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Stadtzeitung Saarbrücken

Integration

Tagung im Saarbrücker Schloss beschäftigt sich mit der Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt

Saarbrücken (sk) - Wo können Zuwanderer Deutsch lernen? Welche
Qualifizierungsmöglichkeiten bieten ARGE und Arbeitsagentur? Wie ist das mit der
Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen? Das ist nur ein Auszug der
Fragen, auf welche die Tagung "IMMIGRA Saarbrücken" am 3. Juni Antworten geben
möchte. Arbeitsmarktintegration ist das Schwerpunkthema der Veranstaltung, zu der
das Zuwanderungs- und Integrationsbüro der Landeshauptstadt Saarbrücken und der
Regionalverband gemeinsam mit weiteren Partnern ins Saarbrücker Schloss einladen.

"Eine jährliche Integrationskonferenz für Saarbrücken soll es ermöglichen,
regelmäßig Bilanz zu ziehen und neue Perspektiven aus gesamtstädtischer Sicht zu
entwickeln. So steht es im Integrationskonzept der Landeshauptstadt, das im Dezember
2007 vom Stadtrat einstimmig verabschiedet wurde. Mit der IMMIGRA Saarbrücken haben
wir dieses Vorhaben nun umgesetzt", sagt Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte
Britz (SPD).

Zwischen 10 Uhr bis 14 Uhr diskutieren zunächst Fachleute über aktuelle
Entwicklungen in den Bereichen Migration und Arbeitsmarkt. Dabei wird unter anderem
die Umsetzung des im vergangenen Jahr verabschiedeten Nationalen Integrationsplanes
besprochen. Weitere Themen sind die Existenzgründung von Zuwanderern, ein besserer
Zugang zum Arbeitsmarkt für Migranten sowie die Anerkennung von im Ausland
erworbenen Qualifikationen. Anmeldungen für die Fachtagung am Vormittag nimmt das
Zuwanderungs- und Integrationsbüro (ZIB) der Landeshauptstadt Saarbrücken entgegen.

Ab 14 bis 18 Uhr ist die IMMIGRA dann öffentlich. Der Eintritt für die Besucher ist
frei. An rund zwanzig Ständen können Interessierte Saarbrücker Beratungsstellen und
Angebote für Migranten kennen lernen. Caritas, Arbeiterwohlfahrt, Diakonisches Werk,
Rotes Kreuz und Paritätisches Bildungswerk werden ihre Angebotspalette für
Zuwanderer präsentieren. Der Lehrstuhl Deutsch als Fremdsprache an der Universität
des Saarlandes wird eine individuelle Beratung zum Deutschlernen anbieten. Und das
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wird über Integrationskurse informieren. Die
ARGE und die Arbeitsagentur Saarbrücken stehen mit einem großen Team für
Beratungsgespräche zur Verfügung und das Bürgeramt der Landeshauptstadt und die
Volkshochschule werden zum Thema "Einbürgerung" beraten. All diese Angebote sind nur
ein Auszug aus dem sehr umfangreichen Programm. Um Kommunikationsprobleme
auszuräumen, werden Dolmetscher für verschiedene Sprachen anwesend sein. "Wir haben
das Thema Arbeitmarktintegration zum Schwerpunkt der ersten IMMIGRA gemacht, da es
im Leben aller Menschen einen zentralen Stellenwert hat - ganz gleich ob Zuwanderer
oder Einheimischer", erklärte Oberbürgermeisterin Britz.

Parallel zur Informationsbörse finden in zwei Konferenzräumen Vorträge statt. Über
die aktuellen Neuerungen im Zuwanderungsrecht referiert Peter Aulenbacher
(Landesverwaltungsamt/ Zentrale Ausländerbehörde). Barbara Buchal-Höver und Simone
El Bahi von der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen in Bonn präsentieren
die Datenbank ANABIN für die Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen. Über
Antidiskriminierung in Bildung und Qualifizierung spricht Karin Meißner vom Projekt
GLANZ (Gleichbehandlung und Antidiskriminierung im Zentrum) des
Berufsfortbildungswerkes - Gemeinnützige Bildungseinrichtung des DGB GmbH (bfw). Das
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge informiert über Integrationskurse. Die
Landeshauptstadt und die Polizei Saarbrücken erläutern die verschiedenen
Ausbildungsmöglichkeiten im öffentlichen Dienst. Die IMMIGRA endet mit einer
Podiumsdiskussion zum Thema "Hürden und Sprungbretter - Zuwanderer als
ArbeitnehmerInnen und UnternehmerInnen". Es diskutieren: Aliakbar Hassanzadeh
(Unternehmer aus Riegelsberg), Domenico Sciascia (Wein- und Feinkosthändler aus
Saarlouis), Wolfgang Fehl (bundesweites Netzwerk IQ - Integration durch
Qualifizierung, Düsseldorf), Wolfhart Haase (Bereichsleiter Personal bei ZF
Getriebe, Saarbrücken) und Dr. Eva Backes-Miller (Ministerium für Bildung, Familie,
Frauen und Kultur des Saarlandes). Die Diskussion wird moderiert von Brigitte Henkes
(SR-Fernsehen).

Kooperationspartner der IMMIGRA sind neben Stadt und Regionalverband die
Saarländische Initiative Migration und Arbeitswelt (SIMA), die ARGE und die
Arbeitsagentur Saarbrücken, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die
Landeszentrale für politische Bildung, das bundesweite Netzwerk "IQ - Integration
durch Qualifizierung" sowie das Kompetenzzentrum InBeZ Mainz.