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Stadtzeitung Saarbrücken

„Hier geht es nicht mehr nur um Tafelsilber, sondern um Geschirr, von dem wir
täglich essen müssen“

Saarbrücker Stadtwerke müssen in kommunaler Hand bleiben


Saarbrücken (sk) - „Die Saarbrücker Stadtwerke müssen in kommunaler Hand bleiben“,
so Rolf Linsler, Vorsitzender der saarländischen Linken anlässlich einer heute
stattgefunden Pressekonferenz.

Eine 49prozentige Minderheitsbeteiligung eines privaten Investors hätte zur Folge,
dass strategische Unternehmensentscheidungen oder die Verbraucherpreispolitik nicht
mehr ohne den vermeintlichen „strategischen Partner“ durchgeführt werden können.
Dies wiederum würde bedeuten, dass wichtige Weichenstellungen, wie zum Beispiel das
Fördern der nachhaltigen Energieversorgung oder regenerativen Energieträger dem
kurzfristigen Gewinnstreben der Anteilseigner zum Opfer fallen.

„Offen wäre dann auch, wie Quersubventionierungen im Innern des Konzerns in Zukunft
gehandhabt werden. Derzeit wird der defizitäre Bereich des Öffentlichen
Personennahverkehrs durch die Erträge in anderen Bereichen mitfinanziert. Welches
Interesse sollte ein privater Investor daran haben? Die Folge wäre, dass die
Fahrpreise deutlich ansteigen und unrentable Verbindungen wegfallen würden.“ Ein
Verkauf von Anteilen der Stadtwerke würde wesentliche Teile der kommunalen
Daseinsvorsorge privaten Gewinninteressen unterwerfen. Kein Konzern wolle Geld nach
Saarbrücken tragen!

Linsler weist darauf hin, dass die Saar-Linke bereits vor Wochen nachgefragt hat,
wie viel die Stadtwerke der Landeshauptstadt wert seien. Eine Antwort der
Verantwortlichen steht bis heute aus. „Die angestrebte Teilprivatisierung muss
verhindert werden“, so Linsler und ruft dazu auf: „Vor dem Hintergrund des
Ausverkaufs der Landeshauptstadt sollten alle verantwortungsbewussten Menschen
zusammenstehen.“ Wenn das Eigentum der Einwohner Saarbrückens verkauft werden soll,
dann müssten sie in dieser wichtigen Frage mit entscheiden dürfen. Aus diesem Grund
fasst die Saar-Linke ein Bürgerbegehren/Bürgerentscheid ins Auge. Abschließend sagt
der Vorsitzende der Saar-Linken: „Hier geht es nicht mehr nur um Tafelsilber,
sondern um Geschirr, von dem wir täglich essen müssen.“