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Stadtzeitung

16. Juni, 18:00 Uhr, Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag "Über die Ursachen von Krieg und Terror"
von Prof. Dr. Roland Eckert


Als Georges W. Bush nach dem 11. September von "Krieg" sprach, wurde er von einigen
Völkerrechtlern für seine Begriffswahl kritisiert: Der Begriff "Krieg" beziehe sich
auf eine Auseinandersetzung zwischen Nationalstaaten, bei den Anschlägen auf die
Twin-Towers handele es sich hingegen um Terror.

Tatsächlich aber ist Terror Teil einer "asymmetrischen Kriegsführung" (Waldmann
1998); die Kämpfenden wählen nur eine andere Strategie als die der offenen
Feldschlacht. Die Ursachen für Krieg wie für Terror sind hingegen identisch,
gleiches gilt für die Lösung aller bewaffneten Konflikte.

Warum können manche Konflikte friedlich beigelegt werden, während andere bis hin zum
Waffengebrauch eskalieren? Prof. Roland Eckert ist bei seinen Forschungen auf
interessante Phänomene gestoßen und stellt liebgewonnene Erklärungsmuster in Frage,
denn die würden häufig Ursache und Wirkung vertauschen. So ist beispielsweise die
Existenz von Freunden und Feinden nicht der Auslöser eines Konfliktes, sondern ein
Denkmuster, das durch einen Konflikt angelegt wird.

Ähnliches gilt für die Konfliktbewältigung: Um einen bewaffneten Konflikt zu
beenden, ist mehr nötig als eine Waffenruhe und ein Interessensausgleich, notwendig
ist eine Überwindung der (Selbst-)stigmatisierung des "Wir und die anderen". Was
dazu erforderlich ist und wie gefährdet dieser Prozeß ist, wird Roland Eckert im
zweiten Teil seines Vortrages erläutern.


Prof. Dr. Roland Eckert, geboren 1937, studierte Geschichte, Philosophie,
Politikwissenschaft und Soziologie in Tübingen, Hamburg und Freiburg. 1968
Promotion. Bis 1973 war er wissenschaftlicher Assistent in Tübingen, von 1973 bis
1975 Professor für Soziologie an der Universität zu Köln und seit 1975 Professor für
Soziologie an der Universität Trier. Im Oktober 2004 wurde er emeritiert.

Schwerpunkte: Jugend und Politik, Neue Medien, politisch motivierte Gewalt, Konflikt
und Konfliktregulierung, Jugend, Schule und Arbeit.

Roland Eckert gehört dem Beirat des Bündnis für Demokratie und Toleranz der
deutschen Bundesregierung an sowie den Beiräten des Instituts für Interdisziplinäre
Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld, dem Beirat des Survey
Jugend und Politik am deutschen Jugendinstitut München, des BLK-Programms
"Demokratie lernen und leben" und ist Vorsitzender des Beirates der Arbeitsstelle
interkulturelle Konflikte und gesellschaftliche Integration (AKI) am
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Von 1988 bis 1990 war er
Mitglied der Gewaltkommission der Bundesregierung und von 2000 - 2006 Mitglied des
Gremiums zur Erstellung des Ersten und Zweiten Sicherheitsberichtes der
Bundesregierung.

Wir bitten um Anmeldung <mailto:c.oschmann@stiftung-demokratie-saarland.de> .


Die Teilnahme an allen unseren Veranstaltungen ist - abgesehen von denen, bei denen
ein Eintrittspreis genannt ist - kostenlos.

Kontakt:
Stiftung Demokratie Saarland
Bismarckstr. 99
66121 Saarbrücken
Tel.: 0681 / 906 26 - 21
Fax: 0681 / 906 26 - 25
eMail:
c.oschmann@stiftung-demokratie-saarland.de