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WWF-Report: Kriminelle Fischerei zerstört Bestände. Illegale Ware auch in Deutschland.
Fischmafia plündert Kabeljau & Seelachs
.......

Zur Weltwasserkonferenz in Stockholm: Fleischkonsum verbraucht mehr Wasser als ein Jahr lang täglich Duschen ........
9.UN-Umweltgipfel in Bonn - Artenvielfalt auf der Kippe

WWF: Trotz einiger Fortschritte wird der Gipfel das Artensterben wohl nicht stoppen..................

PETA Deutschland e.V. fordert sofortigen Einfuhrstopp für zwei junge Nashörnern aus
Afrika

Zoo Augsburg in der Kritik

Augsburg (sk) - Der geplante Import von zwei jungen Nashörnern aus Afrika für den Zoo Augsburg steht in der scharfen Kritik der Tierrechtsorganisation PETA
Deutschland e.V. Die Organisation fordern den Zoo in einem offen Brief auf, dass Vorhaben zu stoppen. Der Import verschwende nicht nur finanzielle Mittel (mehr als 70.000 Euro) sondern stellt auch einen erheblichen Widerspruch zum Arten- und Tierschutzgedanken dar.

„Das Südliche Breitmaulnashorn, dass der Zoo importieren möchte, wird weder als stark bedroht noch als bedroht eingestuft. Der Bestand hat sich erheblich erholt und
wird mittlerweile auf über 14.500 Tiere geschätzt. Aus dem Grund der
Zurschaustellung („Big Five“) sollen nun zwei Nashorn-Wildfänge importiert werden“,
so Frank Albrecht, Zooexperte von PETA Deutschland e.V. „Dieses Vorhaben
widerspricht nicht nur den obersten Zielen der internationalen Zoogemeinschaft
sondern ist auch aufgrund der erheblichen Leiden und Qualen durch den Fang und den
Transport ein höchst tierschutzwidriger Akt.“


Schräge Idee: - Elche sollen in Norwegen mit Paintballs von Wohngebieten
ferngehalten werden.
Elchjagd in Norwegen mit bunten Farbbeuteln
Oslo/Bod (sk) - Norwegische Elche sollen durch das Abfeuern von bunten Paintballsauf ihr Fell vom Eindringen in Wohngebiete abgehalten werden. Wie der RadiosenderNRK berichtete, hat unter anderem die Stadt Bod im Norden des Landes ihre kommunalenElchjäger mit Druckpistolen und bunten Farbbeuteln sowie Schutzmasken für dieSchützen ausgerüstet.Eine Behördensprecherin in Bod meinte, die neue Art der Elchjagd habe einen abschreckenden Effekt für die Elche. Allerdings verschwindet die in Paintballs übliche Wasserfarbe zu schnell wieder. Deshalb experimentiert das zuständige Wildamtderzeit mit Öl-Farbmischungen. Man müsse eine Farbe finden, die haltbar sei, denTieren aber gesundheitlich nicht schade, sagte die Sprecherin. Ziel sei es, die Elche dauerhaft mit bunten Farbklecksen zu garnieren, damit es keine Verwechslung gibt, wenn doch ein zu aggressives Tier erlegt werden müsse, so die Behördensprecherin. Paintball hat in den letzten Jahren international zunehmende Popularität als Abenteuersport gewonnen. Der mit Farbklecksen getroffene Teilnehmer muss als "tot" aus dem jeweiligen Spiel ausscheiden. Der ballernde Gegenspieler ruft dann: "Gotcha!" ("Hab' dich!“). Touristen, die ihren Urlaub in Norwegen verbringen wird geraten, bei Begegnungen mitGotcha-Elchen nicht gleich die Fassung zu verlieren. Nicht der letzte Schnaps vongestern Abend sei Schuld an der halluzinogenen Begegnung der schrägen Art, sonderndie kommunalen Elchjäger seien unterwegs gewesen.

Stadtzeitung

Tiere -----

PETA-Video zeigt grausame Hundefolter beim bolivianischen Militär


03.03.09

Tierrechtsorganisation fordert Boliviens Präsident auf, Traumaübungen zu beenden

Schon seit Jahren führt das bolivianische Militär grausame Übungen an zuvor zum Teil entführten Hunden durch. Dies wurde nun durch Videos und Aussagen von Soldaten der Bolivian School of Condors bekannt. PETA Deutschland e.V.(People for the Ethical Treatment of Animals) liegen in diesem Zusammenhang zwei Videos vor auf denen zu sehen ist, wie Soldaten lebendige Hunde zuerst fixieren und dann immer wieder auf sie einstechen, während die gequälten Tiere vor Schmerz und Angst laut schreien und winseln. Die Übungen sollen die Soldaten angeblich auf die Gewalt im Kampfeinsatz vorbereiten. Aus diesem Grund hat PETA Deutschland e.V. den bolivianischen Präsidenten Juan Evo Morales Ayma nun in einem Schreiben aufgefordert, die Verwendung von Tieren in der Militärausbildung umgehend zu verbieten.

„Die brutalen Bilder schockieren jeden Tierfreund“, so Harald Ullmann, 2. Vorsitzender von PETA Deutschland e.V. „Jetzt müssen wir internationalen Druck aufbauen, um diese unglaubliche Tierquälerei zu beenden.“

Auf dem ersten Video ist der Ausbilder zu sehen, wie er einem lebendigen Hund immer wieder in den Kopf und die Brust sticht. Anschließend schneidet der Ausbilder dem Tier das Herz heraus und schmiert es den Soldaten ins Gesicht; einige zwingt er, das rohe, blutige Fleisch zu essen. Das zweite Video zeigt Soldaten, die nachts die Gliedmaßen und den Mund eines Hundes fixieren, während ein anderer Soldat dem Hund in die Brust sticht. Ein Soldat wirft sich mit seinem Gesicht in die offene Brust des Hundes und steht demnach mit hochgerissenen Armen auf. „Er sticht das Messer in die Brust des (Hundes), während das Tier schreit, sich windet und laut jammert, bis (der Hund) auf dem Boden liegt, während er (den) Brustkorb öffnet und mit (seinem) Mund das noch immer schlagende Herz des (Hundes) herausnimmt. (D)ie anderen Auszubildenden schlagen ihn und fordern ihn auf, (seinen) Kopf in die offene (Brust) des Hund(es) zu stecken, um mit den Zähnen verschiedene Organe herauszuholen“, so ein bolivianischer Soldat über die Traumaübungen.

Besonders makaber: das Quälen der Hunde soll jedes Jahr auf den 28. April – den Tag der Nazimorde der „Nacht der langen Messer“ – fallen. „Tiere zu verstümmeln findet keine Rechtfertigung und wir möchten Sie höflichst auffordern, diese Verwendung von Tieren innerhalb des bolivianischen Militärs zu beenden“, so PETA Deutschland e.V. im Brief an Präsident Morales.

Weitere Informationen und die beiden Videos finden Sie unter www.peta.de.

Direktlink: http://action.peta.de/ea-campaign/clientcampaign.do?ea.client.id=44&ea.campaign.id=2742

Auf der Spur des Roten Tunfischs

Roter Tunfisch im Mittelmeer braucht wirkungsvollen Schutz - WWF besendert Fische
vor Spaniens Küste.

