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Wo
ist die Oppositionspartei geblieben die Hartz IV
und die damit verbundene Armut
per Gesetz abschaffen wollte?
Sofortiges Aktionsprogramm gegen Kinderarmut im
Saarland gefordert
Von Claude Michael Jung
Die fortgesetzte Weigerung der saarländischen
CDU-Landesregierung, einen Armuts- und Reichtumsbericht auch für
das Saarland vorzulegen, sei nicht nur eine hartnäckige
Realitätsverweigerung, sondern missachte den verfassungsmäßigen
Auftrag der Landesregierung, der sich aus dem Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes
ergebe, so der
sozialpolitische Sprecher der saarländischen Linken, der Bundestagsabgeordnete
Volker Schneider.
Schneider als auch der Vorsitzende der saarländischen
Linken, Rolf Linser fordern ein sofortiges Aktionsprogramm gegen Kinderarmut
im Saarland, welches insbesondere
Bildungsbenachteiligung im Auge habe, beispielsweise durch Bereitstellung
von kostenlosen Lehrmitteln an Schulen oder die Einführung von Gebührenfreiheit
für Kindertageseinrichtungen.
Als puren Aktionismus, Flickschusterei an der herrschenden
Armut im Land und nicht ohne Zynismus muss man die Reaktionen der Linken
insgesamt auf den, von der
Bundesregierung vorgestellten neuen Armutsbericht, nachdem jeder vierte
Deutsche arm ist, bezeichnen. Dass für diese Erkenntnis im Saarland
noch erst ein weiterer
statistischer Aufwand betrieben werden soll, wie ihn die LINKE.Saar vehement
fordert, ist nichts weiter als Getöse im Vorwahlkampf. Volker Schneider,
sowie sein
Landeschef Linsler wissen dies und führen auf dem Rücken der
Betroffenen trotzdem schamlos ihre parteipolitischen Spielchen aus.
Es geht niemanden mehr bei der Linken um
die Abschaffung der Hartz IV Armutsgesetzte, für die sich
doch die ehemalige Wahlalternative (WASG) einstmals
gegründet hatte. Die gespielte Empörung über den neuesten
Armutsbericht der Bundesregierung ist, bei näherer Betrachtung, reine
Augenwischerei. Die Forderungen aus den Reihen der LINKEN, den Hartz-IV-Regelsatz
umgehend auf 435 EURO zu erhöhen, wie von LINKE-Bundesgeschäftsführer
Dietmar Bartsch, als auch von Klaus Ernst und Katja Kipping aus dem Parteivorstand
gefordert, zeigen dies allzu deutlich auf.
Volker Schneider und Landeschef Linsler hätten genügend Gelegenheit
gehabt, dem groben Unfug aus der Parteizentrale zu widersprechen. Stattdessen
haben beide, wohl aus Opportunität, geschwiegen.
Fast täglich wird von der Linken verbale Flickschusterei
an der bestehenden Armut im Land betrieben. Kinderarmut, Altersarmut und
Mindestlohn sind da nur ein paar
Schlagworte, mit denen sich trefflich vordergründige Politik, oder
besser Stimmenfang betreiben lassen. Auch mit einem Hartz IV Regelsatz
von 435 EURO lässt sich angesichts der ständig steigenden Preise
in diesem Land nicht einmal mehr das
Existenzminimum bestreiten. Da helfen auch keine sofortigen Aktionsprogramme
gegen dieses oder jenes Symptom der Armut. Für DIE LINKE hat sich
die Systemfrage mit der fortschreitenden
Sozialdemokratisierung der Partei längst erledigt. Man will, wie
es der Berliner Landesverband „erfolgreich“ vorgemacht hat,
gerade im Saarland mit den Sozis gemeinsam ins Regierungsbett und dabei
ist alles zu unterlassen was die Sozis verstören könnte.
Wo ist die Oppositionspartei geblieben
die Hartz IV und die damit verbundene Armut per Gesetz abschaffen wollte?
Der neueste Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung verschleiert
noch, wie dramatisch die Armut in Deutschland
zugenommen hat. Dagegen einseitig mit sofortigen Aktionsprogrammen gegen
Kinderarmut vorzugehen, wie Schneider und Linsler es nun im Saarland fordern,
ist purer
Aktionismus. Diese LINKE wird die bestehenden Armut im Land jedenfalls
nicht überwinden, schon alleine weil ihr der Wille und der Mut dazu
fehlen.
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