14.12.2011 Arme sterben früher als Reiche. Das war immer schon so, aber die Schere geht weiter auseinander. Geringverdiener sterben heute im Schnitt zwei Jahre früher als vor zehn Jahren.
Das geht einher mit einer zunehmenden sozialen Ungleichheit im Land. Die von SPD und Grünen zu verantwortende Hartz IV Zwangsgesetzgebung und die Zerschlagung des Rentensystems bei gleichzeitiger Einführung der Riester Rente haben wesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen.
Eine Statistik der Rentenversicherung besagt, dass Geringverdiener 2001 noch durchschnittlich 77,5 Jahre alt wurden. 2010 waren es nur noch 75,5 Jahre. In Ostdeutschland war die Entwicklung noch dramatischer: Dort sank die Lebenserwartung von 77,9 auf 74,1 Jahre. Diese Zahlen stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Große Anfrage der Linksfraktion.
Wir dokumentieren Auszüge aus einem Interwiev mit dem Armutsforscher Prof. Christoph Butterwegge. (ntv 12.12.2011, 15:10 Uhr)
"Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe für die auseinanderdriftende Lebenserwartung?
Butterwegge: «Mich wundert diese Entwicklung nicht. Arme müssen früher sterben - das ist ein Ergebnis der Armutsforschung, das schon lange bekannt ist. Und wenn der Niedriglohnsektor in der Bundesrepublik etwa seit der Jahrtausendwende doch recht deutlich ausgebaut worden ist, dann bedeutet das natürlich auch, dass mehr Menschen enormem Druck unterliegen. (...) Die Folge davon ist, dass Menschen im Niedriglohnsektor eine schlechtere Gesundheitsversorgung haben und dann auch eine geringere Lebenserwartung.»
Werden im Gesundheitswesen wirklich Dinge vorenthalten, die über Leben und Tod entscheiden?
Butterwegge: «Ja, in der Summe. Wenn ich jetzt eine schlechtere medizinische Versorgung habe über Jahrzehnte und wenn ich gleichzeitig beseelt bin von der Angst, mich und meine Familie nicht mehr wie früher in einem ausgebauten Sozialstaat versorgen zu können, dann führt das zu psychosozialen Problemen vieler Menschen. Ich habe einen Jugendfreund, der arbeitet als Leiharbeiter (...) auf Montage: zugige Arbeitsverhältnisse, krankmachende im Prinzip, aber nicht die Möglichkeit zu sagen "Nein, ich mache das nicht", weil einfach der ökonomische Druck heute viel stärker ist als in den 90er Jahren.»
Geringverdienern wird oft vorgeworfen, sie würden zu viel rauchen und zu ungesund essen. Sind sie also auch selber schuld?
Butterwegge: «Ja, nur von dem Geld, was dort verdient wird, kann ich mir auch nicht Biogemüse und Obst leisten. Dieses Eigenverschulden, das Sie ansprechen, mag da mit im Spiel sein. Auf der anderen Seite (...): Wenn ich eben solche Sorgen habe, dann betäube ich mich eher mit Zigaretten und Alkohol, als wenn ich Professor bin und eine sichere Pension habe und auch nicht irgendeinen Arztbesuch versäumen muss wegen der Praxisgebühr. Wenn ich Angst habe, ich verliere meinen Arbeitsplatz, rauche ich wahrscheinlich eher noch mehr. Das heißt, Suchtprobleme haben gerade diejenigen, die in schwierigen finanziellen Situationen leben."
Diese Entwicklung ist in der jüngeren europäischen Geschichte fast beispiellos. „Es gab das in den 90-er Jahren in Großbritannien, nach dem Sozialabbau durch die Thatcher-Regierung. In Russland ging nach 1990 die Lebenserwartung in der armen Bevölkerung ebenfalls zurück. Aber eine sinkende Lebenserwartung ist äußerst selten“, sagt Rolf Rosenbrock, Experte für öffentliche Gesundheit.
Besondere Sorge bereitet Medizinern und Sozialforschern das steigende Armutsrisiko der Kleinsten. Rund 13,1 Millionen Menschen unter 18 Jahren lebten 2010 in Deutschland. Gut jeder sechste (16 Prozent) wächst in einer Familie auf, die weniger als 11 151 Euro im Jahr zum Leben hat.
von Reinhold Schramm
“Kostensenkung“ - auch in der deutschen Reichtumsgesellschaft.
Reiche werden älter, Arme sterben früher - in der “Sozialen Marktwirtschaft“ der Bourgeoisie und Aktionäre!
Fakten - zur “Binsenweisheit“ der “Kostensenkung“
Eine internationale Studie, für die 42 Arbeiten mit Daten von mehr als 20 Millionen Personen ausgewertet wurden, kam zu dem Resultat, dass das Risiko, einen vorzeitigen Tod zu sterben, bei Arbeitslosen im Schnitt um 63 Prozent höher ist als bei Beschäftigten. -
Bei Männer liegt das Risiko, mit dem Lebensunterhalt auch das Leben zu verlieren, bei 78 Prozent; für Frauen bei 37 Prozent. -
»Das sollten sich alle jene markieren, die in Stammtischdiskussionen (und vermutlich auch bei ernsthaften beschäftigungspolitischen Debatten) so gerne behaupten, dass Arbeitslose eh’ nur ein faules Pack seien, das sich auf Kosten der Erwerbstätigen einen feinen Lenz mache, während jene sich tot arbeiten. Der Stress, keinen Job zu haben, ist tödlicher als der Stress am Arbeitsplatz. Wer hätte das gedacht ...« [1]
Vor allem Arbeitslose in Ostdeutschland sind erhöht gefährdet, krank zu werden. “Viele mussten die Hoffnung, überhaupt noch einmal Arbeit zu finden, ganz aufgeben“, erklärte Elmar Brähler, Leiter des Instituts für medizinische Psychologie. -
Die Entlassungen nach dem Ende der DDR hätten viele leistungsorientierte Menschen getroffen, die unter normalen Umständen kaum arbeitslos geworden wären. [2]
“Binsenweisheit“ - erwünscht?
