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Stadtzeitung September 09 |
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| takt@takt.de | ||||||||||||||||||||||||
| DasErste.de - Monitor - Behindert nach Aktenlage: Wie Langzeitarbeitslose aus der Statistik verschwinden Arbeitsagentur mit, sie sei ab jetzt "dauerhaft geistig behindert" - laut Gutachten nach Aktenlage. ... Behinderung nach Aktenlage - Wie Langzeitarbeitslose aus der Statistik verschwinden ... ab jetzt "dauerhaft geistig behindert" - laut Gutachten nach Aktenlage. ... Doch über den Begriff "geistige Behinderung" möchte der Pressesprecher ... | ||||||||||||||||||||||||
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Warum
wählen - Ihre Stimme zählt nix(B.R)
Bei der Wahl zum 17. Deutschen Bundestag am
27. September 2009 sind etwa 62,2 Millionen Deutsche wahlberechtigt. Davon
sind 32,2 Millionen Frauen und 30 Millionen Männer. Fünf
Hartz IV Pareien stellen sich zur Bundestagswahl am 27. September. |
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| Brief
an die Kanzlerin oder die Verarschung der Arbeitslosen ist total.
- (G.M.) Wenn die Krise auf dem Arbeitsmarkt richtig durchschlägt, dann wird die Bundesagentur für Arbeit eine Menge Geld brauchen. Geld, das die BA nicht hat. Nun will auch sie Staatshilfen. Doch wo ist das Geld hin, wo sind die 16 Milliarden die vor einem Jahr noch in der Kasse waren ? Ach so, die wurden anderweitig verblasen. Jetzt wollen sie den Arbeitslosen die Gelder kürzen, oder ? Es reicht, oder ? |
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| SPD
tröstet sich mit der Silbermedaille und will weitermachen wie bisher Von Charles Duremont Jubel und Feierlaune am Wahlabend bei CDU und FDP, vor allem aber bei der
Linken. Bei den Grünen eher Katerstimmung, nicht mal vor der Linken ist
man ins Ziel eingelaufen. Heulen und zähneknirschen dagegen bei der SPD.
Die Agenda 2010 Partei erlebte ein Desaster. Gerade mal 23 Prozent hat die
Partei eingefahren und mit Abstand ihr schlechtestes Wahlergebnis der Nachkriegsgeschichte
verbucht. Allein Kaum zu glauben, Kandidat Steinmeier und Parteichef Müntefering wollen
weitermachen, der Eine als Oppositionsführer, der Andere als Parteichef.
Ihre Devise „weiter so“. Im heutigen ARD-Morgenmagazin sagte SPD Kronprinzessin Andrea Nahles: „"Was
wir jetzt nicht gebrauchen können, ist dass unsere Partei auseinanderfällt".
Nahles warnte vor einer vorschnellen Personaldebatte, doch die wird unumgänglich
sein. Hinter den Kulissen scheint sie bereits schon voll im Gang zu sein.
Doch es wird nicht ausreichen bloß Köpfe auszutauschen. Die Partei
der forschen Reformen braucht jetzt dringend selbst eine gründliche Reform.
Fraglich ist allerdings, ob dies gelingt. Der mächtige Seeheimer Kreis,
der die einstmals sozialdemokratische Partei zum Erfüllungsgehilfen des
neoliberalen Lagers gemacht hat, wird sich nicht Die nächsten Wochen und Monate dürften also spannend werden. Was
den Umgang mit dem ehemaligen Parteivorsitzenden Kurt Beck anbelangt, so hat
sich gezeigt, dass man bei Juso-Chefin Franziska Drohsel forderte bereits eine stärkere Auseinandersetzung
der Genossen mit linken Inhalten. Die Partei müsse sich jetzt neu ausrichten.
