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18 Stufen zur Erleichterung


Saarbrücker Kulturlokus soll renoviert und von der UNESCO als Weltkulturerbe
anerkannt werden


Von Claude Michael Jung

Seit Jahren sorgt das umstrittene Saarbrücker Projekt „Stadtmitte am Fluss“ für Zündstoff zwischen seinen Befürwortern und Gegnern. Jetzt macht Saarbrücken, die Metropole des gelebten Wahnsinns, Nägel mit Köpfen. Noch gegen Ende des vergangenen Jahres hatte der saarländische Wirtschaftsminister Rippel (CDU) vergebens versucht die europäische Kuh zu melken. Brüssel sollte die benötigte Milchmenge zur Finanzierung des monumentalen Beton-Großprojekt an der Saar spendieren. Das Euter der europäischen Kuh hing jedoch für den Melker der Landesregierung zu hoch. Kein Tropfen der begehrten EURO-Milch floss zur Projektförderung ins Saarland.

Seit wenigen Tagen ist nun eine neue Arbeitsgruppe von Stadt und Land damit beschäftigt einen Masterplan zur Überlistung des störrischen Milchviehs in Brüssel zu entwickeln, um irgendwie doch noch soviel Rahm abzuschöpfen, damit der Albtraum in Beton Realität wird. Die neue Task Force hat jetzt beschlossen „Wir fangen schon mal an“. Auch ohne das eine Gesamtstrategie für die ganze Stadt vorliegt, soll der 80 Jahre alte, im saarländischen Jugendstiel erbaute Lokus auf dem Sankt Johanner Markt, dem Prachtplatz der Saar Hauptstadt, jetzt fix renoviert und zu einem
Erlebnisklo umfunktioniert werden.

Viel hat der ehrwürdige Abtritt in seiner Geschichte bereits hinuntergespült. Erbaut nach dem Ersten Weltkrieg unter der Regie der französischen Besatzungsmacht wurde er von General Jerome de Pantallon und seinen Stabsoffizieren, unter den Klängen der Marseillaise mit einer feierlichen Sitzung auf seinen Eichenholzbrillen eingeweiht. Zu ersten internationalen Würden gelangte der Abort in den Katakomben Saarbrückens
im Vorfeld der Saarabstimmung 1935. Truppen des Völkerbundes, welche für Ruhe und
Ordnung während der Abstimmung sorgen sollten, diente „La Toilette“ als Treffpunkt
und Versammlungsort. Als im März 1945 US Truppen, die Saarhauptstadt befreiten,
ließen die Nazis hier unten ihren letzten Furz. Zuerst von den Amis, danach von den
Hintern der Franzosen beglückt, kam die „Katakomne der Erleichterung“ zu weiteren
internationalen Ehren.

In den 50gern und 60gern des letzten Jahrhunderts konnte man Menschenschlangen vor
seinem Eingang beobachten. Der öffentliche Lokus wurde zur internationalen
Pilgerstätte. Gewaltige Haufen, wahre Wunder wurde seinen Schüsseln im Zuge des
Wirtschaftswunders zuteil. Mehrmals am Tage kollabierte die stark frequentierte
Anlage unter dem Ansturm der mächtigen Hintern. Dauerkacker verstopften die Abflüsse
und die ersten philosophischen Klosprüche verzierten die Kabinenwände in der
Saarbrücker Unterwelt.

Zu Beginn der Siebziger begann der Abstieg der Begegnungsstätte unter dem Sankt
Johanner Markt. Zusehends verkamen die Sitten. Zum pinkeln ging man einfach in die
nächste Ecke und zur Verrichtung größerer Geschäfte kamen die klimatisierten Aborte
der umliegenden Kneipen immer mehr in Mode. Lediglich Touristen fanden noch Gefallen
am stillen, romantischen Örtchen. Besonders unter der SPD Ratsmehrheit in der
Saarmetropole litt der Ort der Erleichterung, 18 Stufen tief unter der heiligen
Saar-Erde. Die Sozis schissen sich lieber in die Hosen, als den Ort der Wohlgerüche
zu modernisieren.