Laut Rudolf Henke, Vorsitzender des Ausschusses Gesundheitsförderung der Bundesärztekammer, ist die Diagnose eine Binsenweisheit: „Wenn du arm bist, musst du früher sterben.“ -
»Dass sich daran nicht viel geändert hat, zeigt eine auf dem Ärztetag in Berlin diskutierte Untersuchung: Arme haben eine bis zu sieben Jahre kürzere Lebenserwartung als Wohlhabende und ein mindestens doppelt so großes Risiko, ernsthaft krank zu werden.« -
»Selbst in der reichen Schweiz, so stellte der Düsseldorfer Medizinsoziologe Johannes Siegrist zu seiner eigenen Überraschung fest, sterben einfache Arbeiter und Angestellte 4,4 Jahre früher als Männer in Führungspositionen.« [3]
Quelle vgl.:
[1] ScienceBlogs.de, 05.04.2011, Arbeitslose sterben früher
http://www.scienceblogs.de/geograffitico/
2011/04/arbeitslose-sterben-fruher.php
[2] Stern.de, 13.08.2006, Demographie: Arbeitslose sterben früher. Arbeitslose
haben eine kürzere Lebenserwartung als erwerbstätige. Vor allem
in Ostdeutschland {...}
http://www.stern.de/wirtschaft/job/demographie-arbeitslose-sterben-frueher-567576.html
[3] Stern.de, 05.05,2005, Gesundheit: Arme sterben früher. Der Ärztetag
kam zu einer Erkenntnis: Arbeitslosigkeit macht arm und Armut macht krank.
(Vgl.)
http:www.stern.de/
politik/deutschland/gesundheit-arme-sterben-frueher-540026.html
Info.-Empfehlung
Armut und Reichtum in der Schweiz. Auch die Schweiz ist kein ‘soziales
Himmelreich’ für die dort lebende werktätige und sozial ausgegrenzte
Bevölkerung. Laut einer UN-Studie ist der Reichtum in der Schweiz weltweit
am ungleichsten verteilt.
http://www.labournet.de/internationales/ch/
armreich.pdf
von Reinhold Schramm
Die Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeigt, dass die Renten immer weiter sinken.
Vor allem Alleinstehende sind betroffen, doch auch für Paare werde die Lebenssituation immer schwieriger. Die Wissenschaftler Ernst Kistler und Falko Trischler konnten nachweisen, dass die "durchschnittlichen" Renten seit der Jahrtausendwende (2000/1) deutlich gesunken sind.
Im Jahr 1996 kam der Neuruheständler im Durchschnitt auf ein monatliches Renteneinkommen von umgerechnet 709 Euro, aber 13 Jahre später (2009) waren es nur noch 686 Euro. >Der Kaufkraftverlust dürfte auf Grund von Inflation und Teuerung noch deutlich höher liegen.< (Vgl.)
Die Entwicklung der Renten - nach unten - lässt sich laut den Forschern kaum mehr aufhalten. [?]
Das Sinken der Renten spiegele die allgemeine Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wieder, so der spätere Zeitpunkt der Arbeitsaufnahme, unterbrochene Erwerbsbiographien und Arbeitslosigkeit.
Auch die Politik sei durch die 'Rentenreform' [?] und die damit verbundene allgemeine Absenkung der Rente für das niedrige Niveau verantwortlich.
Es drohten für die kommenden Rentnergenerationen eine immer weiter auseinanderklaffende Einkommensschere und ein steigendes Risiko für Altersarmut. [!]
>Teuerungsbereinigt sanken die Monatseinkünfte sogar um 180 Euro. Bei den West-Seniorinnen zeige sich eine ähnliche Entwicklung - Rentenerhöhungen würden real von Preissteigerungen geschluckt. Im Ost-West-Vergleich schneide der Osten deutlich schlechter ab: Die Massenarbeitslosigkeit nach der Wende senke die Alterseinkommen im Osten. Auch hier erwarten die Forscher eine Verschärfung der Ungleichheit zwischen Ost und West.< (Vgl.)
Quelle: t-online.de am 15.12.2011: "Studie: Rentner mit immer weniger
Einkommen" - von Niklas Ewert.
http://altersvorsorge-rente.t-online.de/rentner-haben-immer-weniger-einkommen/id_52405826/index
Deutschland AG: Niedriglöhne am unteren Rand
von Reinhold Schramm
Kapitaleinkommen und Steuerflucht bevorzugt
“Normalarbeit“ auf dem Rückzug
Nach der Wirtschaftskrise waren die Auftragsbücher wieder voll. Die Zahl der so genannten Normalarbeitsverhältnisse ging dennoch zurück. Zeitgleich nahmen Teilzeit und “Minijobs“ weiter zu, im Jahr 2010 auch wieder die Leiharbeit.
In einigen ländlichen Regionen Westdeutschlands machen Leiharbeit, „Minijobs“ und Teilzeitarbeit fast die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse aus. Leiharbeit ist eine männlich dominierte Beschäftigungsform. Männer arbeiten selten in Teilzeit. Über die Hälfte aller Frauen arbeiten atypisch. Spitzenreiter mit bis zu 70 Prozent dieser Beschäftigungsform ist der ländliche Raum in Westdeutschland. Auffällig ist dabei der überdurchschnittlich hohe Anteil an „Minijobs“. -
„Dies ist sehr bedenklich, weil Minijobber keine eigenständige Absicherung über die Sozialversicherungen haben und der Niedriglohnanteil unter den Minijobbern sehr hoch ist“, sagte der WSI-Forscher Alexander Herzog-Stein.
