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Sinti und Roma gegen diskriminierenden ARD-Tatort „Brandmal“

Heidelberg (sg) - Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani
Rose, appellierte an WDR-Intendantin Monika Piel, auf die geplante Sendung des
Kölner Tatort-Films „Brandmal“ am 19. Oktober 2008 in der ARD zu verzichten.

„Ich halte den Film für gefährlich, weil dort die Stigmata und negativen Klischees
über die Roma- und Sinti-Minderheit bestätigt werden, für die es nach dem Holocaust
und der Nazipropaganda – ähnlich wie gegenüber den Juden – immer noch einen
besonders fruchtbaren Boden in unserer Gesellschaft gibt“, schrieb Rose an den WDR.

In dem Drehbuch, gegen dessen Verfilmung der Zentralrat schon im November 2007
protestiert hatte, werden Bürgerkriegsflüchtlinge der Roma aus dem Kosovo
dargestellt, die ihre Kinder zu Taschendiebstählen zwingen. Dabei wird die ganze
Palette an diskriminierenden Stereotypen über Roma aufgeführt, wie Kriminalität,
Grausamkeit, Schmutz, Verwahrlosung, Primitivität oder Ausnutzung des
Wohlfahrtsstaats.

„Gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte existiert eine politische und
moralische Verantwortung für den Schutz unserer vom Rassismus extrem bedrohten
Minderheit, der auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen gerecht werden muss“,
verlangte der Zentralratsvorsitzende. Man müsse den Machern des Films und ihren
Unterstützern keine Böswilligkeit unterstellen. Das gelte insbesondere für die
Kölner Schule „Amaro Kher“, die sich um gefährdete Kinder kümmere. Dennoch bestehe
in erheblichem Maße die Gefahr, dass Hass und Ablehnung gegenüber den Sinti und Roma
geschürt werden, erklärte Rose. Das Drehbuch erinnere in vielem an das
Fassbinder-Stück „Die Stadt, der Müll, und der Tod“ aus den 1980er Jahren, in dem
schlimme antisemitische Klischees und Stereotype reproduziert wurden, weshalb es
damals aufgrund des Protests jüdischer Organisationen völlig zurecht nicht zu einer
Aufführung kam, so der Zentralratsvorsitzende.