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Die Stiftung Demokratie Saarland lädt Sie ein: Noch freie Plätze

Soziale Hintergründe und Psychologie des Rechtsextremismus

am 16. Mai 2009 (9.00 bis 16.30 Uhr)

Ort: Eppelborner Hof, Eppelborn

Referent: Dr. Fernando Espinoza

Schriftliche Anmeldung erforderlich! (Seminarteilnahme kostenlos!)

In Krisenzeiten wächst die Anhängerschaft von Rechtsextremistische Parteien und Organisationen. Verbreitete Krisenerscheinungen wie soziale Desintegrationsprozeße, Arbeitslosigkeit und fehlende Lebensperspektiven erklären Teilaspekte der
Einstellungen und Verhaltensweisen von Anhängern rechtsextremistischer Gruppierungen. Diese haben sich bei ihren Angehörigen in einem langen individuellen
und sozialen Entwicklungsprozess herausgebildet, der mitverantwortlich ist, für die Entscheidungen vieler Jugendlicher, mit ihnen zu sympathisieren oder gar dazu zu gehören.

In den letzten Jahren sind ausreichende Erfahrungen und zuverlässige Studien zur Erörterung dieser Fragestellung entstanden, die als Grundlage des Seminars verwendet
werden. Im Seminar werden folgende Fragestellungen im Mittelpunkt stehen:

- Wie sind destruktive Vorstellungen und die Gewaltbereitschaft rechtsextremer
Gruppen aus einer psychologischen Perspektive zu verstehen?

- Weshalb spielen Wünsche nach Ausgrenzung von Ausländer und anderer Minderheiten so eine bedeutende Rolle im Denken und Handeln von Rechtsextremisten?

- Aus welchen Motivationen heraus bieten rechtextremistische Organisationen ihren
Mitgliedern und Sympathisanten einen schützenden und stützenden Raum?

- Welcher Beitrag zur "inneren" Stabilität ihrer Angehörigen bietet die Naziideologie oder Teilaspekte von ihr?

- Welche weiteren ideologischen Botschaften sollen die Angehörigkeit zu diesen
Organisationen untermauern?

- Welche Bedeutung haben Rituale und massenpsychologische Prozesse in
rechtextremistischen Organisationen bei der Verstärkung der Gruppenkohäsion ihrer
Anhänger?

Anmeldung an:

Stiftung Demokratie Saarland, Bismarckstr. 99, 66121 Saarbrücken,

Tel: 0681/90626-0, Fax 0681/90626-25

E-mail: k.bommersbach@stiftung-demokratie-saarland.de

Web: www.stiftung-demokratie-saarland.de <http://www.stiftung-demokratie-saarland.de/>

4. Mai, 18:00 Uhr, Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag "Psychologie des Alters"

von Prof. Dr. Rainer Dollase

Die Alterspsychologie hat sich jahrzehntelang mit der Frage der angemessenen
Gestaltung der Alterszeit beschäftigt und Bereiche identifiziert, in denen unsere
Fähigkeiten besser bzw. schlechter werden, und erforscht, wie man diese fördert bzw.
ausgleicht. Das "dritte Alter" (von ca. 60 bis 80) ist dabei jenes, in denen die
Prinzipien der Selektion, der Kompensation und Optimierung zu einem erfüllten und
leistungsfähigen Leben führen können. Anders im "vierten Alter" (ab 80) - der
Abschied erfordert nicht nur Förderung und Herausforderung, sondern auch die
Fähigkeit zum Rückzug und die Einfügung in das Unvermeidliche. Im Vortrag werden die
individuellen und gesellschaftlichen Schlussfolgerungen aus der neuen
entwicklungspsychologischen Basis der Alterspsychologie gezogen und kritisch
reflektiert.

Prof. Dr. Rainer Dollase, geb. 1943, Studium der Psychologie in Saarbrücken,
Düsseldorf und Köln. Von 1970 bis 1976 Abteilungsleiter in einem empirischen
Forschungsinstitut, von 1976 bis 1980 Wissenschaftlicher Rat und Professor an der
Universität Essen und seit 1980 Professor für Psychologie an der Universität
Bielefeld.