Im Dienstleistungsbereich werden „Minijobs“ als staatlich legitimiertes Instrument zum Drücken der Löhne genutzt. - „Mit ihrer Absicht, die Minijob-Verdienstgrenze auf 450 Euro anzuheben, verschärft die Regierung dieses Problem noch“, befürchtet der Wissenschaftler. (Vgl. „Atypische Beschäftigung“ - vor allem in Westdeutschland)
Kapitaleinkommen und Steuerflucht bevorzugt
Das deutsche Steuerwesen biete die Möglichkeit, „erhebliche Anteile von großen, in Deutschland erworbenen Einkommen legal dem deutschen Fiskus“ zu entziehen, so die Wissenschaftler Lorenz Jarass und Gustav Obermair.
Die beiden Professoren haben ausgerechnet, dass die „tatsächliche bezahlte“ Steuer- und Sozialabgabenbelastung von Lohneinkommen 2010 bei durchschnittlich 45 Prozent lag. - Von den Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögensanlagen gingen hingegen lediglich 22 Prozent an den Staat.
Steuervermeidung und Steuerflucht sind vor allem für international verflochtene
Unternehmen relativ einfach. Diese Firmen können steuerlich relevanten
Gewinn herunterrechnen, bei denen sie hohe Lizenzgebühren oder Schuldzinsen
an ausländische Gesellschaften abführen müssen. Damit werden
große Teile ihres in Deutschland erwirtschafteten Ertrags ins Ausland
transferiert und bleiben hierzulande steuerfrei. - Durch Konstruktionen -
unter Einbeziehung von Steuerparadiesen - fallen auch in anderen Ländern
oft keine Steuern an. (Vgl. Unternehmenssteuern und Steuervermeidung)
Verlustvorträge eröffnen Unternehmen die Möglichkeit, angefallene
Verluste vor sich her zu schieben und in guten Jahren gegen einen Teil der
Gewinne aufzurechnen. Im Jahr 2006 hatten die Kapitalgesellschaften 576 Milliarden
Euro zur Steuermindernden Verrechnung aufgetürmt.
Die Abgeltungssteuer entlastet hohe Einkommen, da auf Kapitalerträge nicht mehr der persönliche Einkommenssteuersatz, sondern nur noch pauschal 25 Prozent erhoben werden. Durch die anonyme Erhebung der Steuer bei der kontoführenden Bank hat der Fiskus keinen Überblick mehr, welcher Steuerpflichtige welche Kapitaleinkünfte hat. Dies begünstigt die Steuerhinterziehung.
Niedriglöhne am unteren Rand
»22,8 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in Deutschland bekamen 2010 einen Lohn unterhalb der Niedriglohnschwelle von 1.802 Euro. Das geht aus der Statistik der Bundeagentur für Arbeit hervor. Die Niedriglohngrenze entspricht zwei Dritteln des mittleren Bruttomonatsentgeltes. In Ostdeutschland waren rund 40 Prozent der Fulltime-Jobs gering entlohnt, im Westen knapp 19 Prozent. In beiden Landesteilen nimmt die Niedriglohnbeschäftigung kontinuierlich zu.« (Vgl.)
[Ein modifizierter Auszug]
Quelle vgl.: Böckler Impuls 20/2011, 14. Dezember.
www.boeckler.de/impuls_2011_20_gesamt.pdf
Wer hat euch, uns verraten: Grüne und Szialdemokraten
24.12.2011 - Die Hartz - Gesetze haben die soziale Landschaft in diesem Land nachhaltig verändert
von BAG Hartz IV
Der Paritätische Gesamtverband hat am Mittwoch seinen Armutsbericht veröffentlicht. Rund 12 Millionen Menschen sind laut Paritätischem Armutsbericht armutsgefährdet.
In Berlin, großen Teilen der Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, aber auch in mehreren westdeutschen Städten und Kreisen liegt die Quote bei über 25 % der Bevölkerung. Dieser Anteil an der jeweiligen Bevölkerung ist nicht nur gefährdet, sondern lebt bereits weit unter der von der Europäischen Union definierten Armutsgrenze.
"In schonungsloser Offenheit zeigen die Zahlen nicht nur die in Deutschland seit Jahren herrschende Kälte, sondern auch, dass selbst in Zeiten konjunktureller Höhenflüge die Spaltung zwischen arm und reich immer weiter geht." erklärt Werner Schulten, Mitglied des Parteivorstandes der LINKEN und Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Hartz IV der Partei. "Während die Zahl der Millionäre und selbst der Milliardäre in Deutschland in den letzten Jahren exorbitant gestiegen ist, wissen immer mehr Menschen nicht mehr, wie sie sich gesund ernähren sollen, überleben nur mit Hilfe von Tafeln und ähnlichen Einrichtungen oder vom Durchstöbern von Abfallbehältern nach Pfandflaschen und sind von gesellschaftlicher Teilhabe dauerhaft ausgeschlossen."
