht auf frühzeitige Entlassung oder Begnadigung
hinter Gittern sitzen dürfte. Danach werde unverzüglich seine Abschiebung in die
schneebedeckten Berge der Rocky Mountains erfolgen.

Derweil droht sowohl neue Gefahr, als auch Hoffnung für Deutschlands
Weihnachtsstimmung. Das Fest der Liebe soll künftig kräftig ausgeweitet werden.
Immer mehr Wirtschaftspolitiker sprechen sich für ein zusätzliches Weihnachtsfest im
Frühling und im Sommer aus. „Das wäre durchaus zu verkraften“, kommentiert ein
Sachverständiger für festliche Anlässe den Vorschlag der Wirtschaftspolitiker.
Allerdings müsse ein Ersatz für den rotberockten Sackträger her, fordert der
Experte. Er fordert eine Castingshow mit viel frischem Speck nach dem Motto:
„Deutschland sucht das Superchristkind“. Mit einer Miss Weihnachtsgans oder einem
Bikiniengel als Konsumanimateurinnen wäre Weihnachten gerettet und auch die
Traditionalisten könnten endlich ihre Augen zufrieden auf die Weide führen, statt
sich das Schicksal der Heiligen drei Könige aus dem nahen und mittleren Osten zu
beklagen.
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