Dem gibt es nichts hinzuzufügen. |
Glosse:
Brautschau bei den Saar-Grünen
- Wenn Polithormone ins Kraut schiessen-
Von
Gisbert Spränzer Man kennt die Situation. Plötzlich und unerwartet bricht der zweite, oder der dritte Frühling aus. Die Hormone schlagen Kapriolen und Mann will mal wieder so richtig. Bloß mit wem? Der Hormonstau wächst, hoher Druck baut sich auf, das in die Jahre gekommene Überdruckventil schlägt Alarm, es droht alles in die Bux (Hose), oder ins Hemd zu gehen. Nein, die beschriebene Situation spielt sich nicht im Atomkraftwerk Krümel, kurz vor dem Supergau ab. Unser Krümel heißt Hubert Ulrich und ist Landesvorsitzender der Grünen im Saarland. So kurz vor der Landtagswahl schlagen Hubis politische Hormone schlimme Kapriolen. Er ist auf Brautschau, die Not ist groß, der Druck, er wächst, doch ach o weh, wo ist bloß die Holde, die den Hubi von seinen Schmerzen erlöst? Zu Oskar und Heiko, den
Roten er blicket, sie brachen sein Herz und der Hubi, er spricht: „So
nehmet auch mich zum Genossen an. Ich sei, gewährt mir die Bitte, in
eurem Bunde der Dritte!“ Doch schnell der Hubi wieder weicht, vor Schrecken
bleich, er sieht, kein Platz mehr in roten Hütte. Der Dreier, der Flotte,
der große Traum, zum Albtraum sich wandelt. Der grüne Lackel sieht
sich zum Dackel gewandelt. Sein Zu Peter dem Saarfürst
der Hubi nun schleicht. „Dir will ich dienen und den Saar-Liberalen.
Jamaika als Koalition, mit mir als Minister, das wär' s doch. Die Grünen,
sie werden schon folgen, ob sie woll' n oder nicht.“ Fürst Peter,
der Und die Moral
von der Geschicht', die kennt der Hubert Ulrich nicht. Minister will er werden,
durch wen ist egal. Und wer nach der Wahl noch hofft auf ein wenig Grün
an der Saar, der sieht sich getäuscht, es bleibt schwarz, so dunkel wie's
war. |
Iranisch wählen auch ohne Mullahs
und Ayatollas - Ab sofort auch im saarländischen Brotdorf möglich
Von Claude Michael Jung Idyllisch liegt die kleine Kommune Brotdorf am Fuße des Hochwaldes.
Brotdorf ist mit rund 3800 Einwohner (Ohne Haustiere), einer von 17 Stadtteilen
der Stadt Merzig. Von Doch nun drohen der Idylle iranische Verhältnisse. Das Wahlergebnis
scheint nicht so recht zu stimmen. Normalerweis hatte die CDU in Brotdorf
auch diesmal wieder mit einem ordentlichen SED Ergebnis gerechnet. Doch O
Graus, bei der Stimmauszählung hatte die Partei des schwarzen Saarpeters
nur 13 Stimmen mehr als die Sozis von der SPD. Hatte etwa das Stimmvieh die
Großflächenplakate der CDU falsch gedeutet? Da stand doch groß
zu lesen: „Wenn's drauf ankommt Peter Müller“. Entweder die
ansonsten konservativ abstimmenden Brotdorfer haben gemerkt, dass der schwarze
Saarfürst immer abtaucht, wenn's drauf ankommt, oder ein paar Spitzbuben
haben Die saarländische Landeswahlleiterin Schmitz-Meßner wird jetzt
auf Basis der
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Macht-Analyse
und Selbst-Design - Vor
25 Jahren starb Michel Foucault - ein Rückblick
Von Michel Foucault, der am 25. Juni 1984 an Aids starb, trennt uns inzwischen ein Vierteljahrhundert. Für die Generation des Pariser Mai 1968 gehörte Foucault zu den wichtigen Impulsgebern. Seine Analysen der Machtsysteme moderner Gesellschaften haben den Blick für die Funktionsweise alltäglicher Unterwerfungen und Diskriminierungen geschärft und neue soziale Bewegungen beeinflusst. Die breitere Rezeption und Wirkung von Foucaults Denken fällt jedoch in eine Zeit der Krise und des Niedergangs der Linken. Foucault wurde zum Modephilosophen der akademischen "Postmoderne", die aus seinen "mikropolitischen" Themenstellungen eine komfortable Lifestyle-Ideologie bezog. Foucaults Entwicklung markiert Glanz und Elend des (nicht nur) französischen Linksradikalismus. In Foucaults Schriften tauchen Name und Werk von Karl Marx kaum auf. Für
