Betonskulpturen "Marx Brothers" in Karl-Marx-Haus enthüllt
Ein Gespenst soll Besucher bei
ihrem Gang durch das Museum überraschen und ein bisschen erschrecken.
Trier (sk) - Zum 190. Geburtstag des Philosophen und Ökonomen Karl
Marx sind am
Montag in Trier drei lebensgroße Marx-Skulpturen des Bildhauers
Klaus Kammerichs
enthüllt worden. Die rund 1,80 Meter großen "Marx Brothers"
aus massivem Beton
stehen im Garten des Museums Karl-Marx-Haus, in dem der großer Denker
am 5. Mai 1818
geboren wurde. "Ich habe Marx neu inszeniert", sagte Kammerichs.
Die je sechs
Zentner schweren "Marx-Brüder" mit Rauschebart, Gehrock
und Zigarre ermöglichten
«eine Begegnung auf Augenhöhe», sagte der Nordrhein-Westfale.
Die Figuren sind in
Ecken aufgestellt und sollen unter dem Motto "ein Gespenst geht um"
Besucher bei
ihrem Gang durch das Museum "überraschen und ein bisschen erschrecken".
Die mehrschichtigen Betonskulpturen seien «eine Form des modernen
Umgangs mit dieser
doch monumentalen Gestalt Marx», sagte die Leiterin des Museums
und Studienzentrums
Karl-Marx-Haus der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), Beatrix Bouvier. Es
sei «sehr
interessant», wie sich Kammerichs mit «Ironie, Distanz und
Augenzwinkern» dem großen
Denker genähert habe. Als Leihgabe des Künstlers sind die Skulpturen
bis auf
weiteres in dem 1727 gebauten Haus zu sehen, das jedes Jahr rund 40 000
Besucher
anzieht.
Neben Marx' Geburtstag wurde am Montag zwei weiteren historischen Daten
gedacht. Vor
80 Jahren kaufte die SPD das einstige Wohnhaus der Anwaltsfamilie Marx
für 80 000
Goldmark - und vor 40 Jahren übernahm die FES die Trägerschaft
über das Gebäude. Es
war auch 1968, als der damalige SPD-Parteivorsitzende Willy Brandt dort
die erste
große Ausstellung über Leben und Werk von Marx eröffnete.
Nach zwei Neuauflagen ist
seit 2005 eine Ausstellung zu sehen, in der die Wirkung des Philosophen
im 20.
Jahrhundert im Zentrum steht.
Jährlich kommen rund 12 000 Chinesen ins Karl-Marx-Haus. «Marx
ist in China als
großer Denker, Philosoph und Revolutionär sehr bekannt»,
sagte der Generalkonsul der
Volksrepublik China in Frankfurt/Main, Haiyan Li. Der Name Marx (1818-1883)
tauche
auch aktuell in wirtschaftspolitischen Diskussionen in China wieder auf,
etwa wenn
es um die Frage gehe, wie Marktwirtschaft gerechter gestaltet werden könne,
sagte
Li.
Internet: www.museum-karl-marx-haus.de
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