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Dem Saarland scheint eine Sintflut zu
drohen
Ängste vor europäischem Neu Seeland sind keine irrationale
Utopie
Von Claude Michael Jung
Seit Jahren schon plagen fürchterliche Albträume die Saarländerinnen
und Saarländer. Bedingt durch die zahlreichen Grubenschließungen
und den damit verbundenen Anstieg des Grundwasserspiegels könne das
Saarland sich in eine Seenlandschaft verwandeln und weite Teile, wie einst
das antike Atlantis, einfach absaufen. Das Saarländische
Umweltministerium will mit einer Studie die Entwicklung des Grundwassers
im Land der Schwenker und Denker nach den Grubenschließungen untersuchen.
Dafür hat das Ministerium satte 115 000 Euro zur Verfügung gestellt.
Die Knete soll für Gummistiefel, Rettungsringe und Schlauchboote
ausgegeben werden.Über den Bau einer Arche für die Nichtschwimmer
der CDU Landesregierung werde derzeit noch nachgedacht, sagte ein Ministeriumssprecher
dem Saar-Inselradio. Nach einem hydrologischen Gutachten des Saarbrücker
Instituts für Aquanautik, soll die Gesamtoberfläche des Saarlandes
bereits in weniger als 25 Jahren zu zwei Dritteln aus Wasser und Sümpfen
bestehen, berichtet der Hiobsbote, Zentralorgan der Saar
Landesregierung. Andere, gewöhnlich gut unterrichtete Kreise, berichten
von hektischen, jedoch vergeblichen Bemühungen der Landesregierung,
ein Binnenschifferpatent für den Fall der Fälle zu erwerben,
um sich irgendwie doch noch über Wasser halten zu können.
Optimistisch sieht der saarländische Thekenvisionär Max Flabbes
dagegen die Zukunft seiner lieblichen Wälder und Auen. Sinnlose Millionengräber,
wie das Saarbrücker Utopieprojekt Stadtmitte im Fluss seien durch
den Anstieg des Grundwassers überholt,
so Max Flabbes an seiner Theke in der saarländischen Hauptstadt.
Flabbes fordert allerdings die unverzüglich Eindeichung des Saarbrücker
Sankt Johanner Marktes, um die gute Stube des Saarvolkes der Nachwelt
zu erhalten. Auf der Rückseite einer
Mahnung des Saarbrücker Finanzamtes zeichnete der Philosoph und Thekenvisionär
eine futuristische Saarlandschaft mit unzähligen Anglerparadiesen,
Stränden und kleinen Inseln zur Naherholung. Max Flabbes will sich
nicht unterkriegen lassen. Immerhin hat er die Invasionsdrohungen des
Pfälzer Häuptlings Kurt Beck locker überlebt, und dessen
Untergang als SPD Vorsitzender, am brandenburgischen Schwielowsee sogar
ausgiebig mit seinen Thekenbrüdern gefeiert.
Auch bei der Saarländischen Sommerlochakademie ist man guter Hoffnung.
Die beiden wirtschaftspolitischen Leuchttürme des Saar Think Thanks,
Professor August Tresendorf und Sam Macfies sehen für das saarländische
Neu Seeland gute Entwicklungschancen. Wenn alles durch die Sintflut aus
der Tiefe den Bach hinuntergehe, so werde die neu entstandene Insellandschaft,
dank saarländischer
Innovation, zu einem Zentrum des europäischen Bootsbaus. Tresendorf
und Macfies sehen für das Saarland lediglich leicht zu verkraftende
Marginalschäden. Zwar werde die CDU Landesregierung samt Saarfürst
Peter Müller bereits in kommenden Spätsommer
den Bach hinuntergehen, nasse Füße habe man bereits in Staatskanzlei.,
Allerdings sei dies nur von Vorteil, sagt das Denkerduo. Auch über
der Saar SPD werden die Wogen zusammenschlagen, prophezeien Professor
August Tresendorf und Sam Macfies
übereinstimmend. Dank des aufströmenden Grundwassers werde das
Saarland für alle Zeiten von seinen Plagegeistern befreit werden.
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