einen französischen Linksintellektuellen war das in den 50er und 60er
Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Akt von Nonkonformismus: Der Marxismus
war in Frankreich allgemein präsent. Foucault bezog sich selten ausdrücklich,
oft aber implizit auf ihn. Mitglied der Kommunistischen Partei war er als
Student nur kurze Zeit gewesen. Zweifellos war die Erfahrung, als Homosexueller
dort der gleichen Ausgrenzung zu unterliegen wie in der bürgerlichen
Kultur, konstitutiv für die Distanz zur traditionellen Linken. Dass die
aus der Oktoberrevolution hervorgegangenen Gesellschaften die gleichen hierarchischen
Strukturen entwickelten wie die bürgerliche und das Leben noch stärker
reglementierten, ließ Foucault folgern, dass die dort vollzogenen Umwälzungen
und die ihnen zugrunde liegende Theorie nicht radikal genug waren. Die Analyse
der Produktionsverhältnisse durch Marx diente ihm als Modell für
eine Analyse der Wirkungsweise von Macht. Im Pariser Mai 1968 schien sich der Horizont zu öffnen. Ein Sturm des Widerstands gegen das bürgerliche System erfasste, anders als in Deutschland, nicht nur Intellektuelle, sondern auch erhebliche Teile der ArbeiterInnenschaft. Das eher abwiegelnde Verhalten der Kommunistischen Partei und ihres Gewerkschaftsverbands schien zu bestätigen, dass diejenigen, die man in maoistischer Terminologie "Revisionisten" nannte, abgewirtschaftet hatten. Man fühlte sich der chinesischen Kulturrevolution verbunden. Foucault indes sah in Westeuropa eine neue Qualität sozialer Kämpfe, die sich nicht mehr bloß gegen Ausbeutung richteten, sondern auf désassujettissement, "Entunterwerfung" zielten: Damit meinte Foucault eine Auflehnung gegen die "Unterwerfungen", die uns zu im Sinne einer gegebenen Ordnung funktionierenden "Subjekten" machen. Politisch schlug er damals höchst radikale Töne an: Forderungen nach Einrichtung von "Volksgerichten" zur Aburteilung von "Volksfeinden" fanden seine Zustimmung. Ab Mitte der 1970er Jahre veränderte sich das intellektuelle Klima in Frankreich erheblich. Das Scheitern der linksradikalen Hoffnungen und die wachsende Aufmerksamkeit für die Unterdrückung von Dissidenz im "realen Sozialismus" führten bei einigen ehemaligen Wortführern der Revolte von 1968 zu einer zunehmend polemischen Distanzierung vom Marxismus. Altlinke, die wie Foucaults Lehrer und Freund Louis Althusser die "Krise des Marxismus" marxistisch aufzuarbeiten begannen und hierfür politische Plattformen auf dem linken Flügel des "Eurokommunismus" zu bilden versuchten, fanden wenig Beachtung. Die "neue Philosophie" von André Glucksmann und Bernard-Henry Lévy konstruierte im Zeichen des "Antitotalitarismus" einen Kausalzusammenhang, der von Marx zum Gulag geführt haben soll. Die akademische "Postmoderne" wurde geboren. Wenn sie an Kapitalismuskritik festhielt, dann im Namen von "Differenz" und Vielfalt, die durch den Kapitalismus beziehungsweise die Moderne überhaupt unterdrückt würden. Foucault zollte Glucksmann einigen Beifall, überraschte jedoch andererseits mit seiner Begeisterung für die islamische Revolution im Iran, die er als Korrespondent mit großer Empathie als Rückkehr eines Volkes zu seinen kulturellen Wurzeln darstellte. Er hat das später als Irrtum bedauert. 