| Geschickt verwebt der Autor Gegenwärtiges mit Vergangenem, Ironisches mit Ernsthaftem in dieser Geschichte über das, was hätte passieren können. Praktisch, dass man sie gleichzeitig als Saarbrücker Rundgang benutzen kann | |||||||||||||||
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Saarbrücken ,,Weit im Westen türmten sich Gewitterwolken." So beginnt eine Kurzgeschichte von Joachim ,,puma" Schmitt um zwei aus einem Altenheim ausgebüxte Damen, die in der Nacht Schlimmes erleben werden. Bei uns im Publikum von Gewitterwolken jedoch keine Spur, brütende Hitze über Saarbrücken. Trotz aller Widrigkeiten haben sich einige Unverdrossene im ,,Hellmut" eingefunden, um der Lesung aus Schmitts Erzählungssammlung ,,Rien ne va plus" zu lauschen. Wunderbar vorgetragen von Torsten Hermentin, Schauspieler am Staatstheater. Die ,,Gräfin", Persianer überm Nachthemd, Diamanten-Diadem auf dem Kopf, aber trotzdem recht wenig blaublütig, macht sich mit ihrer 80-jährigen, stupsnasigen Freundin Mariechen auf, die Nacht zu genießen. Wilhelm-Heinrich-Brücke, Schloss, Saarbrücker Flair und die Erinnerungen der Gräfin an die Nazizeit. Und dann ihr tragisches Ende in eben dieser Nacht, dessen Ursache der Anschlag auf die Ausstellung ,,Verbrechen der Wehrmacht" ist. Geschickt verwebt der Autor Gegenwärtiges mit Vergangenem, Ironisches mit Ernsthaftem in dieser Geschichte über das, was hätte passieren können. Praktisch, dass man sie gleichzeitig als Saarbrücker Rundgang benutzen kann. Die Geschichte ,,Rien ne va plus" dagegen könnte
überall spielen. Eine gedämpfte Atmosphäre in der Saarbrücker
Spielbank, Wagemutige und ewige Verlierer treffen sich hier. Es regiert eine
50-Sekunden-Hoffnung während die Elfenbein-Kugel rollt. Marcel Ruoff
beschließt auf sehr ungewöhnliche Weise, die Bank zu sprengen.
Wie auch in der letzten Erzählung ,,Eine famose Bewerbung", regiert
hier der ironische Blick, kombiniert mir einer sehr eigenen, tiefgründigen
Beobachtungsgabe. Die Interessenvielfalt des Autodidakten Schmitt, ehemaliger
Sozialarbeiter, DJ und gastronomisch tätig, hat da sicher das ihrige
dazu getan. ,,Rien ne va plus" ist der erste Band in der Reihe ,,Grenzfälle".
Die Reihe soll dem Publikum Autoren der Saar-Lor-Lux-Region näher bringen.
Zeitgemäßes, Witziges, Lebensnahes ist angestrebt. Und mit Joachim
Schmitts Erzählsammlung ist das sicher auch aufs Glücklichste gelungen. |
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| Bildausschnitt aus denk mal 1, Joachim puma Schmitt | |||||||||||||||
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Der Saarkurier sagt: Rien ne va plus |
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