Frankfurt (sk) - Einst tummelte sich der Rote Tunfisch (auch Blauflossen-Tunfisch
genannt) massenhaft im Mittelmeer. Doch in den vergangenen Jahren sind die Bestände
um bis zu 90 Prozent eingebrochen. Einer der beliebtesten und wertvollsten
Speisefische steht damit kurz vor dem Verschwinden. Die Ursache des Niedergangs ist
nach Ansicht des WWF eindeutig: Derzeit werden jährlich schätzungsweise 60.000
Tonnen Tunfisch im Mittelmeer gefangen. Das ist doppelt soviel wie von der EU
erlaubt und viermal soviel wie von Wissenschaftlern empfohlen.

Das Mittelmeerprogramm des WWF startet daher zur Rettung des Tunfischs ein bis dato
einmaliges Projekt und bestückt vor Spaniens Küste Tiere mit Sendern. Bisher ist der
„König der Meere“ nämlich noch ein in vielerlei Hinsicht unbekanntes Geschöpf. Wie
sehen seine Lebensgewohnheiten aus? Wie verlaufen seine Wanderrouten? Gibt es
tatsächlich einen Bestand im östlichen Mittelmeer, der niemals den Atlantik besucht?
- Der WWF hofft, Antworten auf einige dieser Fragen zu erhalten und dadurch mehr
über die geheimnisvollen Tunfische zu erfahren. „Es ist ein Skandal, dass wir so
wenig über diese Art wissen und sie gleichzeitig jedes Jahr in unvorstellbaren
Massen aus dem Meer fischen“, sagt Karoline Schacht, Fischereiexpertin bei WWF
Deutschland.

Mit dem gewonnen Wissen können - nach Abschluss des dreijährigen Projekts -
effektive Schutzmaßnahmen für die Fische und nachhaltige Fischereipläne erstellt
werden. „Nicht nur der Tunfisch, sondern auch die Fischer werden von diesem Wissen
profitieren“, erklärt Karoline Schacht weiter. „Die Fischindustrie vor Ort kann nur
überleben, wenn der Bestand des Blauflossen-Tunfisch im Mittelmeer nicht
zusammenbricht.“

Große Hoffnungen setzt der WWF in die Pop Up-Sender, mit denen ausgewachsene, über
40 kg schwere Exemplare bestückt werden. Diese zeichnen im Minutentakt den genauen
Aufenthaltsort und die Meerestiefe der Tiere auf. Zu einem bestimmten Zeitpunkt löst
sich der Sender vom Fisch, treibt zur Meeresoberfläche und kann dann via Satellit
von den Forschern des WWF ausgelesen werden. „Es ist ein Rennen gegen die Zeit. Aber
wir hoffen, dem mysteriösen Roten Tunfisch doch noch seine Geheimnisse entlocken und
ihn somit letztlich vor dem Aussterben bewahren zu können“, erklärt WWF-Expertin
Karoline Schacht abschließend.

Preisschock bei illegalem Elfenbein

Aktueller WWF-Report: bis zu 1.500 US-Dollar für ein Kilogramm Elfenbein. - Vor dem Aussterben: Nur noch etwa 150 Elefanten in Vietnam am Leben.

Frankfurt - Die wenigen überlebenden Elefanten in Indochina kommen durch die steigenden Preise für Elfenbein in Vietnam immer mehr unter Druck. Das hat eine neue Studie des WWF und des Netzwerks zur Beobachtung des Wildartenhandels TRAFFIC ergeben. Auf dem vietnamesischen Schwarzmarkt werden, dem heute veröffentlichten Report zufolge, für ein Kilogramm Elfenbein aus Elefantenstoßzähnen bis zu 1.500 US-Dollar bezahlt. Wilderer können daher mit nur einem einzigen Stoßzahn - je nach Gewicht - zwischen 7500 und über 10.000 US-Dollar verdienen. Der Schwarzmarktpreis hat sich damit im Vergleich zu der einmaligen, legalen Elfenbeinauktionen unter Aufsicht des Sekretariats des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES im vergangen Herbst mehr als verzehnfacht. „Der hohe Preis hat uns geschockt. Umso höher der Schwarzmarktpreis ist, umso massiver wird die Bedrohung für die letzten Elefanten in Süd- und Südostasien“, warnt Volker Homes, Artenschutzexperte beim WWF Deutschland.

Dem WWF-Report zufolge wurden in 73 Geschäften in ganz Vietnam über 2.400 Objekte aus Elfenbein gefunden. Dem stehen gerade einmal rund 150 lebende Elefanten in dem südostasiatischen Staat gegenüber. Zudem tragen nur die männlichen Tiere der Asiatischen Elefanten Stosszähne. Elefanten und Elfenbein werden jedoch auch aus Myanmar (Burma), Laos und Kambodscha nach Vietnam geschmuggelt. Elfenbein aus Afrika wurde diesmal nicht entdeckt, auch wenn es bis 2004 illegal nach Vietnam importiert wurde. „Besonders besorgniserregend ist der Handel mit Elfenbein im Internet. Die steigende Nachfrage treibt die Preise immer mehr in die Höhe“, so die WWF-Experte Homes. „Der illegale Handel mit Elfenbein muss dringend eingedämmt und bekämpft werde, sonst droht den letzten Elefanten in den Mekongländern das Aussterben.“ Während sich die Elfantenpopulationen im südlichen Afrika in den vergangenen Jahren stabilisiert haben, hat sich die Situation des Asiatischen Elefanten nicht verbessert. Die Art gilt weiterhin als „stark gefährdet“.

Der Handel mit Elfenbein wurde zwar 1992 in Vietnam offiziell verboten, doch eine Lücke im Gesetz macht den Verkauf weiter möglich. So ist es erlaubt, Elfenbein aus der Zeit vor dem Verbot zu verkaufen. Das ermöglicht den Elfenbeinhändlern, ihre Lager aus frischem, illegalem Elfenbein weiter aufzustocken, da der Nachweis der Herkunft und des Alters schwierig ist. Die neue Studie empfiehlt eine strengere Gesetzgebung und die Einhaltung der internationalen Artenschutzkonvention (CITES) in Vietnam. Dazu müsste das Land auch den Gesetzesvollzug massiv verschärfen. „Elfenbeinprodukte müssen sofort beschlagnahmt und vernichtet werden“, fordert Volker Homes.

Tierschutz in Nordeuropa bald so miserabel wie in Südeuropa?

Harz IV auch für Haustiere oft die Hölle - Keine Hilfe von Staat und Politiker


Pulheim (sk) - Die Tierversuchsgegner Pulheim e.V. – MENSCHEN FÜR TIERRECHTE klagen über die Zunahme von herrenlosen Hunden und insbesondere Katzen. Es sei den meisten Tierhalter kaum möglich ihre Tiere vernünftig zu halten, kastrieren bzw. sterilisieren und tierärztlich versorgen zu lassen.

„Die Kosten explodieren und die Arbeitsplätze schrumpfen“, so Gerd Straeten, Vorsitzender der Tierschutz-Organisation. „Haustiere werden angeschafft ohne an die späteren Konsequenzen zu denken und was aus den Tieren wird wenn der Verlust der Arbeitsstelle droht. Meist scheitert der Versuch das eigene Familienmitglied im Tierheim unterzubringen, weil die Abgabekosten von mindestens 40,-- Euro nicht
aufzubringen sind oder das Tierheim hoffnungslos überfüllt ist.“ Aus diesen Gründen würden bereits sehr viele Tiere „entsorgt“ indem man sie einfach auf die Strasse setzt.

