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Stadtzeitung

Kein Baum darf im Saarland für den Bundesrat geopfert werden

Naturschützer und Saarländische Volksbefreiungsfront gemeinsam gegen geplanten
Waldfrevel des CDU Umweltministers

Von Claude Michael Jung


Wie die Saarländische Volksbefreiungsfront mitteilt, machen derzeit mehrere
Abteilungen Naturschützer und kampfbereite Aktivisten der Saarländischen
Volksbefreiungsfront mobil, gegen die vom Saar Umweltministerium geplante Fällung
eines Weihnachtsbaumes für den Deutschen Bundesrat. „Das Saarland hat derzeit den
Vorsitz im Bundesrat inne. Daher erhält der Bundesrat in diesem Jahr auch seinen
Weihnachtsbaum aus dem Saarland“, teilt das von Umweltminister Stefan Mörsdorf (CDU)
geleitete Ministerium lapidar mit.

Unter den Augen des Ministranten von Saarfürst Müller soll am kommenden Mittwoch,
den 19. November um 10:00 Uhr im Forst der saarländischen Gemeinde Siersburg ein
stolzer Baum sein Leben aushauchen, um als Weihnachtsbaum vor der Schwatzbude des
Deutschen Bundesrates seine Nadeln fallen zu lassen. Es sei vollkommen ausreichend
wenn das Saarland mit Landeskasper Peter Müller (CDU) ein Jahr lang den
Weihnachtsmann für die Länderkammer stelle. Der ins Auge des Ministers gefasste Baum
sei Saarländer und dürfe keinesfalls ans Reich ausgeliefert werden, betonte ein
Sprecher der saarländischen Volksbefreiungsfront und kündigte an, den frevelnden
Minister bei seinem Auftauchen im Siersburger Wald gefangen nehmen zu wollen.

Erst unlängst wurden die Saarländer von schwarzen bayrischen Radirittern und
Gamsbärten als Hungerleider bezeichnet, die es nicht verdient hätten unterstützt zu
werden. Daher dürfe ein Kleinod, wie etwa eine Fichte oder Tanne aus dem Saarwald
keineswegs an Geizkragen verschenkt werden, betonte Atsche Biber, forstpolitischer
Sprecher der naturnahen Stiftung „Wald für Alle“. Die Stiftung „Wald für Alle“
forderte Minister Mörsdorf auf, sich selbst vor den Bundesrat zu stellen und mit
roter Zipfelmütze und Beleuchtung auf vorbeikommende Hunde zwecks Bewässerung zu
warten.

Unterdessen hat die „Aktion Sex for Peace“ die saarländische CDU Landesregierung
aufgefordert Axt und Motorsäge lieber im eigenen Dickicht anzusetzen. Nach
Darstellung der „Aktion Sex for Peace“ soll der gesamte Siersburger Wald als
Schulungszentrum für Outdoorvergnügen genützt werden. Es dürfe kein Baum fehlen,
wenn im kommenden Sommer hier die internationalen Jugend und Seniorenmeisterschaften
im Outdoorsex stattfinden sollen.

Scheinbar vom Widerstand gegen den geplanten Waldfrevel beeindruckt, will das
saarländische Umweltministerium den Präsidenten des saarländischen
Satiregerichtshofes Bernd Rausch als Schlichter berufen, um einen Volksaufstand in
letzter Minute noch zu verhindern. Der sehr ehrenwerte Satirerichter soll bereits
vorgeschlagen haben, anhand des diesjährigen Waldzustandsberichts eine abgestorbene
Fichte mit Lametta zu schmücken und als Opfer der Saarländer vor dem Gebäude des
Bundesrates aufzustellen. Allerdings seien die kompletten Frachtkosten von Bayern zu
tragen, als Widergutmachung für die Beleidigung, das einzigartige Saarvolk als
Hungerleider geschmäht zu haben.