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Bundeswehreinsätze im Inneren - Verfassungsbruch
wird eingeläutet
Von Ulla Jelpke MdB
"Die soziale Unruhe im Land nimmt zu und den
Regierenden fällt nichts anderes ein, als die Pläne für
den Einsatz der Bundeswehr im Innern zu forcieren. Unter dem Vorwand einer
angeblich zunehmenden "Terrorgefahr" soll hier erneut ein Verfassungsbruch
begangen werden, so Ulla Jelpke zu den Plänen der Innenminister
der Länder und des Bundes, das Grundgesetz zu ändern und den
Einsatz der Bundeswehr im Inneren zuzulassen. Dies geht aus dem gemeinsamen
Programm "Innere Sicherheit" der Länder und des Bundes
hervor, das gestern Abend im Vorfeld der Innenministerkonferenz vorgestellt
wurde. Die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:
Wenn Bundeswehreinsätze im Inneren in
naher Zukunft legalisiert werden, bedeutet dies einen weiteren fundamentalen
Abbau der demokratischen Grund- und Freiheitsrechte in diesem Land. Deshalb
muss der maßgeblich von Bundesinnenminister Schäuble (CDU)
gewünschten Übertragung polizeilicher Befugnisse auf die Bundeswehr
sofort ein Riegel vorgeschoben werden. Andernfalls droht eine weitere
Militarisierung der Innenpolitik. Wer keine Einsätze des Militärs
gegen Demonstrantinnen und Demonstranten im Inland will, muss Schäubles
Grundgesetzänderung strikt zurückweisen."
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Bundesregierung plant Einstieg
in Zucht nützlichen Humankapitals
Im
Schweinsgalopp vom Embryo zum tapferen Soldaten
Von
Claude Michael Jung
Weltweit ist die Aufzucht von nützlichem Humankapital
ein ernst zu nehmendes Problem. Schon der griechische Philosoph Promillaeos
von Apameia bemerkte im Alterum, dass die weibliche Schwangerschaft viel
zu träge dahinfließt und schon das
ungeborene Balg im Mutterleib nur faul und gefräßig rumhängt.
Einen Weg dies zu ändern fand er allerdings nicht. Selbst Zeus war
rat und machtlos. Auch der große saarländische Philosoph und
Quacksalber des Mittelalters, Emilianus von Kaltnaggisch schrieb in einem
Brief an den kaiserlichen Generalissimus Albrecht Wenzel Eusebius
von Wallenstein: Es kann nicht der Wille Gottes sein, dass der Weg aus
der mütterlichen Lasterhöhle bis zum Landsknecht, oder Musketier
fast zwei nutzlose Jahrzehnte andauere. Diese Art der Zeitverschwendung
verderbe die Lust an jedem flotten Krieg, da die Aufzucht von geeignetem
Kanonenfutter viel zu langwierig sei.
Emilianus von Kaltnaggisch fahndete zwar mit Eifer an einem Wachstumsbeschleuniger,
so gelang es ihm unter anderem aus einem mickrigen Mistkratzer (Hahn)
einen recht drolligen und bunten Hühnerhabicht zu kreieren, aber
mit dem Westfälischen Frieden
im Jahr 1648 versiegten die Forschungsgelder aus der kaiserlichen Schatulle
und der Quacksalber von der Saar widmete sich wieder der Erforschung edler
Rotweine und Schnäpse.
In Zeiten grassierender Kinderarmut will die Bundesregierung
angeblich jetzt handeln und die Zeit zwischen dem Zeugungsakt und der
Nutzbarmachung von produktiven Humankapital drastisch verkürzen.
Wie es heißt ist der saarländische Experimentalmediziner, Medizinalrat
Engelbert Schnurres und dem Anthropologen
Professor Hypokrat, Ritter vom Steißbein ein millionenschwerer Forschungsauftrag
aus Mittel des Bundesfamilienministeriums und der Initiative Neue Soziale
Marktwirtschaft (INSM) zugeflossen. Beide sollen in ihren Laboren und
Reaktoren zwischen der Saarlouiser Eselsbrücke und dem Frankensteintor
nach einem Zeitraffer zur Überbrückung der Kindheit und insbesondere
der sinnlosen Jugendzeit forschen. Keine Kindheit bedeutet auch keine
Kinderarmut, keine Jugend bedeutet auch gleichzeitig keine komasaufenden
Jugendlichen, so ein Beamter aus Ursula von der
Leyens Großfamilienministerium gegenüber dem Politmagazin Zappenduster.
Sowohl Medizinalrat Engelbert Schnurres, als auch
Professor Hypokrat, Ritter vom Steißbein sind der Überzeugung
schon bald mit den ersten biotechnologischen Experimenten beginnen zu
können. Laut Medizinalrat Schnurres wird es gelingen die Schwangerschaft
auf drei bis vier Monate zu verkürzen und die überforderten
Arbeitgeber somit vom lästigen Mutterschutz größtenteils
zu entlasten. Schluss auch mit plärrenden Monstern, die faul in stinkenden
Windeln, die Umwelt vom Kinderwagen aus kontaminieren. Schluss ebenso
mit der Produktion von Treibhausgasen an Schulen und Universitäten.
