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Stadtzeitung Saarbrücken |
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Von Lothar Schnitzler Peter Müllers Windei Ministerpräsident Müller brütet: Wie erhalte ich mir meine
Macht. Es muss ihm gelingen, die kommunal- und landespolitisch immer noch
starke SPD zu schwächen. Er hält einen Knochen hin, zehn Ober- und
Bürgermeister springen sofort darauf an: Auflösung des Stadtverbands.
Nicht die Macht der Vernunft hat ihn dazu bewegt, sondern die Vernunft der
Macht. Es gilt für ihn unter allen Umständen die Wahl 2009 zu gewinnen.
Es ist klar, dass Peter Müller keinen der Kommunalchefs wirklich groß
und stark machen will, schon gar nicht durch die Auflösung des Stadtverbands.
Zu groß ist seine Ernüchterung nach den letzten Wahlpleiten: Oberbürgermeisterwahl
–verloren. Stadtverbandspräsidentenwahl –verloren. Bei der
Landtagswahl und den Kommunalwahlen in Saarbrücken hat die CDU ebenfalls
gegenüber der Wahl davor Stimmen verloren. Nur die FDP kam durch die
geringe Wahlbeteiligung in den Stadtrat und den Stadtverband Saarbrücken.
Ein typisch statistisches Ergebnis: Eine geringe Wahlbeteiligung ermöglicht
es kleineren Parteien, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen
und in die Parlamente einzuziehen. So konnte die FDP, ohne eine einzige Stimme
mehr erhalten zu haben als die Wahlen vorher, in Saarbrücken und im Stadtverband
wieder mitregieren. Deshalb ist es Peter Müller und der schwächelnden
FDP so wichtig, den FDP-Mann Ulf Huppert als Interims-Präsidenten an
der Spitze des Stadtverbands zu installieren. Eine bessere politische Plattform
hätte man der FDP nicht bauen können. Kann sie doch hoffen, so über
die Fünfprozenthürde zu kommen und eventuell nach den Wahlen 2009
mit der CDU eine Koalition machen zu können. Schon bei der Landtags- und Kommunalwahl vom 09. September 2004 hat sich deutlich gezeigt, wie schlecht CDU, SPD und FDP dastehen. Erstmals wurde die Partei der Nichtwähler mit 44,5 Prozent stärkste Partei. Sie war stärker als CDU und SPD zusammen, die gerade mal 42 Prozent der Wähler und Wählerinnen hinter sich brachten. 26 von 100 Wählern reichten der CDU, die absolute Mehrheit im Land zu erringen. Eine Minderheitspartei, die nur ein Viertel der Saarländer für sich zu gewinnen vermag, kann alleine regieren! Auch bei der Wahl des Saarbrücker Stadtrats haben alle Parteien verloren. Das weiß Peter Müller. Deshalb versucht er die stolze Bilanz der SPD zu zerstören, Unruhe in die Partei zu bringen und sie womöglich zu spalten. Genial hat der Ministerpräsident, der mit einem Stimmenanteil von nur 26 Prozent Regierungschef werden konnte, den entscheidenden Hebel angesetzt. Wohl wissend, dass er den Stadtverband, in dem ein Drittel der Saarländer leben, bei der Landtagswahl 2009 den Sozialdemokraten nicht abjagen kann, versucht er über das Mäkeln an der geringen Wahlbeteiligung den Stadtverband aufzulösen ohne ihn aufzulösen. Er nennt ihn nur anders. Stimmen die Äußerungen zu der Neugliederung, dann wird ein neues Verwaltungsmonstrum geboren, mit dem die Menschen noch weniger anfangen können, als mit dem scheinbar unbekannten Stadtverband: Der Regionalverband Saarbrücken. Die Regionalversammlung soll -wie bisher schon der Stadtverband- von den Bürgern gewählt werden. Der Kooperationsrat soll angeblich den Bürgermeistern mehr Mitspracherechte geben, obwohl wichtige Aufgeben, die jetzt der Stadtverband wahrnimmt, ans Land übergehen sollen. Da erkläre einer mal die Quadratur des Kreises. Die vier von CDU-Landräten regierter Kreise bleiben außen vor. Eine Reform der Ministerien und eine Reduzierung des Personals auf Landesebene wird ebenfalls nicht angedacht. Das lässt einseitig an das Demontieren eines populären politischen Gegners –nämlich Michael Burkert- erinnern und weniger an eine ernsthafte, wohl auch notwendige Neuorganisation der Verwaltungsebenen im Saarland. Das Nullsummenspiel Was verblüfft ist die willenlose Bereitschaft der zehn Kommunalchefs,
Peter Müller auf den Leim zu gehen. Erinnern wir uns: Wer gewinnt? Eine miese Bilanz der Kommunalpolitik der Parteien CDU, SPD, FDP und GRÜNE,
an der es nichts zu schönen gibt. Warum also den erfolgreich agierenden
Stadtverband umbenennen und den Stadtrat entmachten? Klar: Der unbedingte
Wille zum Machterhalt bei der Landtagswahl 2009 bestimmt alleine das Vorgehen.
Die SPD sollte spielt offensichtlich mit wenn der der Ministerpräsident
den Knochen der Macht mal hinhält und nach den er nach Belieben wieder
wegzieht. So kommt am Ende ein Regionalverband heraus, der alles schlechter
und nichts besser machen kann. Und das will Peter Müller. Kein Wunder,
dass nur noch 27 Prozent der Ost- und 41 Prozent der Westdeutschen zufrieden
mit der Politik sind, weil Politiker nicht an das Allgemeinwohl denken, sondern
nur an ihre Pfründe. |
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