1980 galten seine Sympathien der polnischen Solidarnosc-Bewegung. Aus dem Linksradikalen wurde ein vornehm-skeptischer Linksliberaler. Mit diesem Werdegang steht Foucault nicht allein. Man könnte ihn achselzuckend als typisch für einen kleinbürgerlichen Radikalismus abtun, der nach dem Abklingen der ultralinken Euphorie bemerkt, dass "Differenz" und "Dissidenz", "Nomadentum" und "mobile Dispositive" in einem sich postfordistisch reorganisierenden Kapitalismus gar nicht schlecht aufgehoben sind (und dass Schwule nicht unbedingt die Marktwirtschaft abschaffen müssen). Dennoch bleibt die Frage nach dem Stellenwert seiner theoretischen Leistungen, die einst heftige Irritationen auslösten. Seit der Aufklärung waren soziale Emanzipationsbewegungen in der Erwartung angetreten, Wissen und Vernunft wiesen den Weg zur Befreiung "des Menschen" von einer auf Unwissenheit gestützten Unterdrückung. Foucault hat diese Annahme in Frage gestellt, indem er, inspiriert von Nietzsches "genealogischer" Methode, zu zeigen versuchte, dass das moderne Wissen, die Idee der Vernunft selbst das Resultat von Praktiken der Ausschließung sind, über die diskursive Ordnungen hergestellt werden. "Diskurse" als Aussagesysteme, die bestimmen, was gesagt werden kann und was nicht, was "wahr" oder "falsch", "vernünftig" oder "verrückt", "normal" oder "abweichend" ist, sind das Resultat zufälliger Konstellationen, die historisch kommen und gehen, ohne dass ein "Fortschritt" stattfindet. Wissen wirkt nicht gegen die Macht, sondern Macht wirkt durch Wissen. "Wahrheit" ist nicht das Gegenteil machtgestützer Diskurse, sondern bloß ihr interner Effekt. Das bedeutet auch: Herrschaft vollzieht sich nicht als "Repression"
gegen ein von Natur aus freies "Subjekt", sondern durch Subjektivität
selbst. Das "Subjekt" selbst ist - in den romanischen Sprachen ist
der Zusammenhang augenfällig - das Resultat eines assujettissement, einer
"Unterwerfung": Was wir als "Subjekte" sind, sind wir
nur durch die Internalisierung diskursiver Ordnungen, die uns bestimmte Normen
vermitteln. An der Entwicklung der modernen, "aufgeklärten"
Machtsysteme hat Foucault die Ablösung äußerer Disziplinierung
durch die Verlegung von Kontrollmechanismen ins Innere der Subjektivität
selbst beschrieben. Seine besondere Aufmerksamkeit galt dabei Themengebieten
wie der Psychiatrie, dem Strafsystem und der Sexualität. Gegen die marxistische Gepflogenheit, alle Herrschaftsverhältnisse und Konfliktfelder in der bürgerlichen Gesellschaft aus der Klassenherrschaft oder Imperativen des Kapitalverhältnisses "abzuleiten", hat Foucault immer die Eigensinnigkeit des komplexen Gewebes von Machtbeziehungen betont: Sie sind nicht Effekt "der Ökonomie", sondern deren Konstitutionsbedingung. Indem Foucault auf eine systematische Theorie des gesellschaftlichen Ganzen verzichtete, entglitt ihm indes die Möglichkeit, in Vergesellschaftungszusammenhängen und ihren Transformationspotenzialen rationale Perspektiven abzustecken. Rationalität, Macht und Herrschaft, partikulare und universelle Interessen werden ununterscheidbar. Wenn alles Macht ist, ist Gesellschaft immer gleich irrational. Darin folgt Foucault tatsächlich Nietzsches Gedanken einer ewigen Wiederkehr der Macht und wie bei Nietzsche ist Widerstand gegen gegebene Machtverhältnisse letztlich nur durch punktuelle und individuelle Gegenmacht möglich, vor allem im Sinne einer Selbstmächtigkeit. Der späte Foucault beschäftigt sich mit der Frage, wie den "Technologien der Macht" durch autonome ethische und ästhetische Selbstentwürfe begegnet werden kann - die jedoch nie eine universelle Perspektive beinhalten können. Diese quasi-existenzialistische Wendung erstaunt, insofern der Subjektivität hier ein Potenzial an