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16. März, 18:00 Uhr, Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag "Chinas neue Rolle in der Welt"

von Prof. Dr. Eberhard Sandschneider

Die deutschen Interessen gegenüber China lassen sich auf zentrale Punkte
konzentrieren: Zur Lösung globaler Probleme vom Klimawandel über Pandemien bis hin zur Energiesicherheit führt kein Weg an der aufstrebenden Weltmacht vorbei. Darüber hinaus hat die deutsche Außenpolitik - insbesondere vor dem Hintergrund unserer eigenen Geschichte - das Ziel, die Universalität der Menschenrechte als Grundkonstante in der von der "westlichen Welt" propagierten internationalen Ordnung zu fördern. Dabei darf die deutsche Regierung keineswegs zum "Leisetreter" werden,
sondern muß weiterhin darauf dringen, daß eine friedliche, nachhaltige Lösung
gefunden wird - aber ohne der chinesischen Seite aus wahltaktischen Gründen einen Gesichtsverlust zuzufügen. Das wäre in der gegenwärtig aufgeheizten Stimmung mehr als kontraproduktiv. Verfehlte Feindbilder, wie sie derzeit die politische Debatte in Deutschland prägen, tragen dazu nichts bei. In der Tibet-Frage kann Deutschland zeigen, wie sehr wir zur Lösung des Problems beitragen wollen - nicht durch Parolen in Lokalblättern, sondern hinter verschlossenen Türen.

Auszüge aus einem Standpunkt-Papier der DGAP vom Mai 2008

Prof. Dr. Eberhard Sandschneider, geb. 1955, studierte Anglistik, Klassische
Philologie und Politikwissenschaft in Saarbrücken. Zwischen 1995 und 1998 lehrte er als Professor für Internationale Beziehungen an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz und übernahm 1998 die Professur für die Politik Chinas und Internationale
Beziehungen an der Freien Universität Berlin. Von 1999 bis 2001 leitete er das Otto
Suhr Institut als Geschäftsführender Direktor und war von 2001 bis März Dekan des
Fachbereichs Politik und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin. Seit
2003 ist er Otto-Wolff-Direktor des Forschungsinstitutes der Deutschen Gesellschaft
für Auswärtige Politik (DGAP).

Zu seinen letzten Publikationen zählen unter anderem: "China-Europe Relations.
Perceptions, Policies and Prospects" (als Mitherausgeber), Routledge, 2007; "Globale
Rivalen - Chinas unheimlicher Aufstieg und die Ohnmacht des Westens", Hanser Verlag,
2007; "Is China's military modernization a concern for the EU?", in: Facing China's
rise - Guidelines for an EU-strategy, Chaillot Paper No. 94, 2006; "Empire -
Veröffentlichungen der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft (DGfP)", Band
23, 2007.

4. April, 8:30 - 19:30 Uhr, nach Trier

Fahrt in die Geschichte Kerneuropas "Barbie, Globke, Eiden, Altmann und der schwarze General"

mit Ulrich Andres in Kooperation mit Europe Direct

Was haben der letzte Lagerälteste des KZs Buchenwald, der Kommunist Hans Eiden, der Gestapo-Chef Klaus Barbie, genannt der "Schlächter von Lyon", der Staatssekretär Adenauers und Kommentator der NS-Rassengesetze Hans Globke, der ermordete Oberrabbiner Adolf Altmann und der auf Heinrich Himmlers Veranlassung abgelöste "schwarzen General" Theodor Groppe gemeinsam?

Alle Fünf waren Bürger der Stadt Trier, unserer grundkatholischen Nachbarstadt, und haben in der Zeit des Nationalsozialismus und auch später noch - Barbie wird erst 1983 gefasst und dann 1987 verurteilt - in unserem Land und speziell in Trier unser aller Geschichtsbild mit geschrieben.

Das heutzutage touristisch sehr stark nachgefragte Trier präsentiert sich als
Monument der Römerzeit und als Geburtsort von Karl Marx. Die Tausende, die unlängst zur Konstantins- Ausstellung durch das Diözesan-Museum gegangen sind und die prächtigen Fundstücke dieser Epoche der römischen Hochkultur bewundert haben, wussten wohl kaum, dass sie auf dem Boden und in den Räumen des gefürchteten früheren Polizei- und Gestapo-Gefängnisses in der Windstraße standen.

Trier tut sich noch immer schwer mit der NS-Vergangenheit, wie viele Städte und Gemeinden aber es gibt einen Arbeitskreis "Trier in der NS-Zeit", der sich zusammen mit der AG Frieden e.V. und noch vorhandenen Zeitzeugen bemüht, diese bedeutende Seite der jüngeren Stadtgeschichte aufzuarbeiten und erlebbar zu machen.

Eine "alternative" Stadtführung wird dieses Trier präsentieren. Da bei dem
zweistündigen Rundgang öfters der Name des SS-Sonderlagers Hinzert erwähnt werden wird, soll am Nachmittag auch dort ein Besuch mit Führung stattfinden.

Ulrich Andres, geb. 1940 in Bonn. Gelernter Sozialarbeiter mit langjähriger
Erfahrung in sozialen Brennpunkten und der Jugend- und Kulturarbeit im Rheinland und in der Pfalz. Aktiv in gewerkschaftlicher und berufsständischer Arbeit auf Landesebene. Ab 1985 Angestellter der Landeshauptstadt Saarbrücken und Orientierung in die Erwachsenenbildung mit Schwerpunkt im regionalen grenzüberschreitenden Bereich und ab 1995 zur Senioren-Kulturarbeit. Seit Juni 2005 Rentner und weiterhin, auch ehrenamtlich, in der regionalen Kulturarbeit tätig.

Teilnahmebeitrag: 30,00 Euro, die Abfahrt ist in Saarbrücken.

Schriftliche Anmeldung <mailto:c.oschmann@stiftung-demokratie-saarland.de>
erforderlich! Anmeldeschluß ist Sonntag, der 8.3.. Teilnahmebedingungen
<http://www.stiftung-demokratie-saarland.de/index.php?id=teilnahmebedingungen>

Die Teilnahme an allen unseren Veranstaltungen ist - abgesehen von denen, bei denen ein Eintrittspreis genannt ist - kostenlos.

Kontakt:

Stiftung Demokratie Saarland

Bismarckstr. 99

66121 Saarbrücken

Tel.: 0681 / 906 26 - 21

Fax: 0681 / 906 26 - 25

eMail:
c.oschmann@stiftung-demokratie-saarland.de