„Ausgerechnet Katzen verwildern bereits nach kurzer Zeit und werden Menschenscheu. Anwohner fühlen sich durch diese bedauernswerten Tiere belästigt und fordern ehrenamtlich arbeitende Tierschützer auf, diese Katzen einzufangen und aufzunehmen. Falls dies nicht sehr bald geschieht, werden wir massiv unter Druck gesetzt indem man uns die Tiere unkastriert einfach vor die Türe setzt“, erklärt der Tierschützer.
Obwohl dies für das jeweilige Tier noch die humanere Art sei, könne sich wohl kaum jemand der Mitbürger vorstellen, welche Probleme sie damit den Tierschützern bereiten.

„Unser Gnadenhof für alte, kranke und menschenscheue Katzen ist auch nach fast drei Jahren immer noch nicht fertig. Obwohl wir schon viel geschafft haben fehlt es immer
noch an allen Ecken“, schildert Straeten. „Nicht allein die finanzielle Unterstützung für Baumaterialien der Umbauten zur Unterbringung von unvermittelbaren Katzen fehlt. Die Spendenbereitschaft der Tierfreunde ist in den letzten Jahren sehr stark zurückgegangen, so dass wir kaum die notwendigen anfallenden Futter-, Kastrations- und Tierarztkosten aufbringen können. Auch sonst lässt die Hilfsbereitschaft sehr zu wünschen übrig. Mit der Betreuung der bereits vorhandenen Tiere stehen meine Frau und ich völlig alleine. Hilfskräfte müssen bezahlt werden. Unsere privaten Ersparnisse stecken bereits in diesem Projekt und allein von meiner Rente können wir es nicht unterhalten.“ Die Tierschützer sind dringend auf ideelle
und finanzielle Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Sie erhalten keinerlei Unterstützung von der Stadt oder den Kommunen.

Illegale Züchter würden kranke Tiere verkaufen, die früher oder später ebenfalls im Asyl für Gnadenbrot-Katzen bei Straeten und/oder einem Mitglied des Vereins landen. So berichtet Margit Cleve, Mitglied der Menschen für Tierrechte: „Wir versuchen allein stehende Senioren, deren einziger Lebensinhalt ihr Hund oder ihre Katze ist, mit Futter zu unterstützen, das wir aus privater Geldbörse finanzieren damit sie ihr geliebtes Haustier behalten können. Aber inzwischen sind auch uns Grenzen gesetzt.“

„Der Süden Europas wurde im Tierschutz als unterentwickelt und hilfsbedürftig angesehen. Nun sind wir es. Der reiche Norden“, klagen die Tierschützer und fühlen sich von Kommunen und verantwortlichen Politiker kläglich im Stich gelassen. „Wir sind sehr bald nicht mehr in der Lage diesen armen Menschen und Tieren zu helfen und weiterhin zu unterstützen, die so dringend auf unsere Hilfe angewiesen sind. Bisher haben wir den Städten und Kommunen die Verantwortung, Arbeit und Kosten abgenommen. Doch sehr bald werden Ordnungs- und Veterinärämter merken, dass sie alleine mit dem Riesenproblem fertig werden müssen, denn der Kollaps ist da!“

Die Tierschützer befürchten, dass dann auch hier wie in den südlichen Ländern staatliche Entsorgungs- und Tötungsstationen entstehen werden, weil die Behörden nicht wissen wohin mit all den Tieren! „Es besteht jedenfalls dringender Handlungsbedarf!“ mahnen die Tierschützer:

Der Gesetzgeber wäre daher dazu aufgefordert, Bestimmung zu erlassen, die eine tierfreundliche Eindämmung der Vermehrung solcher Tiere vorsieht. Eine Kastrationspflicht müsste außerdem der Bevölkerung bekannt und verständlich gemacht werden. Nur so könnte letztendlich die leichtfertige Vermehrung von Katzen durch Privatpersonen eingedämmt werden, die wesentlich zur Überfüllung der Tierheime beiträgt.

Eine Kontrolle, ob der Kastrationspflicht nachgekommen wird, wäre ebenfalls notwendig und wünschenswert. Tiere sind fühlende Lebewesen mit autonomen Wünschen und Interessen. Es ist generell fragwürdig Tiere zu Waren zu machen und sie zu verkaufen. Umso kritischer zu betrachten, ist der Umstand, dass Menschen Tiere vermehren um damit Geld zu
verdienen, obwohl gleichzeitig eine große Zahl von Tieren in Tierheimen festsitzt und dringend Plätze für diese Tiere benötigt werden würden.

In der jetzigen Situation wäre es jedenfalls wünschenswert, die Zucht von Heimtieren zweckgebunden zu besteuern. Damit könnte ein doppelt positiver Effekt erzielt werden: Einerseits würde dadurch der Preis gezüchteter Tiere ansteigen und es wäre daher die Übernahme eines Tierheimtieres gegenüber dem Kauf eines gezüchteten Tieres finanziell interessanter, was zu einer Entlastung der Tierheime führen würde. Auf der anderen Seite könnten die damit erzielten zusätzlichen staatlichen Einnahmen zur Finanzierung von Tierheimen und kleinen Tierschutz-Organisationen herangezogen werden.

Die massenhafte Vermehrung von Tieren unter schlechten Verhältnissen für größeren Profit sollte generell verboten werden. Im Falle von Hundezüchtern sieht das
beispielsweise so aus, dass mehrere Rassen parallel züchten und in einem Ausmaß und einer Intensität, dass die Hunde nicht mehr in den Familienverband integriert werden können.

Das Ergebnis sind Hunde in Zwingerhaltung und Welpen, die schlecht sozialisiert wurden, und in weiterer Folge oft zu so genannten "Problemhunden" werden, die Langzeitbewohner und -bewohnerinnen von Tierheimen werden.

Tiger-Krise in Nepal

Dramatischer Rückgang: Wilderei dezimiert Tigerbestände im Shuklaphanta Reservat.
„Global operierende Mafia“ bedroht die seltenen Großkatzen
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Frankfurt/main (sk) - Die Tiger-Populationen des Shuklaphanta Wildlife Reservats, in der Grenzregion zwischen Nepal und Indien gelegen, ist innerhalb von nur zwei Jahren um 70 Prozent eingebrochen. Zu diesem erschütternden Ergebnis kommt eine Langzeitstudie des WWF, in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen vor Ort. Das über 300 km² große Reservat beherbergt demnach schätzungsweise nur noch sechs bis 14 Tiger. Zum Vergleich: Im Jahr 2005 durchstreiften noch zwischen 20 und 50 der majestätischen Großkatzen die Region. Damals konnte sich das Reservat einer weltweit einmalig hohen Dichte an Tigern rühmen.

„Der dramatische Rückgang in Shuklaphanta ist das Ergebnis einer schonungslosen und illegalen Bejagung durch eine global operierende Mafia, die den weltweiten Handel mit Wildtieren und –produkten kontrolliert“, erklärt Stefan Ziegler vom WWF-Artenschutz. Die nepalesische Regierung kommt, Bezug nehmend auf die Ergebnisse
der Langzeitstudie, zu ähnlichen Schlussfolgerungen. In einer offiziellen Stellungnahme vom 1. Juli heißt es - äußerst zurückhaltend -, Wilderei sei wahrscheinlich der Hauptgrund für das Verschwinden der Tiere. Wilderern und Schmugglern kommt die Lage des Shuklaphanta-Reservats in der Grenzregion zwischen Nepal und Indien zugute. Erst im Mai dieses Jahres wurden in der Grenzstadt Dhangarhi zwei Tigerfelle und annähernd 35 Kilo Tigerknochen beschlagnahmt. Viele der erlegten Tiere enden in China und Südostasien – entweder als exotische Spezialität oder als Bestandteil der chinesischen Medizin.