Schulten weiter: "Selbst Vollzeitbeschäftigte können von ihrem Lohn nicht mehr leben und sind auf Sozialleistungen angewiesen. Die Hartz - Gesetze haben die soziale Landschaft in diesem Land nachhaltig verändert. Die sinkenden Erwerbslosenzahlen sind ausschließlich dem Abbau regulärer Arbeitsverhältnisse und dem massiven Ausbau von Hungerlöhnen zu verdanken, die durch die Drohung mit der Hartz IV - Keule ermöglicht wurden. Soll die Spirale des Auseinanderdriftens unserer Gesellschaft gestoppt werden, muss Hartz IV sofort abgeschafft und an seine Stelle ein sanktionsfreies Soziales Sicherungssystem eingeführt werden, dass die Existenz und Teilhabe aller Menschen garantiert. Die dringend nötige sofortige Erhöhung des Regelsatzes auf 500 Euro kann nur ein erster Schritt sein. Gleichzeitig müssen flächendeckende Mindestlöhne von zunächst 10 Euro eingeführt werden, die schnellstmöglich auf über 12 Euro erhöht werden müssen, um die drohende massenhafte Altersarmut zu verhindern. Selbst bei einem Stundelohn von 10 Euro erhält man nach Auskunft der Bundesregierung nach 45 Erwerbsarbeitsjahren eine monatliche Rente von 684 Euro.
Ein menschenwürdiges Leben ist damit nicht möglich, selbst das nackte Überleben gelingt nur Lebenskünstlern, wie jüngst selbst BA-Vorstand Heinrich Alt einräumte. Zu Recht warnt Verbandschef Schneider, dass es zu ähnlichen Unruhen kommen kann wie jüngst in Paris und London. Mit den Worten, bezogen aufdie Entwicklung im Ruhrgebiet: ,Wenn dieser Kessel mit fünf Millionen Menschen einmal zu kochen anfängt, dürfte es schwer fallen, ihn wieder abzukühlen.' Dies wäre nur eine logische Folge der fortschreitenden Entsolidarisierung einer Gesellschaft."
von Reinhold Schramm
Altersarmut ohne Widerstand wird wachsen
“Diejenigen, die so krank sind, dass sie dauerhaft nicht mehr arbeiten können, dürfen nicht auch noch mit Abschlägen bestraft werden“, sagte Annelie Buntenbach, Vorstandstandsmitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).
Zusätzlich zu den Rentenabzügen durch die Kranken- und Pflegeversicherung fiel im „Durchschnitt“ bei den Frührentnern die Rente 2010 um monatlich 113 Euro geringer aus (minus 1356 Euro im Jahr).
Im Jahr 2010 bezogen knapp 674.000 Rentenversicherte erstmals eine Altersrente. Rund 47,5 Prozent oder fast 320.000 mussten unfreiwillig dabei Abschläge hinnehmen, weil sie nicht die Regelaltersgrenze erreichten. 2005 waren es noch 41,2 Prozent und im Jahr 2000 nur 14,5 Prozent.
Nach 45 Arbeitsjahren erhält im „Durchschnitt“ ein Rentner heute eine Monatsrente von 1236 Euro. Frührentner gehen heute im „Durchschnitt“ drei Jahre und zwei Monate früher in den Ruhestand. Die Rentenkürzung durch Abschläge erhöhte sich im letzten Jahrzehnt (2000 - 2010) um knapp 80 Euro auf den aktuellen monatlichen Wert von 113 Euro. (Vgl.) [1]
Ulrike Maschner, Vorsitzende des Sozialverbandes VdK Deutschland, fürchtet, dass sich mit der Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre “die Situation noch verschärfen wird. Die Gefahr von Altersarmut wird wachsen.“
Es sei eine Illusion, ohne oder nur mit geringen Abschlägen in Rente zu gehen. „Derzeit bieten weder der Arbeitsmarkt noch die Personalpolitik der Unternehmen Anhaltspunkte dafür, dass ein Arbeiten bis zur Regelaltersgrenze zur Normalität wird“, sagte Ulrike Maschner. [1]
Quelle: [1] Rekord im Jahr 2010 - Jeder Zweite geht in Frührente - Wirtschaft
- sueddeutsche.de. Ein Bericht von Thomas Öchsner.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rekord-im-jahr-jeder-zweite-geht-in-fruehrente-1.1244982
Info.-Empfehlung
A) LabourNet Germany: 15-20 % weniger Rente für viele!
http://www.labournet.de/diskussion/wipo/rente/rente36.html
B) Lohnverzicht reduziert Altersrente.
http://www.labournet.de/diskussion/wipo/rente/verzicht.pdf
C) “Rentenreform“: Rente mit 67
http://www.labournet.de/diskussion/wipo/rente/rente67.html
Merke: Verzicht auf Klassenkampf reduziert den Arbeitslohn und die Altersrente
und erhöht die Kapitalvermögen der deutschen Bourgeoisie und Administration
(- auch ohne deren Arbeit).

Bild: Bernd Rausch, Gruppe Kolzo
Politisch verantwort dieses Elend primär die SPD und die Grünen und die sozialdemokratische Gewerkschaftsfunktionärsschicht
10. Januar 2012
Arbeitslose
in der Armutsfalle. Deutsche besonders gefährdet Daten der europäischen
Statistikbehörde Eurostat zeigen: In Deutschland sind Erwerbslose häufiger
von Armut bedroht als in anderen europäischen Ländern. Gründ
dafür sind offenbar der kurze Anspruch auf Arbeitslosengeld,
.
Hartz IV, Zerschlagung des Rentensystems durch Abschaffung der alten Rentenformel
und Einführung der Riester Rente,
In Deutschland sind arbeitslose Menschen deutlich öfter von Armut bedroht als in anderen Ländern Europas. Das berichtet die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat aus dem Jahr 2010.