Ein Dauerkartenbesitzer erzählt in einem Buch von seinen Erlebnissen auf dem
unterirdischen Saarbrücker Kulturgut. Er schreibt von einem harmonisch klingenden
Stöhnen, während und nach dem gewichtigen Ablass. Er beschreibt die gelittenen
Ängste, wenn die, über das öffentliche Klo hinweg donnernde Straßenbahn den Verputz
von den Decken rieseln ließ. Und er beschreibt die tragische Sitzung eines Pfälzers,
der sich während seiner Sitzung beide Arschbacken derart in der Sanitärkeramik
eingeklemmt hatte, dass Feuerwehr und THW Schwierigkeiten hatten, den Arsch aus der
Pfalz wieder frei zu bekommen. Samt Schüssel musste der Pfälzer geborgen werden.
Unter den „Alleee Hopp“ Rufen des herbeigeeilten Saarvolkes wurde der Pfälzer Kacker
auf seiner Schüssel in einer Prozession über den Sankt Johanner Markt, zu einer nahe
gelegenen Eisenwarenhandlung getragen, wo er mittels eines Vorschlaghammers von
seinem Malheuer befreit werden konnte.

Nun ist es soweit, der romantische Ort der unterirdischen Begegnung sieht seinem
Combak entgegen. Die Saarbrücker Stadtplaner wollen den 18stufigen Abstieg in die
Tiefe mit einer gläsernen Käseglocke überdachen und die Gesamtanlage mit neuester
Sanitärkeramik ausrüsten. Die Wände sollen von dem Saarbrücker Künstler Bernd R. in
einen Ort der Farbenfreude verwandelt werden. Die Sitzungskabinen, sowie die Wände
über dem Pissoir stehen für die Klosprüche eines internationalen Publikums zur
freien Verfügung. Das, von den Besuchern abgelassene Biogas wird die romantischen
Gaslaternen füttern und auch für die wohlige Beheizung des modernsten Aborts mit
Kondomautomat nördlich der Alpen sorgen.

Vollendet soll der Prachtbau zur Erleichterung und innerlichen Neuausrichtung seiner
Besucher im Herzen der Landeshauptstadt bereits im kommenden Herbst sein. Zu Ostern
jedoch sind bereits die ersten Saisonkarten bei der „Stabsstelle Lokus“ im
Saarbrücker Rathaus zu erwerben. Kulturpolitische Sprecher aller Saarbrücker
Parteien betonten, der stille Ort der Erleichterung diene der regionalen
Wettbewerbsfähigkeit und Entwicklung und sei ein erster großer Schritt auf dem Weg
zur „Stadtmitte am Fluss. Zudem müsse der Lokus schnellstens unter Denkmalschutz
gestellt werden und als Weltkulturerbe von der UNESCO anerkannt werden.

Bild: Saarbrücker Ort der Begegnung soll schon bald unter Denkmalschutz stehen und
als Weltkulturerbe der Erleichterung Millionen Besucher anlocken

9.8. 2011BDI-BND-CDU/CSU-Panzerpartner Saudi-Arabien vs. Gewerkschaften und Menschenwürde

von Reinhold Schramm

Schwere Misshandlung von weiblichen Hausangestellten in Saudi-Arabien:

Politische Parteien sind in diesem von der Familie Al Saud, die keinerlei Opposition duldet, regierten Land verboten.

Die ungleiche Verteilung des Reichtums, die hohe Jugendarbeitslosigkeit, die willkürliche Anwendung des Gesetzes und die engen Beziehungen der absolutistischen Monarchie und Regierung zu den USA und anderen NATO-Staaten haben zu erheblicher Verbitterung in der Bevölkerung geführt.

Die 1,5 Millionen weiblichen Hausangestellten, - der sozialökonomischen Mittel- und Oberschicht -, fallen nicht unter das im Jahr 2005 verabschiedete Arbeitsgesetz. Die Botschaften der asiatischen Länder, aus denen diese Beschäftigten stammen, erhalten jährlich Tausende Beschwerden von Frauen, die gezwungen werden, 15 bis 20 Stunden pro Tag, (an) sieben Tage pro Woche zu arbeiten, zum Teil ohne bezahlt zu werden.

Weibliche Hausangestellte in Saudi-Arabien werden ihrer Freizügigkeit beraubt, erhalten nicht genügend zu essen, fallen sexuellen und psychisch-seelischen Missbräuchen zum Opfer und werden von der Herrschaft geschlagen.

Fälle extremer Gewalt gegen weibliche Hausangestellte in Saudi-Arabien riefen internationale Empörung hervor. Im August wurde Lahadapurage Daneris Ariyawathie, die im März 2010 in Saudi-Arabien angekommen war, repatriert, nachdem ihre Herrschaften sie gefoltert hatten. Sie hatten ihr Dutzende Nägel in Arme, Beine und in die Stirn geschlagen, weil sie sich über ihre langen Arbeitszeiten beschwert hatte. Sie wurde in Sri Lanka operiert.