Das Verschwinden der Großkatzen im Shuklaphanta Wildlife Reservat steht stellvertretend für die Tiger-Krise in der Region. „In den vergangenen einhundert Jahren ist der Bestand an Tigern weltweit um 95 Prozent zurückgegangen. Bei gerade einmal noch 4000 wildlebenden Tieren, bringt jedes getötete Exemplar diese Art näher an die Ausrottung“, warnt WWF-Experte Stefan Ziegler. Angesichts des erschreckenden Bestandsrückgangs, mafiösen Strukturen und einem grenzüberschreitenden, illegalen Handeln mit Tigerprodukten fordert Dr. Susan Liebermann, Direktorin des Internationalen WWF Artenschutzprogramms, ein „globales und gezieltes Aktionsprogramm von Regierungen, Umweltschutzorganisationen und Betroffenen“. Der WWF bemüht sich vor Ort um eine engere Zusammenarbeit mit lokalen Gruppen und verschiedenen Regierungsstellen in Indien und Nepal, um den illegalen Wildtierhandel einzudämmen.

Saarländer sollen Kuckuck suchen

Klimawandel macht auch dem Wappentier der Gerichtsvollzieher zu schaffen

Saarbrücken (sk) - Das saarländische Ministerium für Umwelt und das Zentrum für Biodokumentation im Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz beteiligen sich gemeinsam mit dem NABU Saarland und dem Ornithologischen Beobachterring Saar (OBS)
an einer Aktion zur Erfassung der Kuckucke im Saarland: Alle saarländischen Naturfreunde sind aufgerufen, bei der Kuckuckskartierung 2008 mitzumachen.

Mit dem Kuckuck ist einer der bekanntesten Vögel Deutschlands zum Vogel des Jahres 2008 gekürt worden. Das bekannte Kinderlied „Kuckuck, kuckuck ruft`s aus dem Wald“ kennen viele Saarländer aus ihrer Kinder- und Jugendzeit. Auch heute noch ist das
beliebte Volkslied aus dem Liedrepertoire der Kindertageseinrichtungen und Grundschulen kaum wegzudenken. Auch viele andere Lieder, Redensarten, Reime, Verse und Synonyme beschäftigen sich mit dem Kuckuck. Ja sogar eine Uhr hat sich den Kuckuck zum Namensgeber gewählt. Leider ist der markante und namensgebende Ruf dieses Vogels in den vergangenen Jahrzehnten immer seltener zu hören ist. Mittlerweile steht der Kuckuck sogar auf der Roten Liste der bestandsbedrohten Brutvogelarten in Deutschland.

Den Ruf des Kuckuck kennen wir alle. Aber nicht alle wissen, wie der Kuckuck aussieht und die wenigsten Menschen haben schon einmal einen Kuckuck leibhaftig gesehen. Der Vogel ist etwa taubengroß, schlank wie ein kleiner Falke oder Sperber, mit denen er oft verwechselt wird. Die Männchen sind oberseits überwiegend schiefergrau. Ihre quergebänderte Unterseite erinnert ebenfalls an den Sperber.
Weibchen und flügge Jungvögel sind oberseits rostbraun gefärbt mit einer rötlichen Bänderung auf der Unterseite.

Der Kuckuck besiedelt fast ganz Europa mit Ausnahme Islands. Kuckucke sind Zugvögel, die von Mitte April bis Anfang August in unseren Breiten weilen und sich dann ins tropische Afrika aufmachen. Der Brutbestand in Deutschland beträgt etwa 70.000 „Paare“. Als Lebensraum werden vom Kuckuck nahezu alle Biotope besiedelt, die auch als Lebensraum ihrer Wirtsvogelarten dienen. Besonders hohe Bestände gibt es in naturnahen Auenlandschaften (z.B. Moselaue), wertvollen, reich strukturierten Kulturlandschaften(z.B. Bliesgau) und in naturnahen Laubwäldern (z.B. Warndt). Im Saarland vermuten Ornithologen etwa 300 bis 600 „Paare“. Die Art kommt landesweit
vor mit Ausnahme der größeren Siedlungen (z.B. Saarbrücken) und den ausgeräumten Agrarlandschaften (z.B. Saar-/Moselgau).

Kuckucke sind vor allem durch ihre besondere Fortpflanzungsbiologie bekannt. Sie bauen kein eigenes Nest, sondern suchen sich zur Aufzucht ihrer Jungen Wirtsvögel aus, denen ein Ei ins Nest gelegt wird, und die dann den jungen Kuckuck bis zum Flügge werden betreuen. Über 100 Wirtsvogelarten sind bekannt, besonders gerne werden aber Rohrsänger, Zaunkönige, Rotschwänze, Pieper, Würger, Rotkehlchen und
diverse Grasmückenarten parasitisiert. Die Kuckucksweibchen legen bis zu 25 Eier, denn nicht alle Kuckuckskinder werden flügge. Bemerkt nämlich der Wirtsvogel das Kuckucksei, verlässt er die Brut. Nach extrem kurzer Bebrütungszeit schlüpft der Jungkuckuck in der Regel als Erster und befördert seine Nestgeschwister und noch
vorhandene Eier aus dem Nest, einzig das Instinktziel verfolgend , alle Nahrung seiner Wirtseltern für sich haben, was aufgrund seines schnellen Wachstum auch
bitter nötig ist. Nach nur zwei Wochen verlassen die Jungkuckucke das Nest und sind bereits mit vier Wochen selbstständig. Das ständige Sperren des Kuckucks veranlasst manchmal auch andere Vögel, sich an der Aufzucht des Jungkuckucks zu beteiligen.
Kuckucke ernähren sich ausschließlich von Insekten (Raupen, Käfer, Heuschrecken, Libellen). Um Platz für das Kuckucksei zu schaffen, verzehren die Weibchen manchmal auch Eier ihrer Wirtsvögel.

Die Bestände sind in den letzten Jahren um bis zu 50 Prozent geschrumpft, und so ist der Kuckuck vom Allerweltsvogel zur Roten-Liste-Art abgestiegen. Die
Rückgangsursachen sind vielfältig und zu allererst im Lebensraumverlust sowohl in Europa als auch in Afrika zu suchen. Der damit verbundene Rückgang ihrer Nahrung macht der Art zu stark zu schaffen. Möglicherweise ist die Art auch, wie auch die
meisten anderen Langstreckenzieher, von der Klimaveränderung betroffen, denn die Raupenentwicklungszeit seiner Hauptbeute - den Schmetterlingsraupen - verlegt sich durch warme Winter auf immer frühere Zeiträume, so dass die Raupennahrung zur Zeit der Kuckucksfortpflanzung nur noch eingeschränkt zur Verfügung steht, und der
Kuckuck keine optimale Nahrung findet.