Autonomie zugetraut wird, das die radikale Subjektivitätskritik des frühen Foucault bestritten hatte. Am Ende geht es um "Entunterwerfung" als "Kritik" im Sinne einer "Kunst der freiwilligen Unknechtschaft", um die "Kunst, nicht dermaßen regiert zu werden", "nicht so und nicht dafür und nicht von denen da". Die klassische marxistische Linke hatte der Rationalität der industriellen Produktivkraftentwicklung ein universelles Potenzial sozialer Emanzipation zugeschrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat dieser Optimismus Brechungen erfahren, und zwar erstaunlicherweise von der Technikkritik in intellektuellen Strömungen des westlichen Marxismus wie der "Frankfurter Schule" bis hin zum - erfolglosen - Kampf der maoistischen Linken im revolutionären Entwicklungsland China gegen einen die ProduzentInnen knechtenden statt befreienden technokratischen "Primat der Produktivkräfte". Foucault hat Anteil an dieser modernekritischen Denkbewegung als deren vielleicht radikalster Vertreter, dem eine eigentümliche Synthese von blumigem Romantizismus und kühler Nüchternheit gelang. Sein Denken hatte Einfluss auf neue soziale Bewegungen und Emanzipationskämpfe von Minderheiten und "Randgruppen", von Homosexuellen bis zu PsychiatriepatientInnen, die anfingen, sich selbst anders zu beschreiben als über die stigmatisierenden und pathologisierenden Menschenverwalterdiskurse der "humanistischen" Moderne. Trotz unbestreitbarer Verdienste muten die hier anknüpfenden Konzepte einer postmodernen "Identitätspolitik" inzwischen in gewisser Weise anachronistisch an. Entkoppelt von jedem Bezug auf die Analyse gesamtgesellschaftlicher Produktionszusammenhänge gerieten sie zur willkürlich an beliebigen partikularen Befindlichkeiten ansetzenden Stilübung von Subkulturen, die sich in die Diversifizierung der Lebensformen im postfordistischen und neoliberalen Kapitalismus nahtlos einfügen. In Zeiten, wo der Terror der Ökonomie wieder ungehemmt zuschlägt, stellt sich heraus, dass die gute alte Klassenfrage doch etwas anderes ist als ein fröhliches Spiel um "Differenzen" und "Diversitäten", in das postmoderne Subversionskasper sie auflösen wollten. Foucault hat die Folgen dieser Entwicklung nicht mehr erlebt. Dass die Ersetzung
von Kapitalismuskritik durch eine vermeintlich radikalere und fundamentalere
Machtkritik nicht zu effizienterer Gesellschaftskritik geführt hat, sondern
zum Verzicht auf jegliche Gesellschaftskritik, war der Preis der Unschärfe
seiner Begrifflichkeit. Zwar hat Foucault nie "Macht" und "Diskurs"
einfach gleichgesetzt. Er hat nie geleugnet, dass Macht außerhalb der
Sprachspiele existiert, in denen sie sich artikuliert. Aber sein Relativismus,
der alle Beschreibungen von Realität als auf letztlich gleich willkürlichen
Voraussetzungen beruhend ansieht, hat zur Diskreditierung aller Analyseinstrumente
beigetragen, die vordiskursive objektive Realität und diskursive Repräsentationen
- das, was im Vokabular von Marx "Ideologie" heißt - unterscheiden. Zu Foucaults der Erinnerung werten Leistungen gehört seine Kritik an der um 1968 verbreiteten Losung der "sexuellen Befreiung". Foucault sah klar, dass diese gerade keinen Bruch mit dem neuzeitlich-bürgerlichen "Sexualitäts-Dispositiv" darstellte, sondern vielmehr dessen Weiterentwicklung - weil das, was da "befreit" werden sollte, selbst nichts anderes als das Produkt neuzeitlicher biologischer und psychologischer Diskurse war, die nunmehr normgebend in die alltägliche Öffentlichkeit verlegt wurden. Allgemeiner gefasst heißt das: Zwischen dem, was soziale Akteure subjektiv zu tun glauben, und