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Stadtzeitung
Im kommenden
Jahr verliert eine weitere Million Menschen in Deutschland ihren Job. In zweieinhalb
Jahren werden die dann plattgemacht, wenn es heißt: Häuschen weg,
Ersartes weg und von 360 Euro leben im Monat, Hartz IV halt.
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So ein Sozialdemokrat ist sich für
nix zu schad - Geschönt, nicht gefärbt
Aus dem Frisiersalon von Arbeitsminister
Scholz
Arbeitslose, die von einem externen Vermittler betreut werden, sollen
in der Arbeitslosenstatistik künftig nicht mehr mitgezählt werden.
Dies geht aus dem Gesetzentwurf des Bundesarbeitsministeriums für
eine effizientere Arbeitsmarktpolitik hervor. Aus der Statistik fallen
würden damit derzeit etwa 149.000 Erwerbslose. Die Opposition warf
Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) vor, die Statistik zum Wahljahr 2009
frisieren zu wollen. Das Ministerium wies den Vorwurf als "absurd
und völlig falsch" zurück.
Bereits heute tauchen etwa eine Million Arbeitssuchende in der Statistik
nicht auf, weil sie an Schulungsmaßnahmen teilnehmen - und damit
nach den Bestimmungen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen.
Durch die geplante Reform würde dieser Personenkreis erweitert. Der
Sprecher des Arbeitsministeriums, Hannes Schwarz, betonte, mit der Neuregelung
werde die Definition von Arbeitslosigkeit nicht geändert.
Massive Kritik
Das Thema ist heikel, weil die Regierung von Helmut Kohl (CDU) im Wahljahr
1998 hunderttausende von Arbeitslosen durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
vorübergehend aus der Statistik nahm. Die arbeitsmarktpolitische
Sprecherin der Grünen, Brigitte Pothmer, forderte Scholz in der "Süddeutschen
Zeitung" auf, seinen "Frisiersalon" zu schließen.
Die FDP sprach von "Vernebelungstaktik", die Linksfraktion von
"neuen Tricks bei den Arbeitslosenzahlen".
Auch das zur Bundesagentur für Arbeit gehörende Institut für
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hatte die Pläne kritisiert:
Damit würde die Arbeitslosigkeit "in einem Einmaleffekt sinken"
und in der Folge durch die Überweisung der Arbeitslosen an Dritte
beeinflusst werden. Dies könne nicht im Sinne einer "sauberen"
Arbeitslosenstatistik sein. |
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