Sie haben Interesse sich an der Kuckuckskartierung 2008 zu beteiligen? Dann teilen Sie folgende Informationen mit:

- das Datum und die genaue Uhrzeit Ihrer Kuckucksfeststellung - den Ort der Kuckucksfeststellung (z.B.Streuobstwiese östlich von Ormesheim) - die Art der Kuckucksfeststellung (z.B. ein rufender Kuckuck) - Ihren Namen und Ihre Anschrift

Ihre Daten übermitteln Sie bitte (schriftlich, fernmündlich oder per E-Mail) an: Zentrum für Biodokumentation im Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz, Am Bergwerk Reden 11, z.H. Herrn Christoph Braunberger, 66578 Landsweiler Reden, Telefon: 06 81/5 01-34 71

Katzenelend nicht noch verschlimmern

Das Ministerium für Umwelt im Saarland rät davon ab, verwilderte Katzen zu füttern


Saarbrücken (sk) - Das Ministerium für Umwelt rät dringend davon ab, herrenlose
Katzen zu füttern. Das Füttern dient in keiner Weise dem Tierschutz, sondern
vergrößert das Elend der Tiere noch. Bei gutem Nahrungsangebot vermehren sich Katzen
rasant, was für eine größere Anzahl von Tieren Leid, Elend und Krankheit bedeutet.

Wer herrenlose oder verwilderte Katzen füttert, lädt sich zudem die übrigen
Pflichten nach § 2 Tierschutzgesetz auf. Hierzu zählen angemessene Pflege,
verhaltensgerechte Unterbringung und tierärztliche Betreuung. Eine Katze benötigt
regelmäßige Impfungen, Wurmkuren und andere medizinische Vorsorge, um gesund zu
bleiben.

Wer helfen möchte, sollte - statt Futterkosten zu übernehmen - die herrenlosen Tiere
einfangen und beim Tierarzt kastrieren lassen. Die örtlichen Katzenschutzvereine
arbeiten systematisch an der Verringerung verwilderter Katzenpopulationen, jedoch
sind die personellen und insbesondere finanziellen Mittel begrenzt. Aus Sicht der
Obersten Tierschutzbehörde sind die betroffenen Kommunen ebenfalls in der
Verantwortung und sollten durch finanzielle Unterstützung an der Problemlösung
mitwirken.

Hintergrundinformationen:
Wenn man davon ausgeht, dass ein Katzenpaar pro Jahr zweimal Nachwuchs bekommt und
jeweils 3 Kätzchen pro Wurf überleben, dann ergibt das nach 10 Jahren über 80
Millionen Katzen! (Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.)

Diese Zahl ist deshalb so wichtig, weil es immer noch Katzenhalter gibt, die ihre
Tiere nicht kastrieren lassen. Oder sie wollen die Kätzinnen erst nach deren erstem
Wurf unfruchtbar machen. „Wenigstens einmal soll unsere Katze Junge kriegen! Und wir
haben genug Stellen im Bekanntenkreis, die so ein süßes Junges nehmen würden...“,
heißt es dann. Die Lösung heißt daher: Kastration.

Nähere Informationen erhalten Sie beim Ministerium für Umwelt oder den örtlichen
Tierschutzvereinen.

Überfischung kostet 1,5 Billionen Euro

WWF zu Weltbank-Report: Der Raubbau in den Meeren kennt nur Verlierer

Frankfurt/Main (sk) - Der WWF fordert angesichts der dramatischen wirtschaftlichen Verluste durch die Plünderung der Meere ein konsequentes Umsteuern in der
Fischereipolitik. Nach einer in dieser Woche von der Weltbank und der UN-Welternährungsorganisation FAO veröffentlichten Studie gehen der globalen
Fischerei wegen schwindender Fischbestände jährlich mindestens 50 Milliarden US-Dollar (36,6 Milliarden Euro) verloren. Für die vergangenen drei Dekaden summiert sich der wirtschaftliche Verlust auf zwei Billionen US-Dollar (1,46 Billionen Euro). Dies entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt Italiens.

„Der Fischerei-Wahnsinn kennt nur Verlierer. Die Ozeane werden leer gefischt. Der
Lebensraum Meer wird zerstört. Fischer erleiden herbe wirtschaftliche Verluste oder
verlieren ihren Job. Eine Milliarde Menschen bangen um ihre wichtigste
Nahrungsquelle. Dieses Drama muss ein Ende haben“, kommentiert WWF-Meeresexperte
Stephan Lutter die neuen Zahlen.

77 Prozent der globalen Fischbestände gelten als bis an ihre Grenzen befischt oder
überfischt. Wird die rücksichtlose Ausbeutung nicht gestoppt, könnten die Meere im
Jahr 2050 leer gefischt sein.

Fischer müssen immer mehr Geld aufwenden, längere Strecken zurücklegen und
aufwändigere Fanggeräte einsetzen, um ihre Erträge stabil zu halten. Laut FAO und
Weltbank gibt es zudem enorme Überkapazitäten – bei gesunden Beständen könnte mit
halb soviel Aufwand die gleiche Menge gefangen werden. Jährlich werden etwa 86
Millionen Tonnen Fisch und Meersfrüchte aus den Ozeanen geholt.

Der WWF hatte bereits 2002 für die Kabeljau-Fischerei in Nord- und Ostsee
Einkommensverluste von über 415 Millionen Euro pro Jahr berechnet. Denn durch die
jahrzehntelange Plünderung sinken die Fangquoten dramatisch.

„Der gesamtwirtschaftliche Schaden rund um den Globus ist noch weitaus größer als
von Weltbank und FAO berechnet. Denn die Kosten für die Zerstörung wertvoller
Korallenriffe durch Schleppnetze, für Beifänge oder illegale Fischerei sind nicht
eingerechnet“, betont WWF-Experte Lutter. Jährlich werden viele Millionen Tonnen
Fisch und Meerestiere als nutzloser Müll wieder über Bord geworfen – darunter zum
Beispiel 250.000 Meeresschildkröten und 300.000 Wale. „Diese unglaubliche
Verschwendung hat noch kein Preisschild“, so Lutter.

Weite Teile der Fischindustrie überleben nur noch, weil die Politik sie Jahr für
Jahr mit über 22 Milliarden Euro Steuergeldern am Leben hält. „Dieses kranke System
braucht eine Generalüberholung. Von einer nachhaltigen Fischerei werden alle
Beteiligen profitieren – vor allem aber die Meere“, so Lutter. Die EU müsse jetzt
beherzt die Reform ihrer bislang gescheiterten Fischereipolitik in Angriff nehmen.


Schlussverkauf mit Tigern
Studie belegt: Indonesien setzt Artenschutzgesetze nicht durch

Frankfurt (sk)- Nur noch höchstens 500 Sumatratiger (Panthera tigris sumatrae) streifen durch den Dschungel der indonesischen Insel Sumatra. Obwohl sie seit 1996 als vom Aussterben bedroht gelten und der Handel mit Tigerprodukten streng verboten ist, werden die Tiere noch immer in großem Stil gejagt und die begehrten Trophäen teuer erkauft. Dies ist das Ergebnis einer heute veröffentlichten Studie von TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm des WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN. Deren Ermittler entdeckten im Verlauf einer groß angelegten Durchsuchungsaktion bei Großhändlern in 28 Städten und Gemeinden auf Sumatra Reißzähne, Krallen, Schnurrhaare, Fell und Knochen von schätzungsweise mindestens 23 Sumatratigern. Insgesamt 326 Geschäfte waren untersucht worden, die Trefferquote lag bei zehn Prozent.

