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Ein Mann bestellt sein Land - Ausverkauf der FDP oder der gute Mensch von Pro Seniore
Von Fidel Flaneur Politik kann einfach schön sein. Wieso das? Ein Blick auf die Saarbrücker Verhältnisse schafft da Klarheit. Fährt man vom Deutschmühlental Richtung Stadt, stehen die Ampeln voll auf Gelb. Jede Menge bekannte Gesichter, die sich im Bermudadreieck Ludwigspark, Victor's Residence und Gasthaus Woll herumtreiben. Viele Heckenschützen, Büchsenspanner und Fallensteller. Das heiß gehandelte Thema ist derzeit die Personalpolitik der FDP im Kreisverband Saarbrücken. In welcher Liga der 1. FC Saarbrücken Dank des hervorragenden Managements von Hartmut Ostermann spielt, ist jedem Fußballfan bekannt. In welche Sphären der Multimillionär die FDP in Saarbrücken führen will, ist noch offen. Hat Hartmut Ostermann bisher abgetakelte Politiker in seine bezahlten Dienste genommen, kauft er sich jetzt, nachdem er im April 2008 Kreisvorsitzender der FDP Saarbrücken wurde, die saarländischen Parlamente. So zieht in den nächsten Saarbrücker Stadtrat eine völlig neue Mannschaft der FDP um den Ostermann-Angestellten Friedhelm Fiedler ein. Auch im Regionalverband und in den Landtag dürften die Ostermannen der FDP eine neue liberale Politik einläuten. Sie soll dann umgetauft werden: Von FDP in FPO (Freie Partei Ostermann). Wenn der Mundartentertainer Schorsch Seitz sein Satireprogramm "Wir sind Saarland" aufführt, erzeugt er stets große Lacher mit seiner Behauptung, dass bei den Liberalen nicht der Weihnachtsmann, sondern der Ostermann kommt. Mit schwarzer Mafiosi-Hut und roter Jacke mit Zebrafell- Kragen - so schwingt, singt und schwenkt Schorsch Seitz durch die Lande. Bei seinen Beißattacken hält es am Ende keinen mehr auf den Bänken. Die Leute gehen begeistert mit, es werden Zugaben gefordert und natürlich auch gegeben. Denn dem normalen Wähler will dabei das Lachen nicht vergehen. "Wir sind Saarland"! Wir sind dabei. Lange bereits wird "Hans Dampf" Ostermann in allen saarländischen Gassen von den hiesigen Mächtigen hofiert. Der kometenhafte Aufstieg des Hoteliers und Seniorenheim-Betreibers katapultiert ihn in die erste Reihe der Mächtigen in diesem Land. So kaufte der ehemalige Bundestagskandidat der Saar-FDP und einer ihrer Hauptsponsoren bereits den gescheiterten CDU-Innenminister Klaus Meiser nach dessen Rücktritt mit einem lukrativen Posten im Vorstand von "Pro Seniore". Auch der ehemalige Bundesverkehrsminister und frühere Ministerpräsident Reinhard Klimmt (SPD) profitiert von der Männerfreundschaft zu Ostermann. Und natürlich auch der ehemalige Oberbürgermeister Hajo Hoffmann, der nach seinem unfreiwilligen Rücktritt umgehend bei Ostermanns Unternehmen eintrat. Nun genügen Ostermann nicht mehr nur Altgediente. Jetzt sorgt er für neues Personal in den Parlamenten. Eine wunderbare Entwicklung, die von der Politikerkaste bejubelt wird. Endlich zeigen sich die Erfolge einer seit über zwanzig Jahren betriebenen neoliberalen Politik in unserem Lande. Offen werden nun unsere Parlamente von kapitalkräftigen Personen zusammengekauft. Endlich ist deren Unabhängigkeit nicht mehr gewährleistet. Das Kapital kann nun durchregieren. Kein Reicher in diesem Legoland muss
sich noch Sorgen um seine Rendite machen. Was schert uns Alt, was schert
uns Kind? Hier geht es darum, Macht zu zementieren. Und das können
die da oben allemal besser als wir da unten. Logisch! Gilt bei uns doch
immer noch: "Lääwe unn lääwe lasse"! (dt.
leben und leben lassen )Schau' n wir mal.
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