Demnach waren hierzulande 70 Prozent der Erwerbslosen armutsgefährdet, im EU-Durchschnitt waren es dagegen lediglich 45 Prozent. Als armutsgefährdet gelten Menschen, die weniger als 60 Prozent des mittleren nationalen Einkommens zur Verfügung haben. In Deutschland lag die Schwelle für Alleinstehende zuletzt bei 940 Euro im Monat.
In Deutschland hätten Jobsuchende nur relativ kurz Anspruch auf Arbeitslosengeld, sagte der Eric Seils, Sozialstaatsforscher bei der gewerkschaftnahen Hans-Böckler-Stiftung, dem Blatt. Dies sei ein Grund für das hohe Armutsrisiko von Erwerbslosen.
Seils plädiert deshalb dafür, dass auch unter 50-Jährige künftig länger als ein Jahr Arbeitslosengeld erhalten. In Ländern wie Frankreich, Dänemark oder den Niederlanden sei die Anspruchsdauer bereits heute deutlich länger als hierzulande.
20.01.12 von Reinhold Schramm
Laut Oxfam-Studie profitieren vor allem diejenigen vom Wirtschaftswachstum, die ohnehin schon vermögend sind. Die Armen gehen leer aus.
Seit der Liquidierung des Realsozialismus hat die Ungleichheit in 14 der 20 größten kapitalistischen Industrieländer zugenommen.
»Am meisten hat sich die Einkommensschere in Japan, China und Russland geöffnet, aber auch in Deutschland, Großbritannien, den USA und Kanada gab es seit 1990 eine deutliche Verschlechterung.«
»In Ländern mit relativ geringen Einkommensunterschieden führe ein Prozent Wirtschaftswachstum zu einem Rückgang der Armut um vier Prozent; in Ländern mit hohen Einkommensunterschieden gebe es bei gleichem Wirtschaftswachstum überhaupt keine Auswirkung auf die Armut, schreiben die Autoren der Studie mit Verweis auf Zahlen der Weltbank.«
Zur selbstgefälligen Annahme der Regierungen, die Ärmsten könnten
zeitversetzt vom Wirtschaftswachstum im Laissez-faire-Kapitalismus profitieren,
merkte der US-Ökonom Paul Krugmann im Jahr 2008 an: „Wir warten
nun seit 30 Jahren auf diesen Trickle-Down-Effekt - vergeblich.“ (Vgl.)
[1]
Eigentums- und Vermögensverhältnisse (nur) in Deutschland
Das reichte Zehntel der Bevölkerung hatte bis 2007 seinen privaten Netto-Vermögensanteil auf 61,1 Prozent ausgebaut (4032,6 Milliarden Euro). [Aktuell auf mehr als 4.600 Mrd. Euro.]
Das 9. Zehntel der Bevölkerung hatte einen privaten Netto-Vermögensanteil von 19,0 Prozent (1.254,0 Mrd. Euro).
Das 8. Zehntel der Bevölkerung von 11,1 % (732,6 Mrd. Euro); das 7. Zehntel von 6,0 % (396,0 Mrd. Euro) und das 6. Zehntel von 2,8 % (184,8 Mrd. Euro).
Das 2., 3., 4. und 5. Zehntel der Bevölkerung (40 %) hatte einen privaten Netto-Vermögensanteil von 1,6 Prozent (105,6 Mrd. Euro).
Das ärmste Zehntel der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland hatte im Jahr 2007 einen Schuldenstand von: - 1,6 Prozent (minus: 105,6 Mrd. Euro). (Vgl.) [2]
Quelle:
[1] Süddeutsche.de am 19.01.2012. Einkommensunterschiede. Wirtschaftswachstum
nur für Reiche. Von Caspar Dohmen.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/
einkommensunterschiede-wirtschaftswachstum-nur-fuer-reiche-1.1261578
[2] Vgl. Sozio-oekonomisches Panel 2002, 2007; DIW 2009. Hans-Böckler-Stiftung. Vermögen: Nur jeder Dritte hat Reserven. Verteilung.
21.01.12 Knapp 90 Prozent der “Minijobber“ erhalten nur Niedriglöhne
von Reinhold Schramm (Bereitstellung)
Ohne Klassenkampf gibt es keinen auskömmlichen Arbeitslohn und keine menschenwürdige Altersrente.
[Ein modifizierter Auszug.]
Unternehmen nutzen “Minijobs“, in denen überwiegend Frauen arbeiten, gezielt, um Personalkosten zu drücken.
Besonders eklatant ist der Lohnrückstand unter geringfügig Beschäftigten, die gleichzeitig Arbeitslosengeld II (ALG II bzw. Hartz IV) beziehen. Dies ist ein Indiz dafür, dass Unternehmen die “Aufstockung“ durch Sozialleistungen bei der Lohnfestsetzung bereits einkalkulieren.
Die Forschungsergebnisse zeigen, dass “Minijobs“ keine “Brücke“ in stabile Beschäftigung bilden. Das häufig verbreitete Bild der “Minijobberin“, die “nur hinzuverdient“ und über Einkommen und Sozialansprüche ihres Partners indirekt abgesichert ist, trifft nicht immer zu.
Im Frühjahr 2011 war jedes fünfte Beschäftigungsverhältnis
in Deutschland ein “Minijob“ - insgesamt rund 7,3 Millionen [-
eine Untertreibung: berücksichtigen wir die Lohngrenze unterhalb von
12 Euro.-Std.]. Für rund 4,8 Millionen Menschen, darunter 3,2 Millionen
Frauen, stellte der “Minijob“ die einzige Erwerbstätigkeit
dar. “Minijobbeschäftigte“ müssen keine Steuern und
Sozialabgaben abführen, sie erwerben aber auch keine oder nur sehr geringe
eigenständige Ansprüche an die Kranken-, Renten- oder Arbeitslosenversicherung.