„Die letzten Sumatratiger werden weiterhin Stück für Stück für den schnellen Profit geopfert. Das internationale Handelsverbot für Tigerprodukte ist in Indonesien offensichtlich gescheitert“, sagt WWF-Artenschutzexperte Stefan Ziegler angesichts
der Studien-Ergebnisse. Die Ermittler waren bei Goldschmieden, Groß- und Einzelhändlern sowie Antiquitätenläden fündig geworden. Die Tiger wurden dort in pulverisierter und flüssiger Form als Arzneimittel der Traditionellen Chinesen Medizin oder - aus einzelnen Körperteilen gearbeitet - als begehrte Sammlerstücke dargeboten.

In einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2004 waren noch Spuren von mindestens 52
getöteten Tigern nachgewiesen worden. Dennoch kann WWF-Experte Stefan Ziegler keine
Entwarnung geben: „Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Dimension der illegalen Tigerjagd gleichgeblieben ist. Das geringere Warenangebot ist unserer Meinung nach ausschließlich auf den drastischen Rückgang der in freier Wildbahn
lebenden Tigerbestände zurückzuführen.“ Erneut habe sich Medan, die Hauptstadt der Provinz Nordsumatra, als eine der Hauptdrehscheiben des Tigerhandels erwiesen. „Unsere TRAFFIC-Kollegen konnten leider bis auf etwas mehr Aufklärungsarbeit kaum ernstzunehmende Maßnahmen gegen den illegalen Tigerhandel feststellen, obwohl die
Drahtzieher durch unsere Recherchen sogar den Behörden bekannt sind.“ Die Studie beweise, dass es um den Artenschutz in Indonesien aufgrund der mangelnden Durchsetzung bereits bestehender Gesetze schlecht bestellt sei. „Solange Schmuggler
von illegalen Tierprodukten nicht hinter Schloss und Riegel kommen und der Artentod als Kavaliersdelikt in Kauf genommen wird, haben die vom Aussterben bedrohten Tiger nur wenig Überlebenschancen“, stellt Stefan Ziegler fest.

Kein Geld zur Rettung des Planeten? - 9.UN-Umweltgipfel in Bonn
Gastgeber Deutschland setzt im Vorfeld die falschen Signale

Berlin (sk) - Einen Monat vor dem Beginn des UN-Umweltgipfels in Bonn fordert der WWF die Bundesregierung auf, ausreichend Geld für den Schutz der biologischen Vielfalt zur Verfügung zu stellen. Sonst könne das Ziel, den globalen Artenschwund bis 2010 zu stoppen, nicht mehr erreicht werden. In der aktuellen Debatte über den
Bundeshaushalt 2009 hatte Finanzminister Steinbrück angekündigt, den
Entwicklungshilfe-Etat einzufrieren. Aus diesem Posten werden internationale Umwelt-
und Entwicklungsprojekte finanziert, die der weltweiten Armutsbekämpfung dienen.

„Gastgeber Deutschland setzt mit dieser Diskussion ein völlig falsches Signal. Warum
sollten andere tiefer in die Tasche greifen, wenn selbst reiche Länder bei der Rettung von Arten, Wäldern und Meeren sparen?“, kritisiert Christoph Heinrich, Leiter Naturschutz beim WWF. Die von Kanzlerin Merkel angepeilte Vorreiterfunktion
Deutschlands sei in Gefahr. „Nur wenn wir den Raubbau an der Natur stoppen, können
wir auch die Armut wirkungsvoll bekämpfen“, betont Heinrich. Intakte Wälder, sauberes Trinkwasser, reiche Fischgründe und viele andere Dienstleistungen der Natur seien gerade für die Ärmsten der Armen überlebenswichtig. Eine bereits 2005 veröffentlichte WWF-Studie hatte gezeigt, dass sich durch eine naturverträgliche
Ressourcen-Nutzung auch Gesundheit, Einkommen, Bildungsniveau und die soziale
Situation der Bevölkerung verbessern.

Regierungschefs, Minister und etwa 4.000 Delegierte werden im Mai in Bonn über die
Weiterentwicklung des 1992 verabschiedeten „Übereinkommens zur biologischen Vielfalt“ (CBD) verhandeln. Dabei geht es unter anderem um ein globales Netzwerk an Schutzgebieten, das an Land bis 2010 und in den Meeren bis 2012 etabliert werden soll. Ein Kernproblem der CBD ist bislang jedoch der eklatante Geldmangel. Die
reichen Länder haben zugesagt, die Kosten für neue Projekte im Rahmen der CBD auch
für die ärmeren Länder zu übernehmen. Dabei kommt dem Etat des Bundesministeriums
für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit eine entscheidende Rolle zu.

Deutschland hat sich verpflichtet, seine Ausgaben für die Entwicklungshilfe bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern. 2007 lag das Niveau bei nur 0,37 Prozent. Dieses Ziel rückt mit der Ankündigung Steinbrücks in weite Ferne, so der WWF. Nach Angabe des wissenschaftlichen Beirates „Globale Umweltfragen“ der Bundesregierung benötigt die Weltgemeinschaft etwa 290 Milliarden US-Dollar im Jahr, um die biologische Vielfalt in den vom Menschen genutzten Regionen zu bewahren.
Weitere 20 bis 30 Milliarden Dollar fallen für ein weltweites Schutzgebiets-Netzwerk
an – davon sind derzeit gerade einmal 20 Prozent abgedeckt.

Auch im Saarland gesetzliche Möglichkeiten für Tierschützer verbessern
Nach den Schwanenabschüssen an der Obermosel fordern Grüne erneut Verbandsklagerecht

Saarbrücken (sk) - Die saarländischen Grünen haben nach den umstrittenen Abschüssen
von Schwänen an der Obermosel erneut mehr gesetzliche Eingriffsmöglichkeiten für
Tierschützer gefordert. Dazu gehöre vor allem die Schaffung eines so genannten
Verbandsklagerechtes, das das Land Bremen kürzlich als erstes Bundesland auf
Betreiben der Grünen eingeführt hat. Ziel müsse es sein, bestimmten anerkannten
Tierschutzvereinen die Mitwirkung an tierschutzrelevanten Rechtssetzungs- und
Verwaltungsverfahren des Landes zu ermöglichen. Die Diskussion um das Sterben der
Schwäne habe wieder deutlich gemacht, dass der Tierschutz bei der Landesregierung
keinen hohen Stellenwert besitze.

Grünen-Generalsekretär Markus Tressel sagte dazu: „Die Schwäne haben es wieder
hervorgebracht: Die saarländische Landesregierung hat keine Tierschutzagenda sondern
vertritt in diesem Bereich ausschließlich Interessen von Jägern und Landwirten.
Dagegen gibt es nur eine wirksame Möglichkeit, nämlich die gesetzliche Verankerung
eines Verbandsklagerechtes für Tierschützer. Gegen untätige Behörden und bei
Entscheidungen zum Nachteil von Tieren kann dann gerichtlich vorgegangen werden.
Auch Tiere brauchen eben in derartigen Fällen eine Stimme in rechtlichen
Auseinandersetzungen.“

Die CDU Landesregierung müsse endlich den Mut aufbringen, das bestehende
Ungleichgewicht zwischen den rechtlichen Möglichkeiten der Tiernutzer im Verhältnis
zu denen der Tiere aufzulösen. Die CDU dürfe sich nicht länger einer Verbesserung
des Tierschutzes in den Weg stellen. In anderen Bereich hätten sich derartige
Verbandsklagebefugnisse bereits bewährt. So wurden z.B. im Naturschutzrecht, im
Wettbewerbsrecht und beim Verbraucherschutz ähnliche Regelungen bereits mit Erfolg
eingeführt.

