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Stadtzeitung Saarbrücken

Familienpolitik sorgt wieder mal für Zwist bei der LINKEN

Für eine soziale Familienpolitik: Krippenausbau und Kindergrundsicherung statt
Erziehungsgehalt

Berlin (sk) - „Die familienpolitischen Thesen von Christa Müller sind von einer erstaunlichen Realitätsferne geprägt. Sie verhindern weder Kinderarmut noch können sie Eltern dabei unterstützen, ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu gestalten.
Stattdessen fordert Christa Müller mit dem Erziehungsgehalt eine Rückkehr zum Mythos der westdeutschen Familienidylle der 50er Jahre.", kritisiert der Jörn Wunderlich
die Forderungen von Christa Müller (familienpolitische Sprecherin Die Linke.Saar).

Der familienpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE und ehemalige Jugend- und
Familienrichter in Chemnitz kritisiert weiter: Christa Müller kämpft nicht für mehr
Gestaltungsspielräume für Familien, sondern gegen den Krippenausbau und für ein
traditionelles Familienmodell. Mit ihrer unerträglichen Gleichstellung von
Genitalverstümmelung und Krippenbetreuung redet Christa Müller das Leid von
Millionen Frauen klein, die weltweit Genitalverstümmelungen erlitten haben und
beleidigt Eltern und Erzieherinnen und Erzieher, die für unsere Kinder nur das Beste
wollen.

Mit dieser Ablehnung öffentlicher Kinderbetreuungseinrichtungen hat Christa Müller
den familienpolitischen Konsens in der Linken aufgekündigt. Gerade im Westen
Deutschlands fehlen Betreuungsangebote für Kleinkinder schmerzlich und schränken die
Lebensbedingungen von Familien enorm ein. Wer gegen Krippenplätze ist, ist gegen
Bildungschancen, gerade für sozial benachteiligte Kinder! Das haben mehrere aktuelle
Studien belegt.

Ich distanziere mich von den Thesen und Forderungen von Frau Müller und werbe für
eine Familienpolitik, die soziale Gerechtigkeit mit Geschlechtergerechtigkeit und
Respekt vor allen Familienformen verbindet," so Wunderlich abschließend