[Anm.: In der Rentenversicherung liegen sie weit unterhalb der geringen gesetzlichen
Grundsicherung; analog Sozialhilfe bzw. Hartz-IV].
“Der steile Aufstieg von Minijobs im deutschen Beschäftigungssystem ist ein besonders gutes Beispiel dafür, wie sich im Einzelnen begründbare Praktiken verselbständigen und immer weiter weg führen von zukunftsfähigen Lösungen für eine moderne Erwerbsgesellschaft“, schreiben die [Integrations-] Forscher. (Vgl.)
»2009 arbeiteten rund 88 Prozent der Menschen, für die der Minijob
die Hauptbeschäftigung bildet, für einen Niedriglohn. Das heißt,
für brutto weniger als 9,76 Euro in Westdeutschland oder weniger als
7,03 Euro in Ostdeutschland. Geringfügig Beschäftigte waren mehr
als viermal so häufig von Niedriglöhnen betroffen wie der Durchschnitt
aller Arbeitnehmer.«
[“Arbeitnehmer“ ? - die Weltanschauung und ideologische Sprache
der Herrschaft./R.S.]
»58 Prozent der 1,2 Millionen Beschäftigten, die in Deutschland
weniger als 5 Euro pro Stunde verdienen, arbeiten im Minijob. Nach Auswertungen
des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit (BA) verdienen
Minijobber im Durchschnitt weniger als neun Euro brutto pro Stunde - nicht
einmal halb soviel wie Arbeitnehmer [“Arbeitnehmer“ ? ] mit einer
regulären Vollzeitstelle.«
[Anm.: Und da begnügen sich die gutbezahlten DGB-Vorstände mit einer
zahnlosen Forderung von “8,50 Euro“-Std.; - ohne eigenständigen
und auskömmlichen Rentenanspruch usw.]
Mit objektiven Kriterien wie bei der Qualifikation lasse sich der große
Lohnunterschied nicht erklären, so die Wissenschaftler. Sie kommen zur
Feststellung, dass Unternehmer den Steuer- und Abgabenvorteil der “Minijobs“
bei der Lohnfestsetzung zu ihren Gunsten nutzen
[- im ungeschminkten Klartext: in die private und/bzw. betriebliche Tasche
und Kalkulation.].
Lohnunterschlagung im “Minijob“ und Niedriglohn
Eine Beispielrechnung der Wissenschaftlerinnen:
»Eine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte erhält einen
Bruttolohn von 13,50 Euro pro Stunde. Ist sie verheiratet, kinderlos und in
der Lohnsteuerklasse V, verdient sie netto rund 7 Euro. Nach dem Gesetz müsste
eine Minijobberin bei gleicher Tätigkeit brutto ebenfalls 13,50 Euro
bekommen - und erhielte diesen Betrag auch netto. In der Praxis dürften
viele Arbeitgeber [“A.“?] den Minijob stattdessen nach der Maxime
“netto gleich brutto“ bezahlen, im Beispielfall also mit 7 Euro
brutto. Auch wenn darauf 30 Prozent Pauschalabgaben für den Arbeitgeber
[“A“?] fällig werden, wäre es so für ihn dennoch
lukrativ, sozialversicherungspflichtige durch geringfügige Beschäftigung
zu ersetzen.« -
»Die Forscherinnen verweisen auf diverse Fallstudien aus dem Einzelhandel, dem Gast- und dem Reinigungsgewerbe sowie der Gesundheits- und der Sozialbranche, die dokumentieren, dass selbst große Unternehmen mit gesetzeswidrigen Lohnabschlägen für geringfügig Beschäftigte operieren.« (Vgl.)
Die Unternehmen auch als Trickbetrüger:
»Betroffene Minijobbeschäftigte merken zwar beim Nettolohn keinen
Unterschied, sie müssen aber auf jede eigenständige soziale Absicherung
verzichten. Dies sei gerade für jüngere Frauen angesichts der zunehmend
weniger verlässlichen Absicherung über die Ehe riskant.« -
»Für die große Mehrheit der geringfügig Beschäftigten werde der Minijob zur “Niedriglohnfalle“, warnen die Wissenschaftlerinnen. Und je mehr Unternehmen sie als Schlupfloch zur Reduzierung der Personalkosten nutzen, desto weniger Chancen auf eine vollwertige Beschäftigung {...}. Das gelte insbesondere im Handel, dem Gast- und dem Reinigungsgewerbe, wo Minijobs bereits 40 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse ausmachen.«
ALG II bzw. Hartz IV und “Minijob“
Besonders niedrig sind die Bruttolöhne von “Minijobbern“, die gleichzeitig Hartz IV bzw. ALG II beziehen. Sie verdienten 2009 im “Durchschnitt“ nur 6,08 Euro pro Stunde. - Auch dieser Lohnrückstand lässt sich nach Analyse der Wissenschaftler nicht durch geringere formale Qualifikation erklären. -
Die Wissenschaftler halten es für wahrscheinlich, dass die Grundsicherung bei solchen Löhnen oft einfach mit einberechnet werde, so dass “faktisch ein Kombilohn zu Lasten des Fiskus entsteht, die Wirtschaft folglich Lasten auf die Allgemeinheit abwälzt.“ -
Die Feststellung der Wissenschaft zu den “Minijobs“: “Eine allgemeine Brückenfunktion in den regulären Arbeitsmarkt ist nicht erkennbar“. (Vgl.)