Österreichische Bären sterben zum zweiten Mal aus

Gentest beweist: Nur noch zwei von ehemals 35 österreichischen Braunbären am Leben


Frankfurt/Main (sk) - : Die österreichische Bärenpopulation ist auf zwei Männchen geschrumpft. Dies zeigt die genetische Untersuchung von Bärenhaaren und Losungen des
vergangenen Jahres. Von ehemals 35 Braunbären können nur noch der 19jährige „Djuro“ und sein sieben Jahre alter Sohn „Moritz“ in Österreich wissenschaftlich nachgewiesen werden. 2006 hatte das Gen-Labor des Naturhistorischen Museums in Wien
noch sechs Bären bestimmt, davon drei Junge. „Es scheint, als hätten wir mit Elsa
jetzt auch noch das letzte reproduktionsfähige Weibchen verloren“, sagt WWF-Projektleiter Christoph Walder. Mit nur noch zwei gesicherten männlichen Exemplaren sind die Bären in Österreich unmittelbar vom Aussterben bedroht.

Die 8jährige Bärin Elsa, Halbschwester von Moritz, hinterließ ihre letzte Pfotenspur
Anfang 2007 im Flussbett der Lassing in der nördlichen Steiermark. Seither ist sie
nicht wieder aufgetaucht. „Unsere letzte Hoffnung ist, dass Elsa Junge führt.
Bärinnen mit Jungen nämlich verhalten sich besonders vorsichtig und zeigen sich erst im Mai“, so WWF-Artenschutzexperte Volker Homes.

Moritz, der „Salzkammergutbär“, wird wegen der milden Temperaturen schon in den nächsten Tagen aus dem Winterschlaf erwachen und seine Streifzüge durch die Wälder Oberösterreichs und Salzburgs beginnen. „Obwohl er sehr wanderfreudig ist, macht Moritz uns keinerlei Probleme, weil er immer eine natürliche Scheu vor den Menschen zeigt“, erklärt Homes. Sorgen bereitet dem WWF-Experten jedoch, dass Moritz seit mehr als zwei Jahren vergeblich nach einem Weibchen sucht.

Gleiches gilt für Djuro. Als letzter von drei Bären wurde er 1993 aus Slowenien nach
Österreich gebracht und hat mit wechselnden Bärenweibchen – unter anderem seinen Töchtern Elsa und Rosemarie – bereits 22-Mal für Bärennachwuchs „Made in Austria“
gesorgt. Seit drei Jahren ist auch Djuro erfolglos auf Brautschau.

Nach der Zuwanderung des „Ötscherbären“ 1972 hatte der WWF zwischen 1989 und 1993
drei slowenische Bären in Österreich angesiedelt. Im Laufe der Jahre wurden
anschließend 31 Bären in Österreich geboren. 23 Bären – in den meisten Fällen Jährlinge – sind verschwunden, die meisten 1999/2000. Der WWF geht davon aus, dass nicht alle verschwundenen Bären eines natürlichen Todes gestorben sind. Dieser
Verdacht hat sich erhärtet, nachdem im Dezember 2007 ein illegal geschossenes
Bärenjunges durch das Landeskriminalamt Niederösterreich sichergestellt wurde. Der WWF dankt der Firma Bärenmarke, die das Bärenprojekt unterstützt.

Todesfalle – „Orang-Utan-Paradies“ Tierpark Hellabrunn

Zooanlagen immer häufiger Todesursache von Zooinsassen

Nürtingen (sk) - Tierrechtler Frank Albrecht, der sich seit mehr als 17 Jahren mit der Institution Zoo kritisch auseinandersetzt, macht heute erneut, angesichts des neuerlichen Todesfalles eines Orang-Utan-Baby im Tierpark München Hellabrunn, auf Probleme der nichtartgerechten Haltung aufmerksam.

Nach Angaben des Münchner Tierparkes habe sich am vergangenen Freitag, „nach Verkettung unglücklicher Umstände“, ein Orang-Utan-Baby in einem Deckenabsperrnetz des Geheges verlaufen und wurde anschließend bei einem Rettungsversuch, durch Vater BRUNO, stranguliert.

Albrecht bezeichnet diesen Unfall, aufgrund seiner Recherchen, jedoch nicht als
Einzelfall.

„Es ist nicht das erste Mal, dass Zooinsassen in München durch nicht artgerechte Anlagen zu Tode kommen. Von „unglücklichen Umständen“ oder „tragischen Unfällen“ kann also nicht immer die Rede sein“, so Albrecht kritisch. „Eine mir vorliegende Liste beweist, dass in Hellabrunn so einige Zooinsassen durch zu kleine oder nicht
artgerecht ausgestattete Anlagen zu Tode kommen.“

Liste einiger bekannter Unfälle:

1973 Elefantenkuh JOPA (gestorben 1997) überlebte Grabensturz. Durch Folge des
Sturzes blieb eines ihrer Vorderbeine steif. Danach wird sie immer wieder angegriffen und niedergeworfen

1996 verstarb ein Gorillababy (17 Monate alt) in einem Kletternetz. Es wurde ebenfalls beim Befreiungsversuch durch einen anderen Gorilla getötet.

1996 sterben eine Hirschziegenantilope und zwei Nyalas beim Sprung in den Gehegezaun. Solche tödlichen Sprünge sind nicht nur in München selten.

2003 starb eine Mähnenrobbe an Überladung des Magens, weil sie die Fugendehnmasse
ihres Beckens aß.

2004 wurde ein Wildhund durch Artgenossen getötet.

2004 stirbt ein kalifornischer Seelöwe wieder an Überladung des Magens, weil auch
dieses nichtmenschliche Tier wieder die Fugendehnmasse des Beckens aß.

2006 ertrinkt ein Tigerbaby im Wassergraben.

2006 wird ein Wolf vor den Augen der Besucher durch seinen Bruder getötet. Für das
Sozialverhalten (Rangordnungskämpfe) sind die Anlagen in Gefangenschaft immer zu
klein und daher nicht artgerecht.

2006 musste ein Przewalskihengst eingeschläfert werden, weil er sich im Elektrozaun
verfing und sich dadurch seine Sehnen durchtrennte.

2007 ertrinkt Schimpanse FRANZL im Wassergraben seines Geheges.


„Wer glaubt, dass Zoos das Paradies für deren Insassen sei, der irrt gewaltig.
Bereits beim Blick in die Tierverlustliste eines Zoos, wird deutlich, wie gefährlich
die künstlich errichteten „Lebens“-Räume für die Insassen sind“, so Albrecht
abschließend. „Artgerecht war die Gefangenschaft noch nie.“

Protest gegen Abschuss von Schwänen auf der Obermosel

Erneut Einführung des Verbandslkagerechts gefordert

Saarbrücken (sk) - Tierschützer des Vereins "Menschen für Tierrechte" haben vor dem Saar-Landtag gegen den Abschuss von Höckerschwänen in Nennig an der Obermosel demonstriert. In dem betroffenen Gebiet "fehlten" rund 70 Tiere, so die Tierschützer

Unterdessen räumte ein Sprecher des Umweltministeriums ein, Ende Januar seien vier Schwäne erlegt worden. Das Saar Umweltministerium sprach, es herrsche an der Obermosel eine Überpopulation dieser Tiere. Außerhalb der Schonzeit läge daher der Abschuss im Ermessen der Jäger.

