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Stadtzeitung


 

Folgen des Hurrikans
Unter dem Titel »Ein Atomangriff« veröffentlichte Fidel Castro auf dem kubanischen Internetportal CubaDebate mit Datum vom 2. September folgende »Reflexionen«:

Ich übertreibe nicht. Das ist der meist benutzte Ausdruck vieler Mitbürger. Das war der Eindruck des Generalstabschefs der Streitkräfte, Álvaro López Miera, eines erfahrenen Militärs, als er auf der Isla de la Juventud (Jugendinsel) die Stahlträgermasten ganz zusammengeknickt und verdreht, die Häuser in Ruinen verwandelt und überall nur Zerstörung sah. (...) »Ich habe in den fünfzig Jahren, die ich hier lebe, niemals so etwas gesehen!« gab ein Nachbar erstaunt kund. (...)

In Herradura hat General des Armeekorps Leopoldo Cintra Frías, als er rund um sich alles in Ruinen verwandelt sah, sein Erstaunen und seine Bewunderung über den Mut der Bevölkerung wie folgt zum Ausdruck gebracht: »Das ist, als ob man eine atomare Explosion sehen würde.« Er war nahe daran, eine im Südwesten von Angola zu sehen, hätten sich die Rassisten entschlossen, gegen die kubanisch-angolanischen Truppen eine der sieben Bomben abzuwerfen, die ihnen die Regierung der Vereinigten Staaten zukommen ließ. Das war jedoch ein einkalkuliertes Risiko, und es wurden die angebrachten Taktiken angewandt. (...)

Ich wage es unumwunden zu sagen, daß mich die am Sonntag von den landesweiten Fernsehstationen gezeigten Fotos und gefilmten Ansichten an die Zerstörungen erinnerten, die ich bei meinem Besuch in Hiroshima gesehen habe, das im August 1945 Opfer des ersten Atombombenangriffs wurde.

Jetzt geht der Kampf darum, die Opfer des Hurrikans zu ernähren. Die Schwierigkeit besteht nicht darin, so schnell als möglich die Stromversorgung wiederherzustellen. Das Problem auf der Isla de la Juventud ist, daß von 16 Bäckereien, die alle elektrische Öfen und Stromaggregate haben, nur zwei sofort in Betrieb gesetzt werden konnten, da die Gebäude beschädigt worden waren. Die Inselbewohner mußten mit Brot oder Brotplätzchen beliefert werden. Die Anzahl der für die Wohnungen benötigten Dachziegeln bzw. Dachplatten und Materialien ist im Augenblick riesengroß und die Jugendinsel ist durch das Meer abgetrennt. Es reicht nicht aus, Lastwagen mit Nahrungsmitteln und Materialien zu beladen, um sie ihnen direkt zu liefern. (...) Wir wollen uns nicht von Illusionen mitreißen lassen. Dieser Hurrikan hinterläßt uns Schäden an einhunderttausend Wohnungen, die von größerem oder geringerem Ausmaß sind, und den beinahe vollkommenen Verlust von nach der Tragödie notwendigen Artikeln. (...)

Das US-Imperium steht im Augenblick in der zweiten Jahreshälfte vor einer schwierigen Probe, und zwar die seiner Fähigkeit, die Schwierigkeiten zu überwinden, die seinen Lebensstandard auf Kosten der anderen Völker in Frage stellen. Sie benötigen jetzt einen Steuerwechsel. Bush und Cheney wurden von der Wahlkampfkampagne der Republikaner aufgrund ihres Rufs als Kriegstreiber und unerwünschte Personen fast ferngehalten. Es wird nicht über einen Systemwechsel diskutiert, sondern darüber, wie das System mit weniger Aufwand beibehalten werden kann. Der entwickelte Imperialismus wird schließlich alle diejenigen töten, die ohne seine Erlaubnis in sein Hoheitsgebiet zu kommen versuchen, um zu Sklaven mit Gehalt zu werden und etwas vom Konsum abzubekommen. Sie tun das schon. Der Chauvinismus und der Egoismus, die das System hervorbringt, sind sehr groß. Das wissen wir und werden weiter die Solidarität fördern, die unsere größte Ressource innerhalb und außerhalb unseres Vaterlandes ist.