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Stadtzeitung Saarbrücken

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Erneut großer Schlussverkauf im Saarland geplant

Verkauf der Völklinger Verkehrsbetriebe gleicht einer Wild-West-Aktion

Saarbrücken/Völklingen (sk) - Die seit Wochen geführte Debatte über den möglichen
Verkauf der städtischen Verkehrsbetriebe in Völklingen an ein privates
Busunternehmen hat der Landesvorsitzende der Saar-Linken, Rolf Linsler, heftig
kritisiert: „Es gleicht fast einem Husarenstück, was sich hier die Verantwortlichen
in Völklingen, allen voran Oberbürgermeister Lorig (CDU) leisten. Die Diskussion um
mögliche Einsparungen ist nur ein Scheingefecht.“

Dass es um Einsparungen gar nicht gehe, zeige sich daran, dass die Vorschläge der
Beschäftigten ohne Begründung schlichtweg abgelehnt wurden. „Die Mitarbeiter und
Betriebsräte hatten konkrete Einsparmaßnahmen vorgeschlagen, beispielsweise eine
enge Kooperation mit den Verkehrsbetrieben in Saarlouis. Warum wurden sie
ignoriert?“ Hier dränge sich der Verdacht einer beispiellosen Mauschelrunde auf,
damit einem privaten Unternehmer Aufträge zugeschustert werden
können.

Linsler: „Das private Busunternehmen kassiert auf jeden Fall, trägt aber überhaupt
kein wirtschaftliches Risiko. Will die Stadt Völklingen unrentable Linien oder
Angebote in schwach ausgelasteten Zeiten machen, muss sie dafür bezahlen. Das Motto
in Völklingen lautet: Den Gewinn in den eigenen Sack, die Kosten trägt die
Allgemeinheit. Das darf nicht sein!“

Linsler kündigt für die bevorstehenden Wahlkämpfen an, auf diese Missstände deutlich
hinzuweisen. Bei der Bundestagswahl 2005 hatte die Die Linke in Völklingen bereits
knapp 25 Prozent der Stimmen erzielen können. „Offenbar schlackern dem CDU-OB die
Knie, wenn er an den 7. Juni 2009 denkt“, meint Linsler und warnt davor, derart
wichtige Entscheidungen für die Zukunft einer Stadt wie Völklingen noch vor den
Wahlen im Eilverfahren durchpeitschen zu wollen.

„Wem die Wahl eines Bürgermeisters mit NPD-Stimmen gleichgültig ist, der ist sich
anscheinend auch nicht zu schade, sogar das städtische Tafelsilber zu Lasten der
eigenen Bürgerinnen und Bürger zu verscherbeln“, so Linsler abschließend.
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