„Tierschutz hat auch im Saarland Verfassungsrang. Tierschutz ist damit Auftrag an die Landesregierung und darf nicht zur Verfassungsprosa verkommen. Bei der Entscheidung zum Abschuss der Höckerschwäne an der Mosel waren nur Jäger und Bauern eingebunden. Tierschutzorganisationen und tierschutzrelevante Fragestellungen
blieben außen vor.“, so Spaniol in einer ersten Kritik.

Deshalb fordert die LINKE.SAAR erneut das Verbandsklagerecht für anerkannte Tierschutzverbände sowie eine Verschärfung des ierschutzgesetzes. „Darüber hinaus braucht Tierschutz einen eigenen Status im saarländischen Umweltministerium. Das Referat „Jagd und Tierschutz“ bedeutet das Gegenteil und stärkt vor allem den Jagdbereich. Eine Auflösung dieser unsäglichen Konstellation ist für uns unumgänglich“, so die Politikerinnen der LINKEN weiter.

„Vor diesem Hintergrund muss die Debatte um die Jagd und ihre rausamen Auswirkungen auch im Saarland neu geführt werden. Das Verbot des Abschusses von Hunden und Katzen ist längst überfällig – genauso wie ein Verbot der Abrichtung von Jagdhunden an lebenden Tieren. Tierschutz darf auch im Saarland nicht länger missachtet werden“, so Barbara Spaniol abschließend.

Rheinland-Pfalz: Aktueller Tierschutzbericht 2006/2007 vorgestellt

Tierschutzpreis des Landes vergeben

Mainz (sk) - Rheinland-Pfalz lehnt die Verlängerung der konventionellen Kleinkäfighaltung sowie die Haltung von Legehennen in „Kleinvolieren“ weiterhin ab.
Hierüber berichtet das Mainzer Umweltministerium unter anderem in seinem aktuellen Tierschutzbericht. Im Juni vergangenen Jahres reichte das Land Rheinland-Pfalz eine Normenkontrollklage beim undesverfassungsgericht gegen die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (Hennenhaltung) ein. Diese verstößt nach
Auffassung der Landesregierung gegen das Tierschutzgesetz, da sie je Tier nur wenig mehr Platz als ein DIN A-4-Blatt bietet.

Auch die ausgestalteten Käfige erlauben kein artgerechtes Verhalten. Eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts steht noch aus.

„Der Bericht macht den hohen Stellenwert des Tierschutzes in Rheinland-Pfalz deutlich“, unterstreicht Umweltministerin Margit Conrad. „Auch in den vergangenen beiden Jahren konnten Fortschritte erzielt werden.“ Der Schutz der Tiere ist auch in der rheinland-pfälzischen Landesverfassung festgeschrieben.

Im November 2005 hat die Landesregierung erstmals einen mit 20.000 Euro dotierten Forschungspreis zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden für Tierversuche in der wissenschaftlichen Forschung und der Lehre ausgeschrieben. Den Forschungspreis erhielt Dr. Harald Langer für sein Projekt zur Etablierung eines
Gefäßmodells zur Vermeidung von Tierversuchen, das an der Uni Tübingen durchgeführt wurde. Der Forschungspreis wird im Jahr 2008 erneut ausgeschrieben.

Seit dem Jahr 1992 fördert das Land Rheinland-Pfalz Forschungsprojekte, die das Ziel haben, Ersatzmethoden zum Tierversuch zu entwickeln. Ziel der Landesregierung ist es, Tierversuche weiter zu verringern und durch Alternativmethoden zu ersetzen, um die Anzahl der Tierversuche auf das absolut unerlässliche Maß zu beschränken. Zudem liegt im Jahr 2008 ein Antrag zur Unterstützung eines Projektes der Universität
Mainz vor. Die Beiträge werden zur Zeit bewertet.

Erklärtes Ziel der Landesregierung bleibt, die Zahl der Lebendtiertransporte auf das absolut notwendige Maß zu begrenzen und nach Möglichkeit eine Begrenzung der
Transporte auf acht Stunden EU-weit festzuschreiben. Der Intensivierung der Transportkontrollen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Die
Tierschutztransportverordnung ist ein Fortschritt für den Tierschutz auf EU-Ebene, da einheitliche Mindeststandards für Tiertransporte gesetzt wurden. Eine Folge war, dass Landwirte sich teilweise einer Schulung und Prüfung unterziehen mussten, da das
EU-Recht hiervon keine Ausnahmen zulässt. Die Landesregierung hatte frühzeitig über den Bundesrat Änderungen angestrebt, sich für Schulungsangebote eingesetzt und kurzfristig über die “Dienstleistungszentren Ländlicher Raum“ (DLR) dezentrale Veranstaltungen organisiert.

Auch in den Jahren 2006 und 2007 wurden anlässlich des islamischen Opferfestes keine Genehmigungen zum betäubungslosen Schlachten (Schächten) erteilt. Die Behörden wurden diesbezüglich angewiesen, auch in Zukunft dem Tierschutz höchste Priorität
einzuräumen.

Tierschutz kann nicht nur mit Gesetzesvorschriften verwirklicht werden. Eine wichtige Rolle spielt der Tierschutzbeirat, der seit 1992 beim Umweltministerium
existiert. Er besteht u.a. aus Mitgliedern rheinland-pfälzischer Tier-, Natur- und Vogelschutzverbände, rheinland-pfälzischer Tierschutzvereine sowie Vertretern aus
Landwirtschaft, Tierärzteschaft und Industrie. Der Beirat nimmt unter anderem Stellung zu Fragen des Tierschutzes und hat ein Vorschlagsrecht für die Vergabe von Zuwendungsmitteln für den Neu-, Aus- und Umbau von Tierheimen.

Für den Tierschutz ist der ehrenamtliche Einsatz in Tierschutzvereinen und von Privatpersonen von hoher Bedeutung. Als Anerkennung für diesen Einsatz fördert das Land Rheinland-Pfalz Tierschutzvereine und Tierheime finanziell. Im Jahre 2006 erhielten Tierheime insgesamt 102.000 Euro an Zuschüssen; 2007 betrug die Förderung mehr als 171.000 Euro. Tierschutzorganisationen, die keine Tierheime unterhalten und private Initiativen zum Tierschutz wurden im Jahr 2006 mit 63.000 Euro und im Jahr 2007 mit über 66.000 Euro unterstützt.

Als Anerkennung für aktive Bemühungen um Tierschutz in Rheinland-Pfalz vergibt das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz jährlich den mit 6.000 Euro dotierten Tierschutzpreis des Landes. 2006 erhielten den Preis Rosemarie Schwalb aus
Ransbach-Baumbach, Waltraud Phul aus Worms sowie die Regionale Schule in Wallhalben. Preisträger für 2007 waren die Stadttaubengruppe der Stadt Bad Kreuznach sowie die „Arbeitsgemeinschaft Tierschutz“ der Bienwaldschule Wörth.