Ablehnung eines Rufes an die Uni Lüneburg im Jahre 1993. Von 1993 bis 2008 Mitglied
des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität
Bielefeld, von 2005 bis 2007 Mitglied des Graduiertenkollegs "Gruppenbezogene
Menschenfeindlichkeit" (Bielefeld/Marburg). Zahlreiche empirische Forschungsprojekte
zu Fragen der Entwicklungspsychologie, pädagogischen Psychologie, Sozialpsychologie,
Fremdenfeindlichkeit und zu Fragen der Zeitstrukturierung der Lebenszeit ("Temporale
Muster" mit Hammerich und Tokarski).

Um Anmeldung <mailto:c.oschmann@stiftung-demokratie-saarland.de> wird gebeten!

Konzert für Victor Jara

Victor Jara, chilenischer Sänger und Musiker, ermordet im Sept. 1973


Freitag, 8. Mai 2009 um 19 Uhr im Theater „Blauer Hirsch“ Saarbrücken, Saargemünder Straße mit Romina Tobar - Gitarre und Andeninstrumente Gustavo Lepre – Gesang und Andeninstrumente Daniel Osorio – Gesang und Andeninstrumente

Lieder von Victor Jara - Lieder aus Lateinamerika Musikalische Leitung: Daniel Osorio Unkostenbeitrag: 8,- €, erm.: 5,- €

Chilenischer September

Der 11. September ging schon einmal in die Geschichte ein. Am 11.09.1973 senkte sich
die Nacht des Faschismus über das freie Chile. Unter Führung General A. Pinochet putschte das Militär nach einem Plan der CIA und unter Zustimmung der US-Regierung. Präsident Salvador Allende fiel im Kampf gegen die Putschisten, unzählige Anhänger der „Unidad Popular“ (UP) wurden ermordet, verschleppt.

Victor Jara war einer der bekanntesten Vertreter des „nueva canción“, des neuen
lateinamerikanischen Volksliedes. Er war Leiter der Kulturabteilung der Kommunistischen Partei Chiles, hatte durch Konzerte die UP unterstützt. Seine Lieder handelten vom Alltagsleben der Bauern, Arbeiter, der Frauen und Kinder; sie machten Mut, bewegten zum selbst Tätigwerden, brachten auch die Freuden der einfachen Menschen zum Ausdruck.

Am 12. September wurde er in Santiago de Chile auf dem Universitätsgelände verhaftet und ins Stadion (Estadio Chile) verschleppt. Nach überlebenden Augenzeugen wurde er brutal misshandelt; damit er nicht mehr Gitarre spielen konnte, wurden ihm die Hände mit Gewehrkolben zertrümmert. Zum letzten Mal sang er die Hymne der Unidad Popular mit den anderen Gefangenen. Am 18. Sept. wurde Victors Frau Joan de Jara von einem Angestellten des Leichenhauses nachts zu Victors Leiche geführt. Sie konnte seine Leiche abholen und begraben. Kurz darauf emigrierte sie.

Erst 1989 endete die faschistische Diktatur. Joan de Jara kehrte nach Chile zurück, wo sie 1994 die Victor-Jara-Stiftung gründete. Im September 2003, zum 30. Jahrestag seiner Ermordung, wurde das Estadio Chile offiziell in Estadio Víctor Jara umbenannt

Romina Tobar und Daniel Osorio stammen aus Chile und leben z. Zt. in Saarbrücken. D.
Osorio ist Absolvent der Musikhochschule Saar­brücken im Fach Komposition; er hat
bei der Saarbrücker Aufführung des „Canto General“ mit einer Eigenkomposition im
Programm mitgewirkt.

Gustavo Lepre stammt aus Argentinien und lebt in Saarbrücken.

Eine Veranstaltung der

Marx-Engels-Gesellschaft Saarbrücken-Trier

Kontakt & V.i.S.d.P: <mailto:meg_st@gmx.de> meg_st@gmx.de