dem, was sie tatsächlich tun, gibt es einen Unterschied. Nicht jede proklamierte Befreiung ist tatsächlich eine, weil Proklamationen mitunter der Logik dessen verhaftet bleiben, wogegen sie sich richten. Deshalb plädierte Foucault für "Positivitäten" statt "Anti-Repressionslieder". Aber für die von Foucaults Denkschule angestimmten Elogen auf "Diversität" und "Differenz" gilt selbst: Sie haben nicht die radikale "Subversion" bewirkt, die ursprünglich angestrebt war. Sondern sie waren, aus der Distanz betrachtet, zu einem guten Teil ideologische Begleitmusik der postfordistischen und neoliberalen Modernisierung kapitalistischer Produktions- und Lebensverhältnisse, in denen lauter coole "Singularitäten" der alten fordistischen Wohlgeordnetheit den Rang abgelaufen haben. Foucaults von großem Ernst getragene Anstrengungen waren deshalb nicht umsonst. Am Neoliberalismus ist Foucault ebenso wenig schuld wie Marx am Gulag. Aber seine Radikalität hat die Gleise des liberalen Individualismus nie verlassen. Die Degeneration zur Designer-Ideologie war die Strafe dafür. Diese kann als abgegolten angesehen werden, nachdem sich gezeigt hat, dass postmodernes Selbst-Design die Welt nicht verändert. Henning Böke aus: ak - analyse & kritik - zeitung für linke Debatte und Praxis
/ Nr. 540 |
Saar
CDU verliert jeden Sinn für Realität
- Nach dem Desaster
bei der Kommunalwahl wird jetzt der schwarze Trotzkopf gepflegt - Von
Charles Duremont
Bei der Kommunalwahl am vergangenen Wochenende hatte die Saar CDU teilweise Es werde nach der Wahl auf allen kommunalpolitischen Ebenen keine Kooperation
mit Unterdessen nannte der Landesvorsitzende der Partei DIE LINKE.Saar, Rolf
Linsler, die Ankündigung Kramp-Karrenbauers, die CDU wolle mit der LINKEN
nicht zusammenarbeiten, einen Witz. Die CDU stehe für Gruben- und Schulschließungen,
für Ob sich der realitätsbezogene Teil der CDU Kommunalpolitiker das Kooperationsverbot |
Alte
Kriegsmunition im Saarland entdeckt
Rechtsextremist wollte wohl aufrüsten Saarbrücken/Ottweiler (sk) - In einer Garage im saarländischen
Ottweiler stellen Nachdem ein 34 Jahre alter Arbeiter aus Merchweiler seit ein paar Monaten
keine In der gemieteten Garage fanden die Beamten der Polizeiinspektion Neunkirchen,
des Kriminaldienstes Neunkirchen und des Landeskriminalamtes (LKA) unter anderem
Reste eine englische 250 kg Bombe, die vermutlich selbst delaboriert wurde,
eine englische Der Beschuldigte wird der rechten Szene zugeordnet und ist wegen eines Staatsschutzdeliktes
rechtskräftig verurteilt. Darüber hinaus ist er wegen Verstößen |
„Schutzschirm“
für Porsche-Chef Wendelin Wiedeking
50 Millionen als Trostpflaster für ruinöse VW-Übernahmepläne Von Charles Duremont Porsche-Chef Wiedeking
wurde freigesetzt. Eine „Hinrichtung“ soll es gewesen sein, so
schrieb jedenfalls die auflagenstärkste Boulevardzeitung der Republik.
Fakt ist jedoch, Wiedeking hat den Sportwagenhersteller an den Rand des Ruins
getrieben. Die In Wiedekings
Bilanz stehen Zockereien an der Börse, die tausende Arbeitsplätze
gefährdeten und letztlich einen Schuldenberg von 10 Milliarden Euro bei
Porsche hinterließen. Mit der "bescheidenen" Abfindung will
Wiedeking eine Stiftung gründen, Wenn
tatsächlich vom 50 Millionen Trostpflaster 25 Millionen Euro in eine
soziale Stiftung fließen, bleiben unter dem Strich noch bescheidene
25 Millionen Euro. Was davon als wirklich soziale Spende fließt, rechnet
sich ebenfalls. 50 Prozent davon gibt es vom Finanzamt als Steuergutschrift
wieder retour. Nicht schlecht für Einen, |
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