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Stadtzeitung

17. November, 18:00 Uhr, Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag "Das Verhältnis von Hindenburg und Hitler"
von Prof. Dr. Wolfram Pyta


Gemeinhin wird Reichspräsident Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und
Hindenburg Senilität zugute gehalten, als er Adolf Hitler 1933 zum Reichskanzler
ernannte. Der alte Herr, der während der mehrtägigen Tannenbergschlacht im 1.
Weltkrieg tagtäglich ausschlief, einen Morgenspaziergang machte und ebenso einen
Mittagsschlaf, Bewunderer empfing und auf die Jagd ging, war jedoch, so Pytas
Forschungsergebnisse, geistig durchaus noch voll auf der Höhe. Pyta ist davon
überzeugt, daß Hindenburg nicht auf Druck von außen Hitler zum Reichskanzler machte,
sondern weil er glaubte, in Hitler den Garanten der nationalen Einheit gefunden zu
haben. Hindenburg hoffte auf diese Weise auch, die ihm verhaßten Linken (SPD und
KPD) endgültig ausschalten zu können, nachdem ihm dies - zumindest im Zusammenhang
mit der SPD - trotz der versuchten Ausschaltung des Reichstages und der Einsetzung
der Präsidialkabinette nicht gelungen war.


Prof. Dr. Wolfram Pyta, geb. 1960 in Dortmund, ist seit April 1999 Leiter der
Abteilung für Neuere Geschichte am Historischen Institut der Universität Stuttgart
und seit 2001 Direktor der "Forschungsstelle Ludwigsburg" zur
NS-Verbrechensgeschichte. Seine derzeitigen Forschungsaktivitäten decken den
Zeitraum vom frühen 19. Jahrhundert bis zur aktuellen Zeitgeschichte ab. In
methodischer Hinsicht zielen die Forschungsschwerpunkte darauf ab, Politik- und
Kulturgeschichte systematisch zu verbinden, um auf diese Weise die Transformation
kulturell-symbolischen Kapitals in politisches Entscheidungshandeln in den Blick zu
nehmen. Diese Verknüpfung von Herrschaftsanspruch und symbolischen
Repräsentationsleistungen ist auch Gegenstand einer Studie über die Herrschaft
Hindenburgs von 1914 bis 1934, die im September 2007 als Monographie erschienen ist.


Um Anmeldung <mailto:c.oschmann@stiftung-demokratie-saarland.de> wird gebeten