Anfang November 2010 wurde Sumiati Binti Salan Mustapa, eine 23-jährige Indonesierin, im Krankenhaus von Medina eingeliefert. Sie hatte zuvor vier Monate lang bei einer Familie in der Stadt gearbeitet. Sie war mit einer Schere im Gesicht verletzt worden, wies Brandwunden auf und hatte einen gebrochenen Finger. Sie wurde vom ersten Arbeitstag an von ihrer Herrschafterin gefoltert.

Im November 2010 wurde eine andere indonesische Hausangestellte, Kikirn Komalasari, in der Nähe von Abha tot aufgefunden. Ihr Leichnam wies Verletzungen auf, die auf Misshandlung hindeuteten.

Ausbeutung von Wanderarbeitskräften in Saudi-Arabien:
Etwa 8,3 Millionen Migranten sind in Saudi-Arabien beschäftigt. Sie machen 90-95 % der Erwerbsbevölkerung im privaten Sektor aus. Viele Migranten fallen unterschiedlichsten Formen von Ausbeutung zum Opfer, auch unter sklavenähnlichen Arbeits- und Lebensbedingungen.

Die Aufenthaltsgenehmigung der Arbeitsmigranten ist vom Willen der jeweiligen Herrschaft (‘Arbeitgeber’) abhängig. »Wanderarbeitskräfte können den Arbeitgeber nur dann wechseln und das Land nur dann verlassen, wenn sie die schriftliche Genehmigung ihres ersten Arbeitgebers oder Bürgen erhalten.« (Modifizierte Leibeigenschaft.) Das saudische Gesellschaftssystem begünstigt Missbräuche wie die Konfiszierung der Pässe durch die jeweilige Herrschaft (‘Arbeitgeber’), Zwangsarbeit, Nichtzahlung der Löhne usw. Das saudische Herrschafts- und Familiensystem führt dazu, dass sich Arbeitsmigranten in einer Konfliktsituation mit der jeweiligen Herrschaft (der Privateigentümer und/bzw. Familien etc.) in einer ausweglosen Situation befinden: Sie können weder weiterarbeiten noch nach Hause zurückkehren.

»Zu einer solchen Situation kam es 2010 bei dem Unternehmen Jadawel International, das seinen Wanderarbeitskräften, die hauptsächlich aus Nepal und Indien stammten, mehr als sechs Monatslöhne schuldete. Jadawel gehört MBI Al Jaber, dessen Präsident, Scheich Mohammed bin Issa Al Jaber, einer der reichsten Männer der Welt ist.«

Saudi-Arabien exportiert Gewerkschaftsfeindlichkeit:

Die Fluggesellschaft Saudi Arabien Airlines verbietet ihrem saudischen Personal eine gewerkschaftliche Organisierung. Die saudische Fluggesellschaft hat versucht ihren Beschäftigten in Marokko die Gründung einer Gewerkschaft zu untersagen. Im Januar 2010 drohte sie mit der Entlassung der Beschäftigten, die sich weigerten, eine Petition zu unterschreiben, mit der die Auflösung einer im Juni 2009 gegründeten Gewerkschaft gefordert wurde.

Massive Unterdrückung von Streiks:

Trotz des Streikverbots in Saudi-Arabien nimmt die Zahl der (illegalen) Streiks zu, häufig aufgrund der Nichtzahlung der Löhne. Im Mai 2010 wurden 30 nepalesische Beschäftigte, die als Reinigungspersonal am internationalen Flughafen King Abdulaziz gearbeitet hatten, des Landes verwiesen, weil sie im Februar 2010 aus Protest gegen die Nichtzahlung der Löhne und die menschenunwürdigen Unterkünfte gestreikt hatten.

Im Oktober 2010 wurden 16 chinesische Beschäftigte in Saudi-Arabien verhaftet, weil sie sich an einem Streik von mindestens 100 chinesischen Arbeitsmigranten beteiligt hatten, die an dem Bau einer U-Bahn arbeiteten. Die verhafteten Migranten sollten des Landes verwiesen werden. Bei dem Streik der chinesischen Arbeitsmigranten ging es um eine Lohnerhöhung sowie die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Wanderarbeitskräfte, die gegen ihre Ausbeutung in Saudi-Arabien protestieren, müssen mit Ausweisung rechnen. Fälle von Folter an weiblichen Hausangestellten haben zu internationaler Empörung geführt. Die (marginalen) Gewerkschaftsrechte, sofern überhaupt vorhanden, unterliegen erheblichen Beschränkungen.