Rumlungern und auf das Hatz IV Diplom warten war gestern.
Von der Mutterbrust bis zum Hochschulabschluss
soll alles gestrafft werden. Mit Hilfe der Nanotechnologie und Mikroelektronik
hat Ritter vom Steißbein bereits einen Gehirndiffusor zur Optimierung
der Blutzirkulation und Sauerstoffkompression in den
Großhirnwindungen an einem männlichen Kalb getestet. Schon
nach drei Monaten entwickelte sich das niedliche, rotbunte Kälbchen
zu einem gewaltigen Kampfstier, der auf einem nahegelegenen Truppenübungsplatz
der Bundeswehr für Panik und Schrecken sorgte. Ein Oberst erlitt
dabei einen Herzkasper, ein Hauptmann musste mit schweren Verletzungen
am Hintern in ein Krankenhaus eingeliefert werden, wo ihm eine Arschbacke
amputiert wurde. Der Stier sei Wohlauf und befinde sich in bester Laune
wieder in der Obhut seines Herrn und Meisters, berichtet der Saarlouiser
Nachtexpress in seiner Onlineausgabe.
Derzeit treffen in den Saarlouiser Forschungslaboren
fast täglich große Mengen von Blutkonserven zahlreicher Tour
de France Radsportler ein. Laut Medizinalrat Schnurres habe sich ein spanischer
Radsportoptimierer bereit erklärt mehrere
Kanister mit hoch angereichertem Sportlerblut zum Wohl der Menschheit
bereit zu stellen. Das rote Lebenselixier wird im Reaktor Goliath II unter
anderem mit schnelldrehenden Epo-Elemenrarteilchen beschossen und soll
um ein Vielfaches
wirkungsvoller sein, als jedes Wachstumshormon aus der Schweine und Rindermast.
Bereits in den kommenden Wochen sollen die ersten
klinischen Experimente an Kindern aus Hartz IV Familien anlaufen. Die
Arge Saarlouis soll angeblich vergeblich nach Freiwilligen gesucht haben
und will, wie ein Mitarbeiter, der lieber nicht genannt werden will sagt,
jetzt gehörigen Druck auf die Familien der unnützen Fresser
machen. Wer als Kunde der Arge seine Bälger nicht im Kampf gegen
die Kinderamut zur Verfügung stellt, muss mit drastischen Leistungskürzungen
rechnen, vertraute der eifrige Arge Mitarbeiter einem Journalisten unter
dem Siegel der strengsten Verschwiegenheit an.
Zwar rechnen die Forscher aus der heimlichen Hauptstadt
des Saarlandes mit einem raschen Erfolg ihrer Humanmast, aber damit sind
längst noch nicht alle Probleme gelöst. In weniger als zehn
Jahren aus einem widerlich plärrendem Säugling, einen
problemlos gesellschaftlich wie industriell verwertbaren Nützling
zu machen reicht nicht aus. Zur optimalen Humanverwertung muss die Mast
etwa bei einem Lebensalter von 25 Jahren zum Stillstand gebracht werden,
sonst drohen Schnellvergreisung und
eine neuerliche Rentnerschwemme die Sozialkassen auszuplündern.
Quasi Schlüsselfertig wollen Ritter vom Steißbein
und Medizinalrat Schnurres ihren Humannützling an das neue deutsche
Gesellschaftssystem ausliefern. Geimpft gegen Vogel, Schweine, Hunde und
Heringsgrippe sowie resistent gegen jede Art des
Sozialismus und Kommunismus, wird das fertige Prachtexemplar sein. Revolutions
und Gewerkschaftsträge, arm an Widerspruchsgeist, flexibel einsetzbar
und Bereitschaft
zur vollkommenen Hingabe an die Arbeitgeber und Aktionäre sind selbstverständlich,
so Ritter vom Steißbein in einem ersten Videoclip zum neuesten Stand
der Humanoptimierung.
Zum Forschungsdrang der Saarlouiser Experimentalmediziner
hat unterdessen auch der saarländische Thekenphilosoph Max Flabbes
Stellung bezogen. In der Saarbrücker Kneipe Zum letzten Hemd sagte
Flabbes, das ideale Humanschwein müsse nicht nur aus
einer Mischung zwischen einer systemkompatiblen, eierlegenden Wollmilchsau
und dem Untertanengeist eines wilhelminischen Beamtengehirns bestehen.
Spontan spendete der Thekenphilosoph 20 Euro zur Entwicklung eines Impfstoffs
gegen den Ungeist der
Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und gegen den immer gefährlicher
werdenden Virus der vollkommenen Humanverwertung, der besonders in der
SPD herrsche
und sich dort bereits epidemisch ausgebreitet habe. Seinem inneren Schweinehund
freien Lauf lassend, geisselte Flabbes in seiner Thekenansprache den Gedanken
die Menschen als Humankapital zu degenerieren. An die Saarlouiser Forscher
gerichtet sagte Flabbes abschließend, sie täten besser daran
den vollkommenen Biertrinker zu entwickeln, als die pflegeleichten, nachwachsenden
Humankapitalressourcen für die Optimierung deutscher Wirtschaftsinteressen
heranzuziehen und zu missbrauchen.
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