“Minijobs“ - Teil eines prekären Erwerbsverlaufs
Lediglich neun Prozent wechseln in ein so genanntes Normalarbeitsverhältnis. - Nur auf einen Teil der analysierten Frauen - rund 40 Prozent der Frauen mit Kindern - passt das (falsche) Bild von der Mutter mit ‘normal’ verdienendem Partner, die per Teilzeittätigkeit das Familieneinkommen etwas aufbessert. Knapp zwei Drittel von ihnen haben “Minijob“-Erfahrung. -
Daneben gibt es einen Gruppe von Frauen, die “Minijobs“ ausgeübt haben, weil es für sie keine anderen Arbeitsangebote auf dem Arbeitsmarkt gab. Mehr als ein Viertel leben diese “diskontinuierlich-prekären“ Erwerbsverläufe, bei denen “Minijobs“ eine wichtige Rolle spielen. Das betrifft Mütter häufiger als Frauen ohne Kinder, ostdeutsche Frauen öfter als westdeutsche Frauen, jüngere häufiger als ältere. -
»Viele von ihnen sind niedriger qualifiziert und leben in einem Haushalt mit sehr geringem Gesamteinkommen. Nur ein Teil hat einen versorgenden Partner. Für diese Frauen sei der Minijob doppelt problematisch {...}: Nicht nur längerfristig, etwa im Fall einer Trennung oder wegen der mangelnden Absicherung fürs Alter, sondern bereits kurzfristig als Teil eines Erwerbsmusters, aus dem nur wenige hinausfinden.«
Quelle: Hans-Böckler-Stiftung, 19.01.2012.
Neue Untersuchungen in den WSI-Mitteilungen.
»Knapp 90 Prozent der Minijobber erhalten nur Niedriglöhne«
http://www.boeckler.de/14_38694.htm
Weitere Informationen:
http://www.boeckler.de/wsi_38633.htm
Siehe auch: »Minijobs« von Alexander Herzog-Stein, Christina Klenner,
Dorothea Voss.
http://www.boeckler.de/wsimit_2012_01_editorial.pdf
Info.-Empfehlung
Lohnverzicht reduziert (auch) die Altersrente
http://www.labournet.de/diskussion/wipo/rente/verzicht.pdf
Merke: Verzicht auf Arbeitslohn und Lohnkampf reduziert auch die Altersrente und erhöht die Kapitalvermögen der Bourgeoisie und Administration.
von Reinhold Schramm (Bereitstellung)
Aspekte
zum modernen Sozialfaschismus und Hartz-IV-Vollzug.
Hohe Arbeitsmotivation und geringe Stundenlöhne der “Hartz-IV-Aufstocker“
Immer noch herrscht das medial-psychologisch und gesellschaftspolitisch geschürte
Vorurteil, »viele Erwerbslose seien nicht arbeitswillig und richteten
sich mit den staatlichen Leistungen ein. Doch die hohe Zahl Erwerbstätiger,
die quasi zum Sozialhilfesatz arbeiten, zeigt das Gegenteil ebenso die hohe
Zahl der Ein-Euro-Jobber [Ein-Euro-ArbeiterInnen]. IAB-Untersuchungen zeigen
ferner, dass „Aufstocker i. d. R. eine hohe Arbeitsmotivation haben“.«
Vgl.: M. Dietz, G. Müller, M. Trappmann: Warum Aufstocker trotz Arbeit
bedürftig bleiben.
»So nehmen Hartz IV-Empfänger genauso häufig wie andere Personen
eine Vollzeitbeschäftigung auf, auch wenn die Löhne relativ oft
das Existenzminimum nicht nachhaltig sichern können. „Die Analysen
belegen insgesamt eine vergleichsweise hohe Arbeitsmotivation und Konzessionsbereitschaft
der SGB II-Leistungsempfänger: Sie weisen der Arbeit einen hohen Stellenwert
zu und sind eher als andere Arbeitssuchende bereit, Konzessionen einzugehen,
um wieder Arbeit aufzunehmen.“«
Vgl.: J. Beste u. a. IAB Kurzbericht 15/2010, S. 7.
»Eine schlechte Entlohnung wird vielfach in Kauf genommen, um Bedürftigkeit zu verringern bzw. zu beenden. Eine aktualisierte (interne) Auswertung des IAB aus 2008 für Aufstocker (ohne Selbständige und Auszubildende) zeigt folgendes Bild: Die Hälfte der Aufstocker verdiente nicht mehr als 6,44 €/Stunde und ein Viertel nur bis zu 4,95 €/Stunde.«
»Auch von den Aufstockern mit Vollzeitjob [Vollzeitarbeit] verdiente
nur ein Viertel mehr als 8,15 €/Stunde. Noch größere Unterschiede
zeigen sich zwischen alten und neuen Ländern und den Geschlechtern. So
verdienten männliche Aufstocker mit Vollzeitbeschäftigung im Westen
im Schnitt 7,24 €/Stunde und im Osten nur 6,71 €. Weibliche Aufstocker
mit Vollzeitjob [Vollzeitarbeit] verdienten im Westen nur 5,86 € und
im Osten im Schnitt sogar nur 5,59 €.«
Vgl.: G. Müller, H. Rudolph, M. Trappmann: Stundenlöhne von Aufstockern,
2010.
