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27. April, 18:00 Uhr, Stiftung Demokratie Saarland, Bismarckstr. 99, 66121 Saarbrücken

Vortrag "Charismatische Herrschaft im 20. Jahrhundert" von Prof. Dr. Hans-Ulrich Wehler

Mit dem Vernichtungskrieg gegen die osteuropäischen Staaten und der Genozid an den europäischen Juden wurde der Tiefpunkt eines "Zivilisationsbruches" errreicht.
Dieser wäre nicht möglich gewesen ohne die "charismatische Herrschaft" Adolf
Hitlers. Nach Wehlers Auffassung handelt es sich dabei aber keineswegs um einen
Irrtum der Geschichte, ganz im Gegenteil: Um Hitler und die Folgen zu begreifen,
braucht er "keine Schizophrenie und keinen Sadomasochismus", die nationalsozialistischen Jahre kann er durchaus in die Kontinuität der neueren deutschen Geschichte einordnen.

Prof. Dr. Hans-Ulrich Wehler, geb. 1931 in Freudenberg/Siegerland. Von 1952 - 1959
Studium der Geschichte und der Soziologie an den Universitäten Köln, Bonn,
Athens/Ohio, USA. Promotion 1960, Habilitation 1968, von 1968-70 Privatdozent in
Köln. 1970/71 Professor für amerikanische Geschichte an der Freien Universität
Berlin, seit 1971 Professor für Allg. Geschichte des 19./20. Jahrhunderts an der
Universität Bielefeld; 1996 Emeritierung. 1972 und 1989 Gastprofessor an der Harvard
University, Cambridge/Mass; 1976 an der Princeton University, Princeton/N.J.;
1983/84 und 2004 an der Stanford University, Stanford/Cal.; 1987/88 an der
Universität Bern und 1997 an der Yale University, New Haven/Conn.

Linke Lieder zur rechten Zeit

Trotz alledem am 25. April

Neunkirchen/Saar (sk) - Die ver.di Betriebsgruppe im Städtischen Klinikum Neunkirchen lädt zur großen Kulturveranstaltung mit Marx, Ruge und Holzhauser am 25. April ein. Ein kultureller Beitrag zum 1. Mai. Mit zu dem Künstlertrio gehört auch
Hans Ruge, Krankenpfleger und Personal-
ratsvorsitzender im Knappschaftskrankenhaus Sulzbach. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen.

Betrachtet man sich die Inhalte im Einzelnen, könnte man auch sagen, es handelt sich um alte Lieder in einer neuen Zeit. Musik, die bis 1989 vor allem von so genannten Liedermachern präsentiert wurde, einer Künstlergattung, die danach scheinbar genauso schnell überflüssig wurde wie die große politische Utopie.

Aus der sich daraus entwickelnden Langeweile und dem exhibitionistischen Drang zur Bühne entstand ein neues Programm mit alten Liedern, immer wieder in einer Conférence verächtlich aus der neoliberalen Ecke kommentiert von Reiner Marx, der sich nach eigener Aussage etwas Angenehmeres hätte vorstellen können, als diese ollen Kamellen einem gleichfalls gelangweilten wie unwissenden Publikum ankündigen zu müssen. Warum er sich gegen seinen Willen in die Niederungen der Arbeiterbewegung herab- und auf deren Kulturgut einlässt, ist eine der spannenden Fragen, die an
diesem Abend beantwortet werden wird.

Das Programm ist in Blocks eingeteilt. Diese beschäftigen sich zeitschienenmäßig
klar sortiert zunächst mit der Freiheit, dann mit den Bauern, gefolgt von derAuseinandersetzung mit Querulanten und dem Frühfeminismus. Der erste Teil endet miteinem besinnlichen Exkurs zum Thema Nähr- und Wehrstand. Die Pause ist immer zu
kurz, danach geht es um stramme Märsche, harten Widerstand, die Nachkriegsära und die große Zeit des deutschen Schlagers. Vor dem Schluss- oder Prellbock wird zur Auflockerung und Publikumsversöhnung noch ein kurzer Trip nach Lateinamerika eingeflickt. Zugaben sind an der Tagesordnung, allerdings äußerst knapp bemessen und ohne jede Zuordnung, obwohl sich der Begriff Dessertblock nahezu aufdrängt.

Das Programm wird durch das Tagesgeschehen zwangsläufig aktualisiert, also wird auch
die notwendige Beschäftigung mit Finanzkrise, Landtagswahlen, einem Herrn Müller und
anderen nicht fehlen…

Zu hören gibt es also reichlich an diesem 25. April 2009 um 19.30 Uhr, zum Spottpreis von 8 €. Hingehen oder nicht? Trotz der alten Lieder? Trotz des Fernsehsamstagabends? Trotz der geilen Technodisco? Trotz des .... Ja! Unbedingt!
Hingehen! Und zwar: „Trotz alledem!“ – so der alte Titel des hoch aktuellen Programms von und
mit Marx, Ruge & Holzhauser. Präsentiert von der ver.di Betriebsgruppe im Städtischen Klinikum Neunkirchen im Kulturhaus Wiebelskirchen

Vorverkaufsstellen: Betriebsrat Krankenhaus Neunkirchen (0 68 21) 18 20 06