Das absolutistische (spät-feudale) Herrschaftsregime in Saudi-Arabien gesteht den abhängig Beschäftigten das Recht auf eine gewerkschaftliche Organisierung, auf Tarifverhandlungen und auf Streik nicht zu. Wer versucht, eine Gewerkschaft zu gründen, muss mit Entlassung, einer Gefängnisstrafe oder mit einer Ausweisung rechnen. In Betrieben mit mehr als 100 Beschäftigten können (kontrollierte) ‘Arbeitnehmerausschüsse’ eingerichtet werden. In jedem in Frage kommenden Betrieb ist nur ein Ausschuss zulässig. Ausländische Beschäftigte, die große Mehrheit der werktätigen Frauen und Männer im privaten Sektor, können diesen ‘Ausschüssen’ nicht angehören. - »Die Rolle der Arbeitnehmerausschüsse besteht darin, Empfehlungen bezüglich der Arbeitsbedingungen, der Arbeitsschutznormen und der Produktivität auszusprechen.«

Die saudische Regierung muss die Statuten und Mitglieder der Arbeiterausschüsse genehmigen, und der Minister für Arbeit und Soziales sowie die Betriebsleitung sind berechtigt, einen Vertreter zu den Ausschusssitzungen zu entsenden. Das Protokoll der Sitzungen ist der Betriebsleitung vorzulegen. Öffentliche Demonstrationen politischer Art sind verboten. Das Arbeitsministerium kann einen betrieblichen Ausschuss der Beschäftigten auflösen, wenn dieser gegen geltende Bestimmungen verstößt oder (- bei Unterstellung -) die öffentliche Sicherheit gefährdet.

Quelle vgl.: Jährliche Übersicht über die Verletzungen von Gewerkschaftsrechten. Internationaler Gewerkschaftsbund (IGB). Berichtszeitraum 2010.
http://survey.ituc-csi.org/IMG/pdf/Survey_ITUC_DE_web.pdf
Siehe auch (analog):
Klassenkampf in China (ungeschminkt).
„Gewerkschaftsrechte“ in der Praxis und Rechtsverletzungen 2010.
www.scharf-links.de/44.0.html
[tt_news]=17819&tx_ttnews
[backPid]=56&cHash=9bb3aa023d

Stadtzeitung Saarbrücken

17.8.2011 Fukushima - Fakten und Folgen

von Reinhold Schramm

[Auszug]

Die nukleare Katastrophe ist nicht unter Kontrolle. Große Mengen Radioaktivität werden weiterhin freigesetzt.

Die Informationspolitik der Betreibergesellschaft TEPCO und der japanischen Regierung machen eine Einschätzung der Verbreitung und der Gefährdung durch die freigesetzte Radioaktivität sehr schwierig. Langfristige und weit reichende Auswirkungen können erwartet werden.

Entgegen der öffentlichen Propaganda, die Radioaktivität würde sich durch Meeresströmungen verdünnen und keine Gefahr darstellen, werden immer mehr stark radioaktiv belastete Fische angelandet.

Menge der frei gesetzten Radioaktivität?

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hatte auf Grundlage von Radioaktivitätsmessungen von weltweit 60 Mess-Stationen bereits am 26. März 2011 erklärt, dass die bis dahin aus den havarierten Atomreaktoren von Fukushima freigesetzten Radionuklidmengen von gleicher Größenordnung wie die aus Tschernobyl freigesetzten Mengen seien.

Wesentliche Unterschiede von Fukushima zu Tschernobyl:

1. Es gibt mehrere Kernschmelzen. In den Abklingbecken lagerten Brennstäbe z. T. unter freiem Himmel.

2. Das nukleare Inventar in Fukushima ist ca. 120 mal so groß wie in Tschernobyl.

3. In Tschernobyl wurde durch den Graphitbrand ein großer Teil des radioaktiven Inventars ausgeblasen. In Fukushima wird die Kernschmelze noch viele Jahre weiter bestehen. Die Kettenreaktion mit den Brennstoffen (Uran, Plutonium) läuft unter ständiger Freisetzung von Neutronen weiter.