Quelle: DGB, arbeitsmarktaktuell 1/2012:
»Hartz IV: Billiglöhne kommen Staat teuer zu stehen«
http://www.dgb.de/Themen/++co++3f8b6148-3d0c-11e1-7eaf-oo188b4dc422
Info.-Empfehlung
A) Lohndifferenz - „mit“ und „ohne“
Tarifvertrag!
http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/kombilohn/niedrtarif.pdf
B) Der Armutsbericht der Bundesregierung ist ein Schwindel
nach unten!
http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/allg/schramm.pdf
C) 12.02.2008: Regelleistung und Menschenwürde
http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/hilfe/fordern.pdf
D) 09.02.2010: Regelleistung und Menschenwürde (weiterhin
aktuell!)
http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/hilfe/schramm_regel.pdf
26.3.2012 Welt - Klassengesellschaft
2012
von Reinhold Schramm
Die reichsten Frauen, Erbinnen und Plünderinnen der Welt 2012
Die reichsten weiblichen Milliardäre sind reicher als im Vorjahr. Zu den reichsten Frauen gehören auch Wu Yajun und Yang Huiyan - beide sind »Immobilien-Entwicklerinnen« in ihrem bourgeoissozialistischen China.
Die zwanzig reichsten Frauen der Welt besitzen ein durchschnittliches Privatvermögen von jeweils 11,84 Milliarden US-Dollar (Ø jeweils 8,94 Milliarden Euro).
Die meisten Frauen in dieser “Forbes“-Liste bekamen ihren Reichtum durch Erbschaft und Heirat – »außer der Chinesin Wu Yajun, die sich von einer Journalistin in eine reiche Immobilienentwicklerin verwandelte«, heißt es beim »China Internet Information Center« (CIIC, Beijing).
Damit ist es noch nicht genug an antikommunistischer Desinformation und ideologische Gehirnwäsche. So setzt das CIIC seinen antikommunistischen Informationsschwindel fort: »Man kann sagen, dass sie [Wu Yajun] ihr Vermögen vollständig selbst verdient hat.« (CIIC, Beijing)
Anmerkung: Ob diese ‘Informations’-Verblödung - aus Beijing
- auch bei der EU-“DKP-RotFuchs-KPF etc.“ ihre Zustimmung findet
>?< -
Merke: Die idealistisch-pseudomarxistisch-religiöse Nächstenliebe
zur Konvergenzpartei darf nicht das Hirn ersetzen!
Der Anteil der weiblichen Milliardäre unter den weltweit 1.226 Menschen mit einem Vermögen von jeweils über einer Milliarde Dollar (ab 755 Millionen Euro aufwärts) liegt bei 104 Frauen (8,5 Prozent). Laut “Forbes“ waren es vor zehn Jahren lediglich 36 Frauen.
Die reichste Milliardärin ist Christy Walton, die ihr Raubvermögen im aktuellen Wert von 25,3 Milliarden Dollar (rd. 19,11 Milliarden Euro) von ihrem Ehemann John Walton geerbt hatte. John Walton kam bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Er war der Sohn und Erbe des Gründers des weltweiten Ausbeutungs- und Handelskonzerns Wal-Mart.
Die jüngste unter den zwanzig reichsten Milliardärinnen ist die 30-jährige Chinesin Yang Huiyan. Die älteste Milliardärin ist die 92-jährige Anne Cox Chambers. Frau Chambers ist die Erbin des Cox Medien-Imperiums.
Die reichsten zwanzig Erbinnen und Ausbeuterinnen der Welt 2012:
• Christy Walton: 25,3 Milliarden US-Dollar, USA, Wal-Mart
• Liliane Bettencourt: 24 Milliarden Dollar, Frankreich, L’Oreal
• Alice Walton: 23,3 Milliarden US-Dollar, USA, Wal-Mart
• Georgina Rinehart: 18 Milliarden US-Dollar, Australien, Bergbau
• Iris Fontbona: 17,8 Milliarden Dollar, Chile, Bergbau
• Birgit Rausing: 14 Milliarden US-Dollar, Schweden, Tetra-Pak-Konzern
• Jacqueline Mars: 13,8 Milliarden Dollar, USA, Nahrungsmittel
• Susanne Klatten: 13 Milliarden US-Dollar, Deutschland, u. a. BMW
• Anne Cox Chambers: 12,5 Milliarden US-Dollar, USA, Medien
• Savitri Jindal: 10,9 Milliarden US-Dollar, Indien, Stahl
• Abigail Johnson: 10,3 Milliarden US-Dollar, USA, Investment
• Johanna Quandt: 10 Milliarden US-Dollar, Deutschland, BMW
• Laurene Powell Jobs: 9 Milliarden US-Dollar, USA, Erbe
• Charlene de Carvalho-Heineken: 7,7 Milliarden US-Dollar, Holland,
Heineken
• Miuccia Prada: 6,8 Milliarden Dollar, Italien, Prada
• Antonia Johnson: 6,5 Milliarden Dollar, Schweden, Diversified
• Blair Parry-Okeden: 6,3 Milliarden US-Dollar, USA, Media
• Wu Yajun: 5,7 Milliarden US-Dollar, China, Immobilien
• Yang Huiyan: 4,7 Milliarden US-Dollar, China, Immobilien
• Rosalia Mera: 4,5 Milliarden US-Dollar, Spanien, Mode
Quelle: CIIC - china.org.cn - am 20.03.2012:
»Die 20 reichsten Frauen der Welt 2012 – schon zwei Chinesinnen
dabei«
http://german.china.org.cn/photos/txt/2012-03/20/content_24942930.htm
Info.-Empfehlung
Frauenbefreiung – KJÖ Oberösterreich
kjoe.at/ooe/homepage/grundsatze/frauenbefreiung
Merke: „Die Emanzipation der Frau wie die des ganzen Menschengeschlechtes wird ausschließlich das Werk der Emanzipation der Arbeit vom Kapital sein. Nur in der sozialistischen Gesellschaft werden die Frauen wie die Arbeiter in den Vollbesitz ihrer Rechte gelangen“ - Clara Zetkin: Für die Befreiung der Frau, 1889.
Trotz alledem!
lifeisreallybeautiful.com/china/china-dominates-list-of-richest-self-made-women