4. Die Bevölkerungsdichte in der japanischen Region ist etwa 15mal höher als in der Ukraine.

5. Ein Großteil der Radioaktivität entweicht über das Kühlwasser direkt ins Meer, verteilt sich über die Meeresströmungen, mit unvorhersehbaren Folgen für den Pazifik, die Nahrungsketten und damit auch für den Menschen.

Freisetzung von radioaktiven Substanzen:

»In der Kernschmelze entstehen durch die unkontrolliert ablaufenden Kernreaktionen eine Reihe von radioaktiven Zerfallsprodukten sowie durch die Aufnahme von thermischen Neutronen durch das Uran-238 das alpha-Teilchen emittierende und daher extrem gefährliche Plutonium-239.« (Vgl. Quelle)

Die japanische Atomaufsichtsbehörde berichtete, dass bei einer Grundwasser-Probe hohe Strontium-Werte gemessen wurden. Das spricht dafür, dass mindestens ein Kern den Sicherheitsbehälter durch geschmolzen hat und direkten Kontakt zum Grundwasser und zur Biosphäre hat.

In Meerwasser-Proben wurde der Grenzwert an radioaktivem Strontium um das 240fache überschritten (Folge von Leckagen von hochradioaktivem Wasser).

Das in den Brennstäbe vorhandene Plutonium besteht bis zu 12 % aus Plutonium-241, der Anteil bei den MOX-Brennelementen kann wesentlich größer sein. - Mit dem Mengenzuwachs von Americium-241 auf Kosten von Plutonium-241 steigt die Alpha-Aktivität innerhalb von 15 Jahren um das 300fache an. - Die Halbwertzeit des energiereichsten Alphastrahler Americium-241 liegt bei 432 Jahren. Von Organismen aufgenommen ist die Radiotoxizität je nach Ablagerungsort im Körper um bis zu 3 Größenordnungen größer als von Plutonium. (Vgl. Quelle)

»Nach Fukushima sind die Messwerte im Ozean um das Kraftwerk um mehrere Größenordnungen höher, als nach dem Super-GAU von Tschernobyl im Schwarzen Meer und in der Ostsee. {...}«

Radioaktive Substanzen in den Nahrungsketten:

»{...} Insgesamt können die schädlichen Auswirkungen {...} sehr lange verborgen bleiben. Mit Höchstwerten ist mittelfristig bei Organismen an der Spitze der Nahrungskette zu rechnen. Das sind z.B. Tunfische und andere Raubfische, Haie, Wale, Robben, Meeresschildkröten, Meeresvögel - und natürlich der Mensch. Radioaktives Jod, Cäsium, oder Strontium werden beispielsweise direkt im Organismus eingebaut und reichern sich in bestimmten Organen an.« -

»Plutonium, Neptunium und andere Transurane verhalten sich wie andere Schwermetalle. Sie reichern sich im Organismus an, da sie kaum ausgeschieden werden können.«

Faktisch besteht bereits eine Gefahr für die Menschen:

1. Es fließen kontinuierlich große Mengen radioaktiven Wassers in den Pazifik. {...}

2. Der Abbau findet ausschließlich über den radioaktiven Zerfall statt. {...}

3. Die Kehrseite der Verdünnung ist die großräumige Verteilung. {...}

Schlussfolgerungen:

»Das tatsächliche Ausmaß der radioaktiven Kontamination kann zum Zeitpunkt {...} nur erahnt werden, denn die katastrophale Freisetzung von Radionukliden dauert an. Erst wenn die Brennelemente ausgebrannt sind und nur noch wenig Radioaktivität entweicht, kann die freigesetzte Gesamtaktivität abgeschätzt werden.« -

»Wir müssen davon ausgehen, dass Fukushima alle bisherige Freisetzung von Radioaktivität um ein Vielfaches übertrifft.«

{...} (Siehe Quelle!)

Die wichtigste Schlussfolgerung ist, den Ausstieg aus der menschen- und lebensfeindlichen Kernenergie so schnell wie möglich zu vollziehen.

Die Verantwortung für diesen Super-GAU trägt die Atomindustrie.

Quelle vgl.: Zu den Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von Fukushima auf den Pazifik und die Nahrungsketten. Von Stephan Moldzio, Thomas Dersee, Dirk Zimmermann, Josef Lutz, Rolf Bertram, Anton Eisenhauer, Rainer Frentzel-Beyme, fertig gestellt am 7. Juli 2011.

http://www.offene-akademie.org/wp-content/plugins/downloads-manager/upload/